Die Exzenterschneckenpumpe gehört zu der Gruppe rotierender Verdrängerpumpen und basiert auf einer volumetrischen Pumpentechnologie. Das Zusammenspiel eines sich exzentrisch bewegenden Rotors und Stators ergibt eine Förder- und Dosiercharakteristik, die der eines sich endlos bewegenden Kolbens entspricht. Aufgrund der Dosiergeometrie wird drehwinkelproportional pro Umdrehung immer ein konstantes Volumen gefördert. Die Förderrichtung ist durch Umkehr der Drehrichtung reversibel. Das Volumen ist somit über die Winkelgrade eindeutig definiert. Aus dieser Technik ergibt sich eine druckstabile, lineare Pumpenkennlinie, wodurch eine klare Aussage über das Verhältnis von Umdrehung, Zeit und Fördermenge ermöglicht wird. Das wiederum führt zu einer gewährleisteten Dosiergenauigkeit am Pumpenaustritt von 1 % (abhängig vom Medium), die in der Praxis oft unterschritten wird.
Ein weiterer Nutzen dieser Technologie liegt in der entstehenden Förderkammer, deren Volumen im Verlauf der Bewegung absolut konstant bleibt. Dadurch ist es möglich, feststoffbeladene Medien und sogar stückige Produkte zu fördern und abzufüllen. In über 95 % aller Anwendungen kann auf Abfüll- und Dosierventile verzichtet werden, da es durch einen kurzen Rückwärtslauf am Ende des Dosiervorgangs zu einem kontrollierten Fadenabriss kommt bzw. ein Nachtropfen verhindert wird. Somit können selbst schwierige, hochviskose Flüssigkeiten prozesssicher dosiert oder abgefüllt werden, ohne dass es zu Pulsationen, Fehldosierungen oder einer zu starken Beanspruchung des Materials kommt.
Diese Vorteile macht sich nun die Süßwarenindustrie zu eigen. Speziell für hochviskose oder schwierige Medien, z. B. Zuckerguss, Fondant oder stückige Fruchtsoßen kann die Exzenterschneckenpumpe als Dosierpumpe eingesetzt werden. Sie lässt sich zum Beispiel in alle gängigen Robotersysteme integrieren. Eine typische Anwendung ist dabei das vollautomatisierte Verzieren von Keksen und Gebäck mit Zuckerguss. Eine Produktzuführung des hochviskosen Zuckergusses wird durch Fassentleersysteme verwirklicht, deren Grundlage ebenfalls eine Exzenterschneckenpumpe ist. Zusammen mit einer Folgeplatte entleert diese Pumpe das Fass nahezu rückstandslos. Durch die schonende Förderung kann der Zuckerguss der Dosierpumpe perfekt zugeführt werden, ohne dass sich dessen Eigenschaften verändert. Im Anschluss daran wird der Zuckerguss auf die Kekse dosiert und kann dabei im Zusammenspiel mit der Robotik und Software in jeglichen Formen, Mustern oder Schriften auf die Kekse auftragen werden. Der kreativen Gestaltung und Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Da diese Anwendungsmöglichkeit der Exzenterschneckenpumpe erst am Anfang steht, verheißt die Zukunft spannende Aufgaben in der Automatisierung und erhebliches Einsparungspotenzial bei den Prozessen.




