Electrochemically activated water, auch ECA-Wasser genannt, ist ein durch Elektrolyse hergestelltes Desinfektionsmittel. Chemisch gesehen handelt es sich hierbei um eine schwache Lösung von hypochloriger Säure. Erzeugt wird sie vor Ort zum Beispiel mithilfe von Elektrolyseanlagen der Dulcolyse-Baureihe von Prominent. Ausgangsstoffe für die Membranzellen-Elektrolyse sind Kochsalz und enthärtetes Trinkwasser. Besonderer Pluspunkt der Dulcolyse-Anlagen ist der geringe Chloridgehalt des ECA-Wassers. Dieser ist von entscheidender Bedeutung, um eine Korrosion der Anlagenoberflächen zu verhindern.
Die bakterizide, virizide und fungizide Wirkung von ECA-Wasser ist belegt. Nun wurde im Rahmen einer Masterarbeit, die in Kooperation mit der Fachhochschule Offenburg (Fachbereich Verfahrenstechnik) und einem führenden Getränkehersteller entstand, die keimreduzierende Wirkung von ECA-Wasser bei der Oberflächendesinfektion einer Abfüllanlage für Apfelsaftschorle untersucht. Des Weiteren sollte geklärt werden, ob durch diese Art der Füllerdesinfektion auf den Einsatz eines Konservierungsmittels verzichtet werden kann.
Bei den Versuchen wurde die nicht komplett eingehauste Anlage während des Abfüllprozesses kontinuierlich und die Transportbänder diskontinuierlich mit ECA-Wasser bedüst. Letzteres hatte eine Konzentration von 4 ppm FAC (Free Available Chlorine). Vorangegangene Versuche hatten ergeben, dass eine Konzentration von 2 bis 4 ppm freiem Chlor zur Oberflächenbedüsung von Abfüllanlagen ausreichend ist, um Apfelsaftschorle ohne den Zusatz von Konservierungsmitteln abzufüllen und dennoch mikrobiologisch stabile Endprodukte zu erhalten.
Die Dosierung des ECA-Wassers erfolgte mengenproportional mithilfe einer Motordosierpumpe. In der Versuchsanlage wurden der Gehalt an freiem Chlor, der pH-Wert und das Redoxpotenzial gemessen. Die Anzahl und Anordnung der Düsen wurden in Zusammenarbeit mit der Laborleitung des Getränkeabfüllers festgelegt. Im Fokus standen dabei die HACCPs der Abfüllanlage, beispielsweise Flaschenübergänge und Bereiche mit direktem Produktkontakt.
Als Testkeim wurde Bacillus subtilis verwendet, ein gram-positives, sporenbildendes Bakterium, dass zur Überprüfung oxidativ wirkender Desinfektionsmittel wie Wasserstoffperoxid und Peressigsäure eingesetzt wird. Die Sporen sind resistent gegen Hitze und Austrocknung. Sie sind nicht gesundheitsschädlich und leicht nachzuweisen.
Zur Evaluierung des Desinfektionserfolgs nutzte man den Count-Reduction-Test. Der Test wurde in Anlehnung an das VDMA-Datenblatt zur Prüfung von Aseptikanlagen durchgeführt. Dazu brachte man mit Bacillus subtilis verkeimte Teststreifen für einen definierten Zeitraum an kritischen Kontrollpunkten (HAACP) der Anlagenoberfläche an und bedüste sie anschließend mit ECA-Wasser. Nach der Behandlung wurde die mittlere logarithmische Keimreduktion (MLK) ermittelt.




