Ralf Schweinfurth
Candurin-Perlglanzfarben sind mineralische Lebensmittelfarbstoffe, die sich durch ihren charakteristischen Perlglanz signifikant von anderen Farbstoffen im Lebensmittelbereich unterscheiden. Dieser Perlglanzeffekt beruht auf der einfachen physikalischen Kombination eines natürlichen Silikats mit den bekannten und breit verwendeten Lebensmittelfarbstoffen Titandioxid (E 171) bzw. Eisenoxid (E 172). Bei dem Silikat handelt es sich um den zugelassenen Farbträger Kaliumaluminiumsilikat (E 555), auch bekannt als Glimmer. Candurin wird von Merck nach GMP-Standards für pharmazeutische Hilfsstoffe produziert. Erhältlich sind 15 verschiedene Farben, die sich aufgrund ihrer Zusammensetzung und Effekte in vier Gruppen einteilen lassen (siehe Tabelle).
In der EU ist die Verwendung von Candurin-Perlglanzfarben im Rahmen der Zusatzstoffrichtlinie 95/2/EU und der Farbstoffrichtlinie 94/36/EU gesetzlich geregelt. Generell können bei allen Lebensmitteln, bei denen die Verwendung der Farbstoffe Titandioxid und/oder Eisenoxide zugelassen ist, auch Candurin-Perlglanzfarben bis zum Quantum satis verwendet werden. Außerhalb der EU und entsprechend assoziierten Staaten sind Candurin-Perlglanzfarben unter ähnlichen gesetzlichen Vorgaben z. B. auch in Australien, Neuseeland und Russland zugelassen. Auch in den USA ist die Verwendung von glimmerbasierten Perlglanzpigmenten für Lebensmittel gesetzlich geregelt. Hier allerdings umfasst die Zulassung derzeit nicht den Getränkebereich. Weitere nationale Zulassungen sind in Vorbereitung bzw. bereits initiiert.
Durch die Klassifizierung des Silikats (E 555) in der Richtlinie 95/2/EU als Farbträger für die Farbstoffe Titandioxid und Eisenoxid kann dessen Deklaration auf der Zutatenliste entfallen. Es sind jeweils die Farbstoffe zu deklarieren, welche in der verwendeten Candurin-Perlglanzfarbe enthalten sind (siehe Tabelle). In diesem Zusammenhang bleibt noch anzumerken, dass die Bestandteile der Candurin-Perlglanzfarben zu 100 % mineralischen Ursprungs sind. Aufgrund des Vorkommens dieser Bestandteile in der Natur selbst, kann man hierbei zu Recht von nichtsynthetischen Farbstoffen sprechen.
Es lassen sich generell zwei visuelle Möglichkeiten unterscheiden: Da es sich bei den Candurin-Perlglanzfarben um unlösliche Farbpigmente handelt, sedimentieren diese im Getränk naturgemäß. Je nach zugesetzter Stabilisatorenmenge bleiben die Perlglanzfarben nach dem Aufschütteln durch den Konsumenten eine gewisse Zeit in der Schwebe und rieseln dann langsam wieder nach unten. Dadurch ergibt sich ein Schneekugeleffekt.
Das physikalisch bedingte Absatzverhalten kann durch den Zusatz von geeigneten Stabilisatoren entsprechend verzögert oder auch ganz verhindert werden. In diesem Fall spricht man von einem stabilen Perlglanzeffekt. Dies funktioniert sogar bei Alkoholgehalten von bis zu 25 Vol.-%.




