Anaerobe Abwasseraufbereitungssysteme sind nicht neu. Allerdings waren sie für kleinere und mittelständische Brauereien, Getränke- und Nahrungsmittelhersteller bislang nicht rentabel. Rechnete sich der Einsatz von anaeroben Abwasserbehandlungsanlagen bislang erst ab 2000 kg CSB pro Tag, gibt es nun unter dem Produktnamen Previum gleich elf vormontierte Anlagen, die einen Leistungsbereich von 200 bis 4000 kg CSB pro Tag abdecken. Damit haben nun auch kleinere und mittelständische Betriebe die Chance, durch den Einsatz der Anaerobtechnologie die vorgeschriebenen Abwasserparameter einzuhalten und unabhängig von kommunalen Vorgaben optimal zu wirtschaften.
Zusammen mit dem niederländischen Kooperationspartner Paques setzt Aquantis Water Treatment Systems auf bewährte anaerobe Technologie. Ulrich Knörle, Produktentwickler und Verfahrenstechnikingenieur des 2002 gegründeten Unternehmens über die Vorteile: „Previum ist ein vormontiertes System, das sich ohne großen Aufwand an die lokalen Gegebenheiten eines Betriebes individuell anpassen lässt. Das Abwasser verlässt das Unternehmen in einer Qualität, die innerhalb der Grenzwerte häuslicher Abwässer liegt. Das heißt für den Anwender: Der Starkverschmutzerzuschlag an die kommunale Kläranlage entfällt. Die Unternehmen zahlen also deutlich geringere Abwassergebühren.“ Ein weiterer Vorteil ist, dass beim Aufbereiten des Abwassers mit Hilfe des Previum-Systems bis zu 75 m³/h Biogas entstehen. Diese Biogasmenge entspricht etwa 5500 kWh. „Ein Gasmotor kann das Biogas in elektrische Energie umwandeln, die wiederum ins Netz eingespeist wird“, so Knörle. Das Energieeinspeisegesetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz hilft dem Unternehmer sparen. Denn: Die Einspeisung des Biostroms wird viel höher vom Energieversorgungsunternehmen vergütet, als herkömmlicher Strom kostet. Diese Form der Refinanzierung zahlt sich für die Anwender aus.
Die Previum-Kompaktanlage besteht aus dem IC-Schlammbettreaktor, einem Betriebscontainer, einer Einrichtung zur Nachbelüftung sowie einer Gasfackel. Sie benötigt weniger als 100 m² Platz auf dem Betriebsgelände und kann innerhalb von ein bis zwei Wochen montiert und in Betrieb genommen werden.
Das am Boden des Previum-Reaktors kontinuierlich zulaufende Abwasser wird mit Hilfe eines speziellen Einlaufverteilsystems optimal über die gesamte Reaktorfläche verteilt. Die Biomasse im Reaktor, hierbei handelt es sich um kugelförmige Pellets, wandelt die im Abwasser enthaltenen gelösten organischen Schmutzstoffe in energiereiches Biogas um. Gas und Abwasser durchströmen den Reaktor von unten nach oben. Die exakte Trennung der drei Phasen Schlamm, Biogas und gereinigtes Abwasser erfolgt in patentierten Abscheiderelementen. Diese Hochleistungstechnologie gewährt einen außerordentlich hohen Wirkungsgrad bei der Umwandlung von kostenintensiver Schmutzfracht in wertvolles Biogas.




