Zum Inhalt springen
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
    Ernährungsindustrie-Newsletter
    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.
    Newsletter abonnieren

    Info

    • Impressum
    • Datenschutz
    • Barrierefreiheit
    • Datenschutzeinstellungen

    Kontakt zur Redaktion

    Deutsche ErnährungsindustrieKonradin Mediengruppe
    Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen

    E-Mail: redaktion@konradin.de
    Folgen Sie uns
    Deutsche Ernährungsindustrie
    © 2026 Deutsche Ernährungsindustrie
    Startseite/Getränkeindustrie/Artikel
    Interdisziplinäres Denken ist gefragt
    Bildquelle nicht angegeben
    Getränkeindustrie

    Interdisziplinäres Denken ist gefragt

    Das Thema Industrie 4.0 ist in aller Munde – auch in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Doch wie muss die Aus- und Weiterbildung aussehen, um die
    Veröffentlicht
    17. Juni 2016
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Getränkeindustrie

    Herr Graefe, hat die Lebensmittel- und Getränkeindustrie das Thema Industrie 4.0 verschlafen?

    Axel Graefe: Nein. Bei den Großen ist das Thema längst auf der Agenda. Im Mittelstand ist es aber erst jetzt so richtig angekommen. Oft fehlen in den kleinen und mittelständischen Unternehmen die personellen und finanziellen Ressourcen, um dieses weichenstellende Zukunftsprojekt anzugehen. Was sicherlich auch noch ein Hemmschuh ist: Viele der Begrifflichkeiten, angefangen von „cyberphysikalische Prozesse“, „augmented reality“ oder „Internet of things“ sind für viele nicht greifbar und auch im Kontext Lebensmittelproduktion nur schwer übertragbar. Das KIN sieht es als seine Aufgabe, hier für mehr Klarheit zu sorgen.

    Herr Klotz, was ist der „Kern“ von Industrie 4.0?

    Eberhard Klotz: Die Produktionssteuerung wird sich komplett ändern: Dank dezentraler Intelligenz werden selbststeuernde Produktionsabläufe und Selbstoptimierung möglich. Damit wird auch die Fertigung von Kleinstmengen wirtschaftlich. Die Produktion passt sich flexibel an den Markt an, hergestellt wird also nur noch das, was der Markt braucht. Das sorgt dafür, dass viel weniger Lebensmittel weggeworfen werden müssen, und spart Lagerflächen. Wenn Geräte auf optimalen Betriebspunkten laufen, wird außerdem weniger Energie gebraucht. Und da mit Big Data weltweit viel mehr Betriebsparameter erfasst und ausgewertet werden können, lassen sich Komponenten sehr leicht optimieren.Engineeringabläufe können zu grob 50 % optimiert werden und da sich smarte Komponenten von alleine vernetzen, werden viele Aufgaben überflüssig. Bei Maschinen steigt die Verfügbarkeit und Stillstandzeiten verringern sich, weil sie sich selbst beobachten und eine präventive Wartung möglich wird.

    Graefe: Aus Sicht der Lebensmittelindustrie geht es bei der Smart Factory darum, dass mit intelligenten Produktionsprozessen individuelle Produkte zu gleichen Kosten in ein und derselben Anlage gefertigt werden können. Das führt zu Losgrößenvielfalt, die dem Wunsch nach individualisierten Angeboten im Handel entgegenkommt.Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Qualitätssicherung: Dank fortlaufender Qualitätskontrollen direkt im Prozess werden die Analysekosten sinken. So könnten beispielsweise F-Werte über Sensoren direkt erfasst und Abweichungen in Echtzeit über entsprechende Schnittstellen für den Prozesskontrolleur sofort sichtbar gemacht werden. Dies würde Lebensmittelprozesse besser und vor allem in Realzeit steuerbar machen. Wie solche Routinen die bisherige Qualitätskontrolle im Sinne von HACCP verändern, muss noch eingehend geprüft werden. Voraussetzung ist, dass alle Prozesse aus lebensmittelrechtlicher Sicht sachgerecht validiert sind, damit sie sowohl den Anforderungen des IFS als auch des BRC entsprechen.

    Mehr aus Getränkeindustrie

    Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Getränkeindustrie.

    Alle Getränkeindustrie-Artikel
    Zuckersteuer: Getränkeverbände fordern endgültigen Stopp des Gesetzentwurfs
    Getränkeindustrie

    Zuckersteuer: Getränkeverbände fordern endgültigen Stopp des Gesetzentwurfs

    12. Oktober 2026

    Nach erneuter Ablehnung des Referentenentwurfs im Kabinett fordern sechs Verbände der Getränkewirtschaft den endgültigen Stopp der geplanten deutschen Zuckersteuer. Die Abgabe soll laut Planung zum 1. Juli 2027 in Kraft…

    Hygienic Design in der Prozessautomation: Grundlagen, Normen und Auswahlkriterien für lebensmitteltaugliche Automatisierungskomponenten
    Getränkeindustrie

    Hygienic Design in der Prozessautomation: Grundlagen, Normen und Auswahlkriterien für lebensmitteltaugliche Automatisierungskomponenten

    5. Oktober 2026

    Wer Automatisierungskomponenten für die Lebensmittel- und Getränkeproduktion auswählt, muss hygienische Konstruktionsprinzipien von Anfang an einplanen. Dieser Beitrag erläutert die technischen Grundlagen, relevanten…

    ← Zurück zu GetränkeindustrieZur Startseite

    Ernährungsindustrie-Newsletter

    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.

    Zum Newsletter anmelden →

    Weshalb sind viele Unternehmen beim Thema Industrie 4.0 so zögerlich?

    Graefe: Weil das Thema so schwer greifbar ist. Und weil man Ressourcen benötigt, um sich überhaupt damit zu beschäftigen. Gerade kleinere Unternehmen haben nicht die Möglichkeit, dass sich Mitarbeiter speziell mit diesem Zukunftsthema befassen können. Das KIN möchte mit entsprechenden Veranstaltungen und Qualifizierungsmaßnahmen sowie einem guten Netzwerk dazu beitragen, diese Hürden abzubauen.

    Was sind die größten Irrtümer in Zusammenhang mit Industrie 4.0?

    Graefe: Viele Unternehmer glauben, sie müssten eine neue Fabrik bauen und Unsummen investieren. Das ist falsch. Industrie 4.0 ist ein Prozess, kein Endzustand. In vielen Fällen können bereits mit überschaubaren Investitionen ganz entscheidende Schritte getan werden, beispielsweise die Vereinheitlichung der Schnittstellenkommunikation oder die Anbindung von Logistiksystemen oder einzelner Module in der Qualitätssicherung.

    Industrie 4.0 löst auch Ängste aus, beispielsweise vor Arbeitslosigkeit oder mangelnder Qualifikation. Sind diese Ängste berechtigt?

    Klotz: Natürlich werden sich einige Berufsbilder stark ändern. Ein Lebensmitteltechniker wird in Zukunft mit Sicherheit mehr IT-Kenntnisse benötigen. An der cyberphysischen Lern- und Forschungsplattform CP Factory von Festo Didactic kann man Industrie 4.0 ganz konkret und praxisnah lernen.

    Graefe: Dass Industrie 4.0 die Vernichtung von Arbeitsplätzen bedeutet, gehört ebenfalls zu den größten Irrtümern. Genau das Gegenteil ist der Fall. Allerdings werden sich die Anforderungen an die Mitarbeiter grundlegend verändern.

    Welche Kenntnisse sind in Zukunft wichtig und wie erlangt man sie?

    Graefe: Die klassischen Berufsbilder werden sich verändern. Mitarbeiter müssen moderne Steuerungssysteme über PC oder Tablet beherrschen und übermittelte Daten und Grafiken in Echtzeit interpretieren können. Auch die Funktionalität moderner Warenwirtschaftssysteme im Netzwerk mit anderen Softwareprogrammen ist unverzichtbares Wissen. All dies wird die Ausbildung von Lebensmitteltechnikern verändern. Es wird nicht mehr ausreichen, sich in den verschiedenen Anwendungsbereichen und klassischen Prozessen auszukennen. Benötigt werden Mitarbeiter mit ausgeprägter Entscheidungs- und Handlungskompetenz, die in der Lage sind, vernetzt und ganzheitlich zu denken. Vor diesem Hintergrund haben wir bereits die Curricula unserer Seminare und Weiterbildungen verändert. Dabei setzen wir auch auf Kooperationen mit Instituten oder Unternehmen wie Festo Didactic.

    Klotz: Da die technischen Entwicklungen immer komplexer werden und schneller geschehen, werden allgemeine Fähigkeiten wie Lernbereitschaft, systemisches Denken oder interdisziplinäres Arbeiten zukünftig noch stärker gefragt sein. Rollenspezifisch und technisch muss beispielsweise ein Instandhalter lernen, mit einer größeren Zahl an unterschiedlichen Daten umzugehen, um Energietransparenzkonzepte mitzugestalten, er muss die Systematik der selbstregulierenden Kapazitätsauslastung verstehen, Virtual-Reality-Anwendungen nutzen sowie die Schnittstellen zwischen Anlagen und IT-Systemen begreifen.Für Ingenieure zeichnen sich zwei grundsätzliche Entwicklungen ab: Einerseits eine stärkere Spezialisierung, um die Maschinen und Anlagen der Zukunft entwickeln zu können. Anderseits eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit insbesondere mit der IT. Denn im Zuge von Industrie 4.0 rücken Hardware- und Softwareentwicklung sowie Maschinen- und Anlagenbau eng zusammen.

    Wie gelingt der Einstieg in die Industrie 4.0?

    Klotz: Industrie 4.0 ist kein Selbstzweck. Und es gibt keine One-fits-all-Lösung. Wir unterstützen mit Trainings, Seminaren, Consultingservices und kompletten Lösungspaketen Unternehmen auf ihrem Weg in Richtung Industrie 4.0.

    Graefe: Wir benötigen Kompetenzzentren als Plattformen für Wissenstransfer und Netzwerkarbeit. Ferner sind Darlehen und öffentliche Fördertöpfe besonders für kleinere Unternehmen notwendig. Entscheidend sind nicht theoretische Arbeiten an Forschungsinstituten, sondern die Umsetzung von realwirtschaftlich getriebenen Projekten unter kompetenter Begleitung.

    www.prozesstechnik-online.deSuchwort: dei0616kin

    „Bei Industrie 4.0 glauben Viele Unternehmer, sie müssten eine neue Fabrik bauen. Das ist falsch.“

    Freie Journalistin

    Digitaler Zwilling in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Funktionsweise und Einsatzpotenziale
    Getränkeindustrie

    Digitaler Zwilling in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Funktionsweise und Einsatzpotenziale

    24. September 2026

    Der Digitale Zwilling ermöglicht es Lebensmittel- und Getränkeherstellern, Produktionsanlagen, Prozesse und Produkte als virtuelle Abbild in Echtzeit zu simulieren und zu optimieren. Dieser Artikel erklärt, wie die…

    Energiemanagement in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion: Grundlagen, Methoden und Einsparpotenziale
    Getränkeindustrie

    Energiemanagement in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion: Grundlagen, Methoden und Einsparpotenziale

    24. September 2026

    Steigende Energiekosten und regulatorische Anforderungen zwingen Lebensmittel- und Getränkehersteller, ihren Energieverbrauch systematisch zu erfassen und zu senken. Dieser Artikel erklärt die grundlegenden Methoden,…