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    Kein schales Bier zum Tatort
    Bildquelle nicht angegeben
    Getränkeindustrie

    Kein schales Bier zum Tatort

    Bei der Krombacher Brauerei betrachtet man die Sauerstoffüberwachung als unverzichtbaren Teil der Qualitätssicherung. Sie erfolgt entsprechend dem Prinzip
    Veröffentlicht
    02. Oktober 2003
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Getränkeindustrie

    Der muffige Geschmack von abgestandenem Bier hat zwei Ursachen: Zum einen hatte die Kohlensäure einfach zu viel Zeit sich zu verflüchtigen. Zum anderen – und dieser Punkt ist viel wesentlicher – hatte das Bier Kontakt mit Luftsauerstoff. Anders als beim Wein ist es für Bier nicht von Vorteil, wenn es atmet. Die Reaktion mit Sauerstoff sorgt für die Alterung und die damit einhergehende Geschmacksverfälschung. Darüber hinaus begünstigt Sauerstoff das Wachstum aerober Mikroorganismen, die Haltbarkeit und Geschmack des Getränks zusätzlich beeinträchtigen. Ein gutes Bier sollte daher möglichst keine oder ganz minimale Anteile von Sauerstoff enthalten, damit Oxidationsprozesse nicht schon während des Transports und der Lagerung einsetzen. Nur ein einziges Mal, bei der Hefezugabe, wenn die nach dem Kochen wieder heruntergekühlte Würze belüftet wird, setzt der Brauer Sauerstoff bzw. Luft ein.

    Danach aber gilt es, Sauerstoff so weit wie möglich vom Produkt fern zu halten: Zum Beispiel durch die Entgasung des Wassers, das zum Auffüllen der Rohrleitungen und Filteranlagen und bei Filtrationsende zum Herausschieben des Biers benutzt wird. Auch das Spanngas, mit dem Gebinde, Tanks für Filteranlagen und die Abfülleinrichtungen unter Druck gesetzt werden, darf ebenso wie das zur Karbonisierung eingesetzte Kohlendioxid keinen Sauerstoff enthalten.

    Bei der im siegerländischen Kreuztal-Krombach gelegenen Krombacher Brauerei betrachtet man die Sauerstoffüberwachung als unverzichtbaren Teil der Qualitätssicherung. Das 1803 gegründete Unternehmen befindet sich seit Generationen in Familienbesitz, und hat mit dem Krombacher Pils eine der meistverkauften Biermarken in Deutschland im Programm. Weitere Marken im Produktportefeuille sind Krombacher Alkoholfrei und Radler, Fairlight und Rhenania Alt sowie das kürzlich erfolgreich eingeführte CAB (Cola&Beer). Mit einem Gesamtausstoß von fast 5 Mio. hl hat sich Krombacher einen Spitzenplatz in der deutschen Brauwirtschaft erobert.

    Bei Krombacher erfolgt die Sauerstoffüberwachung entsprechend dem Prinzip der Stufenkontrolle nach jedem Produktionsschritt. „Oberstes Ziel ist die Geschmacksstabilität“, sagt Thomas Will, zuständig für MSR-Anlagen in der Krombacher Brauerei, „denn die Kunden erwarten eine gleichbleibend hohe Qualität von unseren Produkten.“ Sauerstoffmessgeräte sitzen jeweils hinter den Separatoren und Filterlinien, an den Leitungen, die vom Drucktankkeller zur Abfüllung führen, und unmittelbar vor der Abfüllung. Auch die Entgasungsanlage für das zum Anschwemmen der Filter verwendete Wasser, sowie die CO2-Rückgewinnungsanlage werden auf Sauerstoff bzw. Restluft überwacht. Krombacher setzt dabei auf Analysenmesstechnik von Knick. Das Analysenmesssystem Protos 3400 S wurde aufgrund der hohen Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit, des robusten und dichten Edelstahlgehäuses und der Flexibilität im Einsatz ausgewählt.

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    Das Messsystem Protos 3400 ermöglicht es, per Modul die jeweils benötigten Messfunktionen zu integrieren. Drei Steckplätze stehen für die Mess- und Zusatzmodule für pH (simultane Messung von pH, Redoxspannung und Temperatur), Cond (Leitfähigkeit und Temperatur), Condl (Leitfähigkeitsmessung mit induktiven Sensoren, auch hier mit simultaner Temperaturmessung) und Oxy (Sauerstoffpartialdruck, Sättigungsindex, Konzentration, Luftdruck und Temperatur) zur Verfügung. Verrechnungsfunktionen wie Differenzen oder Verhältnisse für die gängigen Messmodulkombinationen sind Standard. Mehrere Messgrößen können in beliebiger Kombination, zum Beispiel pH/Oxy, pH/Cond, pH/pH, Cond/Oxy etc. parallel verarbeitet werden. Zum Programm gehören außerdem Module zur Steuerung des automatischen Kalibrier- und Reinigungssystems Unical 9000(X), sowie ein Profibus PA-Anschluss-, ein OUT-Modul mit zusätzlichen Stromausgängen und Kontakten und ein PID-Reglermodul. In der Grundausstattung bietet Protos 3400 zwei Stromausgänge, zwei optische Binäreingänge und vier Schaltkontakte. Zwei komplette Parametersätze finden im Speicher Platz. Mit Hilfe einer SmartMedia-Card können bis zu fünf Parametersätze gespeichert werden. Die Kapazität des integrierten Messwertrecorders und des Logbuchs lassen sich über Speicherkarten praktisch unbegrenzt erweitern. Ihre Daten können am PC ausgelesen und weiterverarbeitet werden. Ferner lassen sich Parametrierungen übertragen und Software-Updates durchführen.

    Eine wesentliche Anforderung an Messsysteme in der Lebensmittelindustrie ist ein hygienisches Design. Hier überzeugt Protos 3400 S mit einer durchdachten Konstruktion: Ein Gehäuse aus poliertem Edelstahl mit innenliegendem Scharnier und einer spaltenfreien Spezialdichtung sorgt für eine geringe Verschmutzungsanfälligkeit und leichte Reinigbarkeit. Das zweiteilige Gehäuse bietet Schutzart IP 65 und ist doch leicht zugänglich. Protos 3400 S ist für sämtliche Anwendungen in der Pharma- und Lebensmittelindustrie und der Biotechnologie geeignet – natürlich auch für Brauereien mit ihren besonderen Umgebungsbedingungen.

    Dank des Modulkonzepts sind die Protos-Geräte sehr flexibel einzusetzen: Die simultane Messung von Condl und Oxy mit einem Gerät ist nur ein Beispiel. Bei Krombacher wurden Leitfähigkeitsmessungen zunächst in den Reinigungsmitteltanks vorgenommen, wo zum Beispiel NaOH-Konzentrationen ermittelt wurden. Auch die Steuerung des Nachschärfevorgangs, die Kontrolle der Reinigungskreisläufe und die Überwachung der Trennung von Wasser, Desinfektionsmittel, Säure und Lauge im CIP-Rücklauf erfolgen per induktiver Leitfähigkeitsmessung. Nach diesem Prinzip arbeitende Messgeräte werden inzwischen auch direkt zur Prozessüberwachung eingesetzt, etwa bei der Trennung von Wasser und Würze beim Befüllen der Gärtanks oder beim Ausschub der Würze mit Wasser. Optische Sensoren hatten hier wegen der Belagbildung auf den Fenstern nur unzureichende Ergebnisse geliefert. Auch bei der Produktüberwachung auf eventuell eingedrungene Reinigungsmittel unmittelbar vor den Abfüllanlagen wird die Leitfähigkeit gemessen.

    Ein durchdachtes Bedienkonzept mit einer menü- und piktogrammgesteuerten Oberfläche nach Namur, mit kontextabhängigen Softkeys und einem transflexiven, unter allen Lichtverhältnissen sehr gut ablesbaren Grafikdisplay erleichtert die Bedienung. Das Netzdiagramm erlaubt, alle wichtigen Sensordaten wie Steilheit, Nullpunkt, Bezugsimpedanz, Glasimpedanz usw. auf einen Blick zu erfassen. Die genauen Werte sind natürlich auch einzeln abrufbar.

    Ganz wichtig für Thomas Will sind die zwischen 0 und -1200 mV frei einstellbare Polarisationsspannung und insbesondere die Anzeige des Sensorstroms. „So lässt sich bei Reinigung oder Wartung leicht feststellen, ob alles in Ordnung ist. Ist der Sensorstecker abgezogen, muss ein Sensorstrom von 0 angezeigt werden, sonst stimmt etwas nicht. Zum Beispiel könnte der Stecker bei der Reinigung feucht geworden sein.“ Auch die flexiblen Möglichkeiten der Sensoranpassung bei der Condl-Messung (automatisch, manuell, mit Nullpunktabgleich, mit Abgleich des Übertragungsfaktors) sprechen für Knick. Umfangreiche Asset-Managementfunktionen (SensoCheck, ServiceScope, CalCheck) überwachen Sensor und Messgerät und gewährleisten die verlässliche Funktion des Systems. Der zeit- und ereignisgesteuerte Zweikanal-Messwertrecorder (KI-Recorder) verfolgt den Prozessverlauf und löst bei Grenzwertüberschreitungen eine Meldung aus.

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    www.knick.de

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