Die Winzergenossenschaft Thüngersheim liefert edle Qualitätsweine wie Riesling, Silvaner, Scheurebe, Spätburgunder, Müller-Thurgau, Bacchus, Kerner, die bei Weinkennern sehr beliebt sind. Thüngersheim, mit einer Rebfläche von 250 Hektar die größte Weinbaugemeinde im Landkreis Würzburg, wird gerne der „Feinkostladen Frankens“ genannt. Die stark qualitätsorientierte Arbeit der 1930 gegründeten Winzergenossenschaft wurde bereits mit einer Vielzahl von Preisen gewürdigt.
Selbstverständlich sind die alten Handwerksmethoden längst modernster Technik gewichen. Wenn man heute die Produktionsräume der Winzergenossenschaft Thüngersheim betritt, steht man in einer voll durchrationalisierten und weitgehend vollautomatisierten Weinfabrik. Jährlich produziert sie ca. 2 Mio. l Wein. „Zur Produktion des Weines brauchen wir nicht unerhebliche Mengen Druckluft. Zum einen steuern wir damit sämtliche Maschinen. Zum anderen brauchen wir besonders viel Druckluft zum Auspressen der Maische“, betont Norbert Gerhard, Kellermeister und Techniker für Weinbau und Kellerwirtschaft. Weinanbau ist auch in Thüngersheim Saisonarbeit. Parallel zum Arbeitsanfall entwickelt sich auch der Bedarf an Druckluft. Am größten ist er jedes Jahr über einen Zeitraum von ca. vier Wochen im Oktober. Denn dann muss die Maische nochmals mit Hilfe von Druckluft ausgepresst werden. In der übrigen Zeit ist der Druckluft-Bedarf deutlich niedriger. Dann wird Druckluft u.a. nur noch für die Filtration im Keller oder für die Abfüll- und Etikettieranlagen benötigt.
Die Winzergenossenschaft Thüngersheim erzeugt ihre Druckluft seit Oktober 2001 mit zwei CompAir-Schraubenkompressoren mit Öleinspritzkühlung und mit fester Drehzahl in einer zentralen Druckluftstation. Die zwei Anlagen L 30–10 aus der L-Baureihe (Leistungsbandbreite 0,5 bis 43,6 m³/min, Antriebsleistungen 4 bis 250 kW) liefern jeweils 4,34 m³/min Druckluft bei einem Höchstdruck von 10 bar. Sie haben zwei ca. 25 Jahre alte ölgeschmierte Kolbenverdichter ersetzt, bei denen altersbedingt täglich mit einem Totalausfall gerechnet werden musste.
Die Winzergenossenschaft Thüngersheim hat aus gutem Grund zwei Verdichter angeschafft. Im Oktober, während der Hauptarbeitszeit, wird die Gesamtliefermenge beider Verdichter – insgesamt 8,7 m³ pro Minute mit Höchstdruck 10 bar – benötigt, weil dann die Maische-Pressen in Betrieb sind. Die insgesamt fünf Pressen haben ein Gesamtvolumen von 60 000 l. Bei einem Höchstdruck von 2,0 bar wird deshalb unter Abzug der ausgepressten Tresterreste ein Druckluftvolumen von ca. 100 000 l benötigt. Die erforderliche Druckluft wird in einem Vorratsbehälter mit einem Volumen 10 m³ mit 10 bar Höchstdruck gespeichert und anschließend auf den für den Pressvorgang erforderlichen Druck – von 0,1 bar ansteigend auf 2,0 bar – reduziert.




