Die erzielte Bierqualität ist vergleichbar oder besser als bei der klassischen Bierfiltration. Ein weiteres großes Plus ist die vollautomatische und nahezu kontinuierliche Arbeitsweise. Erster Anwender des SWS-Verfahrens im gehobenen Leistungsbereich ist nach erfolgreichen Testläufen die Pott’s Naturparkbrauerei in Oelde. Damit gehört die Pott’s Naturparkbrauerei zu den weltweit ersten Brauereien, die auf diese neue Technologie setzen.
Die Vertragsunterzeichnung erfolgte am 13. November 2002 auf der internationalen Brauereimesse Brau Beviale 2002 in Nürnberg. Die Leistung der Anlage beträgt 5 000 l Bier pro Stunde. Sie geht im Frühjahr 2003 in Betrieb.
Versuchsanlage zur Bierfiltration
Die Pott’s Brauerei ist für neue technologische Verfahren offen, die Ökologie, Ökonomie und Bierqualität miteinander in Einklang bringen. Seit einiger Zeit war deshalb eine Versuchsanlage zur kieselgurfreien Filtration in der Pott’s Naturparkbrauerei installiert. „Die Geschmacksstabilität, die Schaumhaltbarkeit und der Frischecharakter der Biere, hergestellt mit dem kieselgurfreien SWS-Verfahren, waren im direkten Vergleich tendenziell besser”, fasst Braumeister Wilhelm Schoppmeier die Versuchsergebnisse zusammen. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen entschied sich die Brauerei zur Festinstallation dieser neuen Technologie.
Kieselgur: Filterhilfsmittel mit vielfältigen Nachteilen
Mit dem zukunftsweisenden SWS-Verfahren kann die Brauerei komplett auf Kieselgur als Filterhilfsmittel verzichten. Kieselgur, ein feines Pulver, bildet bei der klassischen Bierfiltration die Filterschicht. Kieselgur ist das gereinigte, getrocknete und vermahlene Gerüst der Kieselalgen (Diatomeen). Diese Algen traten vor Jahrmillionen in einzelnen Meeren in solchen Mengen auf, dass ihre Fossilien die Meeresböden in sehr dicken Schichten bedeckten. So entstanden regional Kieselgur-Lagerstätten, die zum Teil mehrere hundert Meter mächtig sind. Kieselgur ist folglich ein Naturprodukt, das nicht nachgebildet wird.
Die wirtschaftliche Gewinnung im Tagebau lohnt sich weltweit nur bei wenigen Lagerstätten. Die Kieselgur in Brauereien stammt heute überwiegend aus den USA, Mexiko, Island, Frankreich, Spanien, Chile sowie China. Entsprechend weit sind die Transportwege zu den Brauereien in Deutschland.
Innerhalb der Brauerei verlangt die Kieselgur eine spezielle Lagerung und ein aufwändiges Handling. Wegen der pulverförmigen Konsistenz müssen Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, um die Atemwege der Mitarbeiter zu schützen. Auch ist keine kontinuierliche Filtration möglich. Nach jeder Filtration ist die nasse Kieselgur, die sich bei der Filtration mit Bier und Hefe anreichert, darüber hinaus fachgerecht im Sinne der Umwelt zu entsorgen.




