Ulrich Fischer, Matthias Helget, Birgit Lehr
Der in den Getränken eingesetzte Zuckersirup muss geruchs- und farblos sein. Eine international von Abfüllern anerkannte Anforderung besagt, dass die Farbe des Zuckersirups einen Wert von weniger als 35 ICUMSA-Einheiten haben muss. Zur Erklärung: Bei aus Zuckerrohr gewonnenem Rohzucker liegt dieser Wert teilweise bei über 200 ICUMSA-Einheiten.
Vor der Filtration wird der Zucker bei Temperaturen von 20 bis 90 °C gelöst, die Konzentration der Lösung reicht von 30 bis 75 °Brix. Die bei der Reinigung eingesetzte Filtrationstechnologie hängt von der Ausgangsqualität des Zuckers ab.
Zur Geschmacks- und Farbkorrektur ist eine Behandlung mit loser Aktivkohle oder eine Filtration mit aktivkohlehaltigen Filterschichten unumgänglich. Ebenfalls mit Filtrationsverfahren müssen Trübungen und Partikel beseitigt werden, besonders dann, wenn der Zuckersirup in klaren, fruchtfreien Getränken eingesetzt werden soll. Da kohlensäurehaltige Softdrinks meist nicht pasteurisiert werden und Rohzucker Mikroorganismen (Hefen, Schimmel, Bakterien) enthält, ist darüber hinaus eine keimreduzierende Filtration notwendig.
Für die Zuckeraufbereitung bietet SeitzSchenk ein breites Spektrum von Filteranlagen und -medien an. Die unterschiedlichen Geräte werden nicht nur konfektioniert hergestellt, sondern auch nach konkreten Vorgaben des Anwenders entworfen und gefertigt. In Kombination mit den gewünschten Filtermedien – dazu zählen Schichten, Module und Kerzen – erhält der Anwender eine für ihn optimierte Lösung.
Bei Rohzucker schlechter Qualität ist eine Geruchskorrektur und Farbreduktion notwendig. Hierzu wird lose, sehr fein gemahlene Aktivkohle eingesetzt. In Abhängigkeit von der Zuckerqualität liegt die eingesetzte Aktivkohlemenge zwischen 0,1 und 1,5 Gew.-%. Nach einer gewissen Zeit wird das Aktivkohlepulver durch Filtration abgetrennt. Um eine Verblockung des Filters zu verhindern, setzt man als Filterhilfsmittel Kieselgur ein. Für diesen Aufbereitungsschritt bietet SeitzSchenk die Anschwemmfilter der Baureihe ZHF-Z (Primus II) an (Abb. 1). Neben diesen Horizontalplattenfiltern können auch die Niro-Kieselgurrahmenfilter eingesetzt werden (Abb. 2). Letztere sind aus mehreren Filterpaketen, die aus einem Trubrahmen, der Filterschicht und einer Auslauf-Filterplatte bestehen, aufgebaut.
Eine Alternative zur geschilderten Vorgehensweise stellt der Einsatz der Seitz-Supradisc-SD-AKS-Filterschichten dar (Abb. 3). Diese Module verfügen über aktivkohlehaltige Filterschichten. Zu beachten ist allerdings, dass mit zunehmender Filtrationszeit der ICUMSA-Wert des Zuckersirups steigt, was auf eine Abnahme der Adsorptionskapazität der Aktivkohle zurückzuführen ist. Die Standzeit der AKS-Schichten wird im Wesentlichen von der Ausgangsqualität des Zuckers und natürlich auch von den Anforderungen an die Qualität des Zuckersirups bestimmt.




