Bernhard Peter Klosse, Rob MacKenzie
Die KWV-Kooperative wurde im Januar 1918 von südafrikanischen Weinbauern gegründet, um den Weinanbau in der Region zu fördern und die lokale Weinproduktion zu optimieren. 1997 entstand die Unternehmensgruppe KWV International, die von der firmeneigenen Produktionsgesellschaft KWV South Africa mit Weinen und Weinbränden beliefert wird. KWV in Paarl ist einer von wenigen lokalen Erzeugern dieser südafrikanischen Region Western Cape, bei denen der gesamte Prozess der Weinherstellung von der Lese bis zur Abfüllung abgedeckt wird.
Die Linie B ist eine der drei Flaschenetikettier-Linien von KWV in Paarl. Vor der Entscheidung zur Automatisierung dieser Linie wurden maximal 8000 Flaschen pro Stunde etikettiert. Da die Nachfrage nach Qualitätsweinen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen war, musste die Produktionskapazität deutlich erhöht werden.
Linie B besteht aus zwei Etikettiermaschinen: einer Maschine der Firma Kosme für selbsthaftende Etiketten sowie einer Krones-Maschine für nassklebende Etiketten. Eine wesentliche Anforderung des Modernisierungsprojektes bestand darin, einen automatisierten Linienprozess zu implementieren, der ohne Sammeltische vor den Etikettiermaschinen auskommt. Da diese Linie auch zur Herstellung anderer Produkte genutzt wird, wurde außerdem eine hohe Flexibilität angestrebt.
Die Abfüllanlage beherrscht drei verschiedene Verschlusstechniken: Kork mit Kapsel, Kork mit Wachs sowie Schraubverschluss. Die Wachsverschlusstechnik erfordert eine konstante Liniengeschwindigkeit, und zwar unabhängig von der Geschwindigkeit der Etikettiermaschinen. Im Gegensatz dazu wird bei den anderen beiden Verschlusstechniken die Geschwindigkeit ausschließlich von der Etikettiermaschine vorgegeben.
Systemintegrator Henry Jooste sieht den entscheidenden Faktor für den Erfolg des Automatisierungsprojekts in der Wahl der Maschinensteuerung S-Max – in Kombination mit dem Feldbussystem Interbus. In vorher durchgeführten Tests hatte sich gezeigt, dass nur Interbus die Herausforderungen der Applikation an die Reaktionszeiten erfüllt – in Verbindung mit der eingesetzten Maschinensteuerung S-Max von Phoenix Contact.
Die von KVW in Paarl verwendete S-Max-Version ist eine Kombination von PC-Plattform, Soft-SPS (speicherprogrammierbare Steuerung), Interbus-Feldbusmaster sowie Funktionalitäten wie Betrieb, Überwachung und Visualisierung. Alle Funktionen sind in einem einzigen Gehäuse untergebracht.




