Günter Unkrig, Andreas Waldscheck
Gegründet im Jahr 1753, zählt die Warsteiner Brauerei seit den 1960er-Jahren zu den größten deutschen Brauereien. Damals lag der Jahresausstoß bei 100 000 hl. Trotz der Erfolge auf dem deutschen Markt, expandierte das Unternehmen auch ins Ausland. „Nur so“, erklärt Cramer, „konnte sich die Warsteiner Brauerei bzw. die Warsteiner Gruppe zu dem entwickeln, was sie heute ist: Zu einem international agierenden Unternehmen. Heute erreichen wir pro Jahr Absatzzahlen von 6,2 Mio. hl Bier. Davon entfallen 2,2 Mio. hl auf das Geschäft außerhalb Deutschlands.“ Exportschlager ist seit 25 Jahren Warsteiner Premium Verum. Etwa 800 000 hl dieses Spitzenbiers gehen ins Ausland. Geliefert wird in mehr als 60 Länder, darunter Italien, die Niederlande, die USA, Großbritannien und Spanien.
Auch auf dem deutschen Markt ist Warsteiner Premium Verum das Starprodukt der Traditionsbrauerei. An der Gesamtproduktion in Warstein hält die Premium-Biermarke 95 %. Die restlichen 5 % teilen sich Biermischgetränke und Warsteiner Premium Alkoholfrei. Besonders beliebt bei den Verbrauchern sind die Warsteiner Biere in 0,33-l- und 0,5-l-Mehrweg-Longneckflaschen im 24er- bzw. 20er-Kasten. Vor diesem Hintergrund ist auch die Neuinvestition in die neue KHS-Linie zu sehen, mit der Warsteiner Premium Verum in 0,33-l-Mehrweg-Glasflaschen abgefüllt wird. Anschließend werden diese in 24er-Kästen verpackt – entweder als Einzelflaschen oder als 6er-Packs. Optional möglich ist auch die Verarbeitung von 0,5-l-Mehrwegglasflaschen im 20er-Kasten. Außerdem besteht die Möglichkeit, auf dieser Linie auch Biermischgetränke abzufüllen.
Die Linie ist an ein vorgeschaltetes Entpalettier- und Sortierzentrum angeschlossen. So gelangt bereits vorsortiertes Leergut in die Anlage. Zudem wurde die Linie direkt gegenüber einer Anfang 2005 in Betrieb gegangen KHS-Linie positioniert. Auf diese Weise lassen sich Synergieeffekte, beispielsweise beim Personaleinsatz, nutzen.
Am Anfang der Linie übernimmt ein Innopack PPZ das Auspacken der Leergutkästen. Der flexible Ein- und Auspacker ist kompakt gebaut und lässt sich gut in die Gesamtanlage integrieren. Gestaltet ist das System gemäß des KHS-Trockenteil-Modulkonzepts. Das bedeutet: Die Steuerung der Anlage erfolgt über einen PC, wobei die steuerungstechnischen Informationen mithilfe moderner Bustechnik zu allen Anlagenkomponenten geleitet werden. Außerdem ermöglichen Servomotoren kurze Taktzeiten und hohe Leistung bei hoher Positioniergenauigkeit. Bewegungen werden über wartungsarme und leise Zahnriemen realisiert.
Um einen kontinuierlichen Produktfluss durch die Linie zu gewährleisten, befinden sich zwischen den einzelnen Linienkomponenten Puffersysteme, so auch zwischen Auspacker und Flaschenreinigungsma-schine. Die Puffersysteme minimieren die Transportfläche und ermöglichen eine platzsparende Auslegung der Gesamtanlage.




