Autor Jörg Niermann Bereichsleiter Marketing, Nord Drivesystems
Grundsätzlich ist Fördertechnik in so gut wie allen Prozessanlagen anzutreffen, jedoch in vielerlei Gestalt und mit verschiedensten Aufgaben. Auch die Antriebslösungen für so unterschiedliche Systeme müssen daher manchmal schlichte, manchmal sehr anspruchsvolle Anforderungen erfüllen. Nord liefert für das gesamte Spektrum an Förderanwendungen aus einer Hand komplette Antriebseinheiten mit Getriebe, einem Motor der erforderlichen Energieeffizienzklasse sowie Antriebselektronik mit Funktionalität nach Bedarf.
Bei dezentralen Antriebslösungen von Nord ist es möglich, auch in komplexen Förderanlagen mit nur wenigen Getriebevarianten auszukommen. Zur Projektierung individueller, wartungsarmer Antriebslösungen steht ein sehr vielfältiger Getriebebaukasten zur Verfügung. Basis wirtschaftlicher Antriebssysteme für Förderanlagen sind effiziente zweistufige Kegelstirnradgetriebe aus Aluminium, die in fünf Baugrößen mit Drehmomenten von 90 bis 660 Nm erhältlich sind. Sie halten dank vergrößerter Abtriebswellenlagerung auch besonders starken Axial- und Radialkräften stand. Eine breite Übersetzungspalette (i = 3,58 bis 70) ermöglicht eine optimale Anpassung an den jeweiligen Bedarf. Nord stellt diesen Getrieben effiziente Motoren zur Seite, die das Dreifache ihres Nenndrehmoments über einen breiten Drehzahlbereich erbringen können. So sind sowohl Normallast als auch Lastspitzen abgedeckt – es ist deshalb nicht erforderlich, diverse Antriebssysteme mit zahlreichen unterschiedlichen Übersetzungen zu verwenden. Motoren aller Effizienzklassen gemäß den globalen Standards werden zudem weitestgehend in identischen Baugrößen gefertigt. Beim Umstieg von einer Klasse auf die andere sind also in der Regel keine konstruktiven Anpassungen am Maschinenbett erforderlich. Bis auf den Anschluss, der auf Wunsch mit Steckverbindern erfolgen kann, entsteht bei Komplettlieferung vorverdrahteter dezentraler Systeme keinerlei Montageaufwand. Der Einsatz der Antriebssysteme ist an Versorgungsnetzen aller üblichen Standards weltweit möglich.
Besonders die konkreten Regelungsanforderungen unterscheiden sich von Fall zu Fall bei Förderantrieben stark. Nord stellt deshalb ein differenziertes Sortiment an Elektronik bereit: Es reicht von dezentralen Motorstartern mit Schutzfunktion über kompakte, gezielt auf Basisfunktionen konzentrierte Frequenzumrichter bis zu besonders flexiblen Umrichtermodellen. Letztere bieten zum Beispiel auch Positionier- und Sicherheitsfunktionen. Zum Betrieb horizontaler Förderer in gleichbleibender Geschwindigkeit genügt es, kompakte Getriebemotoren mit motorintegrierten elektronischen Startern zu kombinieren. Auch für Kurvenförderbänder reicht diese Lösung aus. Die Motorstarter sollten eine Sanftanlauffunktion bieten, um den Einschaltstrom zu verringern und die Mechanik vor abrupten starken Belastungen zu schützen. Insbesondere bei Hochwirkungsgradmotoren mindert dies die Beanspruchung der Verzahnung. Außerdem sollte eine Überlastsicherung vorhanden sein. Reversierstarter können bei Bedarf die Flexibilität an horizontalen Bändern erhöhen. Für diese Anwendungszwecke liefert Nord mit dem Motorstarter SK 135E einen elektronischen, verschleißfreien Schalter, der Sanftanlauf und Reversierfunktion für Motoren von 0,25 bis 7,5 kW umsetzt. Er kann direkt auf dem Klemmenkasten oder in Motornähe montiert werden. Für ein höheres Losbrechdrehmoment ist es möglich, über DIP-Schalter eine Boost-Spannung einzustellen. Umfangreiche integrierte Schutzmechanismen für Netz (Strombegrenzung), Gerät (Über- und Unterspannungsschutz), Motor (PTC/I²t, Motorphasen) und Anlage (Momentbegrenzung, Überlast) sparen in der Peripherie Kosten für Motorschutzschalter, Wendeschützschalter und Bremsgleichrichter sowie Kabel zum Kaltleiteranschluss und für die Bremsenansteuerung.




