Ob man in den USA Bier trinkt, in Polen, China oder Kolumbien, in Hamburg oder Bayern: Überall bestehen gute Chancen, dass das Bier in Anlagen von Huppmann gebraut wurde. Denn das in Kitzingen bei Würzburg beheimatete Unternehmen, das seit April 2006 zur GEA Group gehört, rüstet weltweit Brauereien mit modernster Sudhaustechnik aus.
Ein Unternehmen, das sich im weltweiten Wettbewerb durchsetzt, muss durch Innovationen überzeugen. Das hat Huppmann immer wieder getan – zum Beispiel mit dem Jetstar-System, das ein schonendes Kochen der Würze bei kürzeren Kochzeiten und deutlich geringerem Energieverbrauch erlaubt. Auch der Lauterstar mit MLM, der eine besonders schnelle und effiziente Läuterung ermöglicht, wird weltweit von vielen Brauereien eingesetzt. Gleiches gilt für das Millstar-Schrotsystem, das bereits über 350 Mal verkauft wurde.
Die großvolumigen Behälter im Sudhaus, die Füllvolumina bis zu 100 m3 aufweisen, sind teilweise mit Rührwerken ausgestattet. Immer aber können sie automatisiert mit Laugen und Säuren gereinigt werden. Das erzeugt beim Personal, das die Behälter von innen inspizieren muss, unter Umständen ein ungutes Gefühl. Sie fragen sich, ob das Rührwerk wirklich stillgesetzt ist und die CIP-Ventile auch während der Inspektion geschlossen bleiben.
Bei konventionellen Sicherheitslösungen werden die Rührwerks- und Stellantriebe der Ventile über einen Schlüsselschalter und Not-Aus-Relais mit nachgeschalteten Schützen abgeschaltet. Die Schutzeinrichtungen entsprechen der Steuerungskategorie 3 nach EN 954-1. Ferner entspricht dieses Konzept den Anforderungen der Maschinensicherheit. Obwohl es sich in einer Vielzahl von Anwendungen bewährt hat, bleibt eine letzte Ungewissheit. „Denn“, so Josef Makowski, Projektleiter für die Hardwareprojektierung bei Huppmann, „die sicherheitsgerichtete Steuerung erhält keine Rückmeldung von den Antrieben. Das heißt: Die Frage, ob die Antriebe tatsächlich abgeschaltet sind, kann nicht mit letzter Sicherheit bejaht werden. Und genau diese Sicherheitslücke galt es zu schließen.“
Von Anfang an stand fest, dass die Rückmeldungen von den Antrieben und Klappen („Aus“/„Geschlossen“) die Bedingung für das Schalten auf den Zustand „Behälter sicher“ sein müssen. Die Frage war, mit welchen Sicherheitsschaltgeräten sich ein solches Konzept verwirklichen lässt. Bei der Suche nach geeigneten Schaltgeräten, stieß Makowski auf die verriegelbaren Schlüsselwahlschalter-Kombinationen, die zum Schlüsseltransfersystem von Elan Schaltelemente gehören.
Die Schlüsselwahlschalter-Kombinationen setzen sich aus einem Schlüsselschalter mit Verriegelungseinheit, einem Druckschalter und einer Meldeleuchte zusammen. Sie sind ein entscheidendes Element in dem von Huppmann entwickelten Sicherheitskonzept für die Behälterinspektion. Wenn ein Behälter inspiziert werden soll, betätigt das Personal zunächst den Drucktaster. Dieser Taster veranlasst über die SPS das Abschalten aller sicherheitsrelevanten Antriebe sowie das Schließen der Ventile und Klappen für die Produktzufuhr und die CIP-Reinigung.




