Romina Mineralbrunnen aus Reutlingen setzt bei der Abfüllung seiner Mineralwasser EiszeitQuell und SilberBrunnen auf Stickstoff statt Kohlendioxid als Inertgas. Den Stickstoff produziert das Unternehmen selbst und reduziert damit seine Abhängigkeit von externen Gaslieferungen und den schwankenden Marktpreisen für Kohlendioxid. Bei der Umsetzung der Stickstoffeigenproduktion unterstützte Druckluft- und Pneumatikspezialist Mader in Zusammenarbeit mit Kompressorenhersteller Almig.
Habt ihr eigentlich auch Stickstoffgeneratoren im Angebot? Mit dieser Frage brachte Geschäftsführer Stefan Gugel seinen Gegenüber Armin Salzmann, Gebietsverkaufsleiter beim Kompressorenhersteller Almig, kurzzeitig aus dem Konzept. „Wir selbst haben keine Stickstoffgeneratoren im Angebot, aber mir fiel gleich Mader ein“, erinnert sich Salzmann. „Mit dem Unternehmen arbeiten wir schon längere Zeit vertrauensvoll zusammen und ich wusste, dass sie neben ihrer Expertise im Bereich Druckluft auch schon eine Reihe von Projekten im Bereich Stickstoffeigenerzeugung umgesetzt haben.“ Der Kontakt war schnell hergestellt und dank Unterstützung aus der Unternehmensführung nahm das Projekt „Stickstoff“ schnell an Fahrt auf. „Stefan Gugel ist ein Visionär. Er hat nach Möglichkeiten gesucht, sich von den erheblichen Preissteigerungen für Kohlendioxid unabhängiger zu machen und gleichzeitig die Produktqualität unseres Mineralwassers zu optimieren“, berichtet Markus Brzank beim Vor-Ort-Termin. Der stellvertretende Instandhaltungsleiter erläutert die Herausforderungen bei der Abfüllung des wertvollen Mineralwassers, das aus 400 m Tiefe gefördert und nach Aussage des Unternehmens „heute noch so rein wie vor 10 000 Jahren ist“: „Vor der Abfüllung in Flaschen wird unser Mineralwasser in 15 Tanks mit insgesamt 1,5 Mio. l Inhalt zwischengelagert. So können wir unabhängig von der Nachfrage eine gleichbleibende Entnahmemenge ohne große Schwankungen gewährleisten.“ Um das Wasser vor externen Einflüssen zu schützen, insbesondere vor Oxidation, ist die Inertisierung ein gängiges Verfahren. Dafür werden Inertgase eingesetzt, die chemisch wenig reaktiv sind und Sauerstoff aus den Behältern verdrängen. „In der Vergangenheit haben wir dafür Kohlendioxid verwendet“, erzählt Markus Brzank.
Trio zieht an einem Strang
Für die Umsetzung des Vorhabens, Kohlendioxid durch Stickstoff zu ersetzen, arbeiteten die drei Unternehmen intensiv zusammen. Almig lieferte die passende ölfreie Druckluftstation, die einerseits die notwendige Menge an komprimierter Luft für die Stickstofferzeugung liefert und andererseits für den regulären Betrieb von Druckluftanwendungen eingesetzt wird. Mader übernahm die Verrohrung der Kompressorstation und die Auslegung und Installation des Stickstoffgenerators inklusive Speicherbehälter sowie Montage der Edelstahl-Stickstoffleitungen. Romina Mineralbrunnen befasste sich mit dem Aufbau einer Fallback-Lösung, die weiterhin Kohlendioxid als Inertgas vorsieht. „Die Fallback-Lösung war uns wichtig, sodass wir in jedem Fall produzieren können, auch wenn die Stickstoffeigenerzeugung mal nicht funktioniert oder z. B. aus Wartungsgründen pausiert werden muss“, berichtet Markus Brzank.




