Das Heißwasser stammt aus einem von den Murauer Stadtwerken im Jahr 2011 neu gebauten Biomasse-Heizkraftwerk, das ausschließlich mit Holz aus der Region beheizt wird. Dass die Brauerei diese Wärme auch im Sudhaus nutzen kann, dafür hat Krones mit dem Umbau auf das Equitherm-System gesorgt. Dabei wird die gesamte Energie, die zum Maischen benötigt wird, vom Würzekühlprozess bereitgestellt. Die Genossenschaftsbrauerei produziert ihr Bier zu 100 % mit Wärme aus dem Biomasse-Heizkraftwerk der Murauer Stadtwerke. Die Ergebnisse eines aktuellen energietechnischen Gutachtens nach Abschluss des Umbaus zeigen: Die Maßnahmen zur energetischen Umrüstung haben sich als sehr wirkungsvoll erwiesen.
Für die Brauerei war es ein großes Anliegen, den traditionellen Charakter des vorhandenen Sudhauses zu erhalten, daher integrierte Krones die moderne Technik in die bereits bestehenden Kupferhauben. Die Maischgefäße und der wesentliche Teil der Würzekocheinrichtung wurden auf neuste Steinecker-Technologie umgerüstet, ebenso wurde der bestehende Würzekühler um das Equitherm-System erweitert. Die zwei Maischbottichpfannen wurden auf das energiesparende Shakesbeer-Eco-Plus-System umgebaut. Zugleich installierte Krones je einen neuen Vormaischer, passend zu den Kupferhauben.
Zunächst tauschte man die beiden dampfbeheizten Maischgefäße gegen den Maischbottich Shakesbeer-Eco-Plus aus. Die Heizenergie dafür stammt aus der ersten Stufe des Würzekühlers Equitherm, bei der pro Sud ca. 300 kWh Wärme auf hohem Temperaturniveau entzogen werden. Durch das Equitherm-System wird in einer ersten Stufe des Würzekühlers Energiespeicherwasser auf 95 °C erhitzt. Die Heißwürze erfährt in dieser zusätzlichen Stufe eine Vorkühlung von 98 °C auf minimal 83 °C. Die Energie wird in dem neu installierten Energiedruckspeicher zwischengespeichert. Der Würzekühler wird nun mit einer Brauwassertemperatur von 6 °C statt wie früher 3 bis 4 °C versorgt. Durch die Temperaturerhöhung ergibt sich nun zusätzlich eine Einsparung an Kälteenergie und damit auch an Strom, der zum Antrieb des Kältekompressors genutzt wird. Um die gewünschte Anstelltemperatur zu erreichen, wird nun mehr Brauwasser durch den Würzekühler gefördert. Damit kann das fehlende warme Brauwasser durch die Entnahme für Heizzwecke in etwa ausgeglichen werden.
In der Vergangenheit wurde die Würze mittels Frischdampf über eine erste Stufe des Außenkochers aufgeheizt. Heute ist ein Läuterwürzeerhitzer installiert, in dem die Würze auf Kochtemperatur gebracht wird.
Die Würzekochung erfolgt wie zuvor über einen Außenkocher, der von einem mechanischen Brüdenverdichter versorgt wird. Die Würzepfanne ist jetzt auf das Stromboli-Würzekochsystem umgerüstet und mit zusätzlichen Wärmetauscherflächen ausgestattet. Vor dem Umbau war die Ankochphase für den mechanischen Brüdenverdichter ein kritischer Prozess. Die Versorgung erfolgte mit Frischdampf. Der Außenkocher wurde so umgebaut, dass er heute mit Heizwasser ( 115 °C) betrieben werden kann. Nach erfolgtem Ankochen über die erste Außenkocherstufe wird die zweite Stufe mit komprimiertem Brüdendampf beaufschlagt. Eine Heizmitteltemperatur von 115 °C wird zum Ankochen der Würze und zum Aufheizen der Teilmaische beim Dekoktionsverfahren benötigt. Alle anderen Verbraucher werden mit 105 °C oder einer niedrigeren Temperatur versorgt.




