Dr.-Ing. Hannjörg Wagner
Da ein Molch nicht nur verdrängen sondern auch absperren kann, kommt bei der Zweimolchtechnik von Runne Molchtechnik die Versorgungsleitung ohne Durchgangsventile aus. Bild 1a zeigt ein Tanklager mit n Tanks und einer Versorgungsleitung in Bereitschaft. Die gesamte Leitung ist mit Wasser geflutet (grün) und beide Molche befinden sich in der Sendestation. In Bild 1b wird der Tank x befüllt. Das Produkt (orange) schiebt Molch 1 bis zum angewählten T-Stück, der dabei das Flutwasser aus der Leitung verdrängt. Durch Stoppen des Wasserablaufes wird Molch 1 hinter dem T-Stück positioniert, wo er den nachgeschalteten Leitungsabschnitt verschließt. Am Ende der Tankbefüllung wird der Leitungsinhalt in den angewählten Tank x geschoben (Bild 1c). Molch 2 wird mit Wasser angetrieben und fährt auf den ersten Verschlussmolch auf. Das Produkt wird zu 100 % eingelagert. Anschließend wird der Molchverbund mit Wasser zur Sendestation zurückgeschickt. Die Leitung ist wieder komplett geflutet.
Die Tankentnahme funktioniert ähnlich: Im ersten Schritt wird der Molchverbund durch eine reine Wasserfahrt am T-Stück des angewählten Tanks x positioniert. Das Treibwasser strömt über den Sender zu, das verdrängte Flutwasser tritt am Ende der Versorgungsleitung aus. Anschließend wird Produkt aus Tank x entnommen. Molch 2 wird vom Produkt angetrieben und verdrängt das Flutwasser aus der Entnahmeleitung. Molch 1 versperrt den nachgeschalteten Leitungsabschnitt. Am Ende der Tankentnahme wird der Leitungsinhalt zur Entnahmestelle ausgeschoben. Molch 1 wird rückwärts mit Wasser geschoben und unmittelbar vor der Entnahmestelle mechanisch gestoppt. Das Produkt wird wieder zu 100 % umgefüllt. Mit dem Stoppen des Molches ist der Bereitschaftszustand erreicht (beide Molche im Sender, Leitung geflutet).
Dieses Konzept bietet eine Reihe von Vorteilen: Das Produkt wird nahezu 100%-ig umgefüllt und ist in jedem Schritt zwischen den Molchen eingekapselt. Es kommt daher mit Luft nicht in Kontakt und eine Oxidation ist ausgeschlossen. Des Weiteren treten keine Mischphasen Wasser/Produkt bzw. Produkt/Folgeprodukt auf. Durch das Treiben mit Frischwasser ist die Leitung stets gespült. Weiterhin ist die Leitung frei von Durchgangsventilen, da der Molch nachgeschaltete Rohrabschnitte versperrt. Gleichzeitig wird die Abwasserfracht deutlich vermindert.
Grundsätzlich ist es möglich, das Flutwasser über einen Pufferbehälter im Kreislauf zu fahren. Aus hygienischen Gründen wird jedoch die Anlage mit Frischwasser betrieben. So ist sichergestellt, dass nicht nur die Leitung sondern auch die Molche gut gespült sind. Bei einer weitergehenden CIP-Reinigung werden die Molche in den erweiterten Endkammern inline behandelt.




