Auch Maschinen werden älter. Die gute Nachricht: Dagegen lässt sich etwas unternehmen, das weit über Kosmetik hinausgeht. So brachte der Maschinenhersteller Optima die 15 Jahre alte Abfüllanlage FRK des Getränkepulverherstellers Milcafea durch umfassende Elektronik- und Software-Updates wieder auf den aktuellen Stand der Technik. Die Herausforderung: Das Projekt musste unter Zeitdruck realisiert werden, da die Lieferfähigkeit der Produkte wesentlich von der Anlage abhängt.
Seit über 15 Jahren dosiert die Optima FRK lösliche Kaffeespezialitäten bei Milcafea am Standort Rathenow. Doch obwohl die Maschine noch zuverlässig läuft, sieht der Getränkepulverhersteller massive Probleme auf sich zukommen. Der Grund: Zulieferer von Elektronikbauteilen stoppen in Kürze die Produktion verschiedener Komponenten. Und die reduzierten Lagerbestände bei dem Maschinenbauer Optima werden schon mittelfristig keine sichere Versorgung mehr gewährleisten können. Also entschied sich Milcafea dafür, die Elektronik und Software der Maschine von Optima auf den neuesten Stand der Technik bringen zu lassen.
Umfassende Modernisierung
Als erstes knöpften sich die Retrofitspezialisten den Schaltschrank vor. Die Anlage stammt noch aus der Zeit, als diese groß und mächtig waren und neben der Anlage viel Platz beanspruchten. Die Idee: Der heute viel schlankere Schaltschrank könnte in ein Technikgeschoss unterhalb der Produktionsebene verlagert werden.
Insgesamt wurde die Elektrik modern verschlankt. Mit dem Platzgewinn profitiert das abfüllende Unternehmen auf der Produktionsebene nun von deutlich verbesserten Hygieneeigenschaften. Kaffeepulver, das immer leicht in die Anlage streut, kann sich nun nicht mehr bis beispielsweise unter den Schaltschrank verbreiten. Die Maschinenumgebung ist viel einfacher zu reinigen als noch zuvor. Das Elektro-Update wurde zudem auf eine Produktzuführung oberhalb der FRK ausgedehnt. Diese stammt aus dem gleichen Baujahr, war jedoch nicht von Optima. Im Rahmen des Upgrades wurde die Steuerung dieser Maschine auf das HMI der Anlage ausgelagert. Die Bedienung der Gesamtanlage ist nun deutlich vereinfacht. Es ist nur noch ein HMI zu bedienen. So muss das Personal nicht mehr zwei unterschiedlich aufgebaute Steuerungen verinnerlichen. Das Gesamtmenü folgt einer einheitlichen Logik. Gleichzeitig wurde mit der neuen Steuerung ein gleichmäßigerer Produktfluss erzielt. Die Füllgenauigkeit, mit der der Anwender schon zuvor sehr zufrieden war, hat sich nochmals verbessert.
Dritter wesentlicher Vorteil nach dem Umbau ist nun der Servicezugang per Fernzugriff. Bei Störungen der Anlage kann der Betreiber dem Optima-Service direkten Zugang zur Maschinensteuerung gewähren. Die Chance ist sehr groß, dass bei einer Störung künftig kein Servicepersonal mehr anreisen muss und Optima Fehler aus der Ferne beheben kann. Mit den Maßnahmen steigt die Gesamtanlageneffizienz: kurzfristig bei Maschinenstörungen und mittel- bis langfristig bei allen notwendigen Elektrokomponenten, die zu ersetzen wären. Ein auftretender Defekt ist immer ärgerlich, doch die Konsequenzen wären ab sofort bei Milcafea wieder überschaubar. Die Lieferfähigkeit ist abgesichert. Elektrik und Software befinden sich auf dem Stand einer von Optima im Jahr 2017 ausgelieferten Maschine.




