Bei der Weinbergmaier GmbH in Wien verpacken Sissi und Franz – so haben die Mitarbeiter die beiden Roboter benannt – in enger Zusammenarbeit und im 1,5-Sekunden-Takt hochwertigen Strudelteig. Zu den Besonderheiten der vollautomatisierten und hygienegerechten Verpackung gehören die hängende Anordnung der Sechsachser und der Verzicht auf einen Schutzzaun.
Das erste heute bekannte Strudelrezept wurde 1696 in Wien veröffentlicht. Hier, in der „Hauptstadt der Mehlspeisen“, genauer gesagt im 22. Bezirk, befindet sich seit Jahrzehnten die Weinbergmaier GmbH, die seit 2018 Teil der zum Raiffeisenverbund gehörenden Vivatis-Holding ist. Das Unternehmen stellt dort auf drei Produktionslinien gezogenen Strudelteig der Marke Toni Kaiser her. Betriebsleiter Peter Baumüller: „Mit einer Tagesproduktion unseres Wiener Strudelteigs könnten wir ein Fußballfeld komplett belegen und die Jahresproduktion würde, in Reihe gelegt, eine Strecke von 800 Kilometern ergeben.“
Roboter für die Sekundärverpackung
Das maschinelle Ausziehen des Teigs stellt sehr hohe Anforderungen an den Maschinenbau, denn reißen darf der hauchdünne Teig nicht. Die hoch spezialisierten Produktionsanlagen sind bereits seit rund 50 Jahren im Einsatz und werden von der Instandhaltungsmannschaft mit großem Engagement gewartet und stets in optimalem Zustand gehalten.
„Diese Anlagen produzieren Strudelteig in bester Konditorenqualität. In einer derart soliden Ausführung könnten wir die Maschinen heute nicht mehr bekommen. Deshalb hüten wir sie wie unseren Augapfel“, verrät Baumüller. Das Festhalten an Bewährtem heißt aber bei Weinbergmaier nicht, dass Innovation auf der Strecke bleibt. Ganz im Gegenteil: Kürzlich hat das Unternehmen diejenige Linie, die breiten Strudelteig für die Gastronomie erzeugt, um eine neue Endverpackungsstation mit zwei leistungsstarken Robotern der TX2-Sechsachsbaureihe von Stäubli erweitert.
Die Sekundärverpackungsstation packt jeweils vier in Folie verpackte Gebinde mit zwei Blättern á 125 g Gewicht in einen Karton. Die Packungseinheiten erreichen – mit 6 °C aus dem Kühler kommend – die Station, werden auf einem Zuführband lagerichtig ausgerichtet und in den Arbeitsbereich des Roboters gefördert. Hier greift Sissi, ein Stäubli Robotersystem vom Typ TX2-60, mit ihrem schaufelförmigen Greifer jeweils vier folienverpackte Einheiten ab.
Währenddessen ist der zweite Roboter mit der Vorbereitung des Kartons beschäftigt. Bei Franz handelt es sich um einen TX2-60L, er ist also dank eines längeren Arms etwas größer als Sissi. Der Sechsachser ist mit einem Vakuumgreifer ausgestattet, mit dem er einen Karton aus einem Magazin entnimmt und diesen quasi im Vorbeiflug an vier Leimdüsen entlangführt und anschließend in eine Negativform drückt – fertig ist die Umverpackung.




