Bei der Herstellung von Direktsaft sorgen Bandpressen dafür, die in der Frucht enthaltenen wertvollen Inhaltsstoffe quantitativ und schonend für den Saft zu gewinnen. Flottweg hat an seiner Bandpresse mehrere konstruktive Maßnahmen ergriffen, um eine möglichst zügige Verarbeitung zu gewährleisten.
Der Direktsaft, auch Muttersaft genannt, ist ein Fruchtsaft, der nach dem Pressen im Idealfall sofort abgefüllt wird. Dabei wird zwischen blankem und naturtrübem Saft unterschieden. Bei der Herstellung kommt es vor allem darauf an, die in der Frucht enthaltenen wertvollen Inhaltsstoffe quantitativ und schonend für den Saft zu gewinnen. Als Beispiele hierfür gelten Orangen- oder der in
unseren Breiten klassische Apfelsaft.
Aufgrund eines veränderten Verbraucherverhaltens steigt der Konsum von Direktsaft
kontinuierlich. Nichtsdestotrotz stehen die Hersteller von Direktsäften permanent unter einem hohen Kostendruck, da die Verarbeitungskosten steigen und auch die Preise für die Rohware variieren. Gleichzeitig ist das klassische Apfelsaftkonzentrat immer wieder Preisschwankungen unterlegen, was eine
kontinuierliche Kostenanalyse unabdingbar macht. Die Auswahl eines kosteneffizienten Presssystems, das zugleich qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielt, ist daher von
großer Bedeutung.
Der Prozess im Detail
Zur Herstellung von Direktsäften werden zunächst Hammermühlen oder Rätzmühlen für die Kernobstverarbeitung eingesetzt. Diese Mahlsysteme haben sich über die Jahre – hinsichtlich ihrer einfachen Handhabung und
Robustheit im täglichen Gebrauch – bewährt. Um oxidativen Veränderungen in der Maische entgegenzuwirken, ist eine möglichst zügige Verarbeitung notwendig. So sollte auch die Standzeit im Maischetank kurz sein. Um die Maischeoxidation zu minimieren, wird in der Regel Vitamin C im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen zugegeben. Aufgrund der in der Frucht vorhandenen pektolytisch wirkenden Enzyme kommt es während des Pressens zu Abbaureaktionen, die sich negativ auf die Trubstabilität auswirken.
Um diesen Herausforderungen entgegenzu wirken, wurden an der Flottweg-Bandpresse mehrere konstruktive Maßnahmen ergriffen. So lässt sich zum Beispiel die Maischestandzeit durch kurze Leitungswege zwischen Mühle und Presse reduzieren, was in der Regel bei kleinen und mittleren Anlagen besonders gut gelingt. Die Maische wird durch ein spezielles Aufgabesystem gleichmäßig auf dem unteren Band verteilt. Durch die sogenannte Keilzone wird besonders schonend ein Großteil des frei abfließenden Saftes gewonnen und gleichzeitig ein stabiler Presskuchen geformt.
Beidseitiger Saftabfluss
Die erste Walze in der Presszone ermöglicht durch L-förmige Bauweise einen schnellen Saftabfluss nach beiden Seiten. Weitere Presswalzen sorgen durch Zunahme von Druck- und Scherkräften für eine hohe wirtschaftliche Verwertung der eingesetzten Maische. So sind auch ohne den Einsatz von Maischeenzymen Ausbeuten von bis zu 84 Gewichtsprozent bei der einstufigen Kernobstverarbeitung realisierbar. Der Trester wird in der Regel getrocknet und beispielsweise von der Pektinindustrie verwertet. Die kontinuierliche Reinigung der Siebbänder erfolgt direkt in der sogenannten Reinigungszone innerhalb der Maschine. Dabei kommen spezielle Düsenrohre zum Einsatz, bei denen das Waschwasser unter Hochdruck kontinuierlich Trubpartikel aus den Bändern entfernt.




