Bei pastösen, feststoffbeladenen und schersensitiven Produkten stoßen herkömmliche Dosiersysteme, wie z. B. Kolbendosierer, oft an ihre Grenzen. Viele Produkte der Lebensmittelindustrie müssen schonend gefördert oder dosiert werden, um eine Beschädigung der Struktur und Textur oder eine Separierung von festen Bestandteilen zu vermeiden. Derartige Beschädigungen treten jedoch bei klassischen Dosiersystemen relativ häufig auf. Durch hohe Schubspannungen während des Aufziehens und Leerdrückens des Kolbens wird die Struktur irreversibel geschädigt. Beispiele für Produkte, die hierbei Schaden nehmen können, sind Joghurt und Maskara. Beide verändern durch Scherung während des Abfüllprozesses ihre strukturellen Eigenschaften.
Dosierpumpen von Viscotec, die nach dem Endloskolbenprinzip arbeiten, bieten hier die passende Lösung. Diese Technologie ermöglicht eine schonende Abfüllung, gepaart mit einer hochgenauen Dosierung.
Kernstück jeder Anwendung ist eine volumetrisch fördernde Dosierpumpe nach dem Prinzip von Moineau. Das Zusammenspiel eines sich exzentrisch bewegenden Rotors und eines den Anwendungsbedingungen angepassten Stators ergibt eine Förder- und Dosiercharakteristik, die einem sich endlos bewegenden Kolben gleichkommt. Voneinander abgeschlossene und in sich im Volumen konstante Kammern werden kontinuierlich und nahezu ohne Scherbeanspruchung axial von der Saug- zur Druckseite der Dosiereinheit bewegt. Alle in diesen Kammern eingeschlossenen Partikel und Feststoffe werden somit ohne Scherung und Quetschung im Medium mit dem Medium transportiert. Durch die kontinuierliche Arbeitsweise ist es möglich, auf einen Aufziehhub zu verzichten.
Aufgrund der beschriebenen Geometrie wird drehwinkelproportional pro Umdrehung immer ein konstantes Volumen gefördert. Die Förderrichtung ist durch Umkehr der Drehrichtung reversibel. Das Fördervolumen ist über die Winkelgerade eindeutig definiert; die gewünschte Dosiermenge kann somit rein über die Anzahl der Pumpenumdrehungen vorgegeben werden. Verschiedene Abfüllvolumina lassen sich mit ein und derselben Pumpengröße in einem kontinuierlichen Vorgang erreichen. Kostspielige Stillstandzeiten für die Umrüstung des Dosiersystems bei der Gebindeumstellung können ebenso vermieden werden wie ein durch Umrüsten bedingter Verlust von oft teurem Produkt.
Gegen Ende der Dosierung wird durch einen kurzen Rückwärtslauf das Medium in die Kammern des Dosierers zurückgezogen. Hierdurch lässt sich ein definierter Abriss des Medium- fadens erreichen und eine hochgenaue Produktdosierung erzielen. Aufgrund der abgeschlossenen Kammern fungiert das Viscotec-System als Dosierer und Ventil in einem. Steht die Anlage still, sind Saug- und Druckleitung durch das dichte Rotor-Stator-System abgesperrt. Dadurch kann man bei vielen Anwendungen auf Abfüll- und Dosierventile völlig verzichten.




