Daniel Walldorf
Die Carlsberg-Brauerei wurde 1847 in Dänemark gegründet und ist heute der viertgrößte Brauereikonzern der Welt. Mehr als 45 000 Menschen arbeiten für die internationale Carlsberg-Gruppe. 114 Mio. Flaschen Bier werden täglich in mehr als 150 Märkten weltweit verkauft. In Dänemark vertreibt die Brauerei vor allem die Marken Carlsberg und Tuborg, in Deutschland ist sie mit Markenbieren der Holsten-Gruppe und der Lübzer-Brauerei vertreten. 2008 lagerte das Unternehmen die Produktionsanlagen vom Hauptsitz in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen nach Fredericia aus, um sie dort in einem großen Produktions- und Distributionszentrum zusammenzufassen. Dort werden pro Jahr etwa 2 Mio. hl Bier hergestellt und abgefüllt.
In der Bierabfüllung sind sechs Abfüllmaschinen dafür zuständig, das Bier in 0,33-l-Flaschen oder in Dosen mit 0,33 bzw. 0,5 l zu füllen. Auf jeder dieser Maschinen befindet sich ein rotierender Trommelbehälter mit einem Fassungsvermögen von 300 l, aus dem das Bier über die Füllventile in die Flaschen läuft. Ein Flaschenabfüller hat 104 Füllventile, über die ca. 700 bis 800 Flaschen in der Minute befüllt werden, das sind etwa 50 000 Flaschen pro Stunde.
Der Dosenabfüller arbeitet nach dem gleichen Prinzip, jedoch hat er 130 Füllventile und befüllt entsprechend mehr Dosen. Die Produktion läuft bei Carlsberg rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb und wird nur zu Reinigungszwecken unterbrochen.
2009 suchte Carlsberg für die Trommelbehälter auf den Abfüllmaschinen nach einem neuen Füllstandmesssystem, da die zuvor installierte Lösung, ein kapazitives Messsystem mit einer schon etwas älteren Elektronik, zu empfindlich in der Umgebung mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit reagierte und zum Teil zu ungenauen Messungen führte. Das bei dieser Messmethode als Frequenz erzeugte Ausgangssignal musste zudem erst über einen integrierten Konverter in ein 4…20-mA-Signal umgewandelt werden, das für eine kontinuierliche Füllstandsmessung erforderlich ist. Außerdem war das System sehr schwierig zu warten. Ersatzteile waren teuer und auch schwer zu bekommen.
Die neue Lösung für die Füllstandmessung musste vor allem sehr genau arbeiten. Da Carlsberg bereits in vielen anderen Bereichen Sensoren von Baumer zur Druck- und Temperaturmessung einsetzt, hat sich die Brauerei auch bei der Füllstandsmessung in der Abfüllanlage für diesen Hersteller entschieden.
Testweise wurde zunächst bei einer Abfüllmaschine der kontinuierliche Füllstandmesser LSP 050 installiert, der Füllstände von Flüssigkeiten mit einer fest angebauten 300 mm langen Stabsonde erfasst und in ein 4…20-mA-Signal umwandelt. Im Vergleich zur alten Lösung vereinfacht die direkte Umwandlung der Messung in ein lineares Ausgangssignal von 4…20 mA die Füllstandsmessung erheblich. Mit einer Genauigkeit von 0,5 % vom gewählten Messbereich erfüllt der Sensor darüber hinaus auch die hohen Kundenanforderungen an die Genauigkeit.




