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    Getränkeindustrie

    Sicherheit durch lückenlose Kontrolle

    In der Chemie- und Lebensmittelindustrie sind beim Abfüllen und Dosieren von Grund- und Zusatzstoffen höchste Genauigkeit, Zuverlässigkeit und absolute
    Veröffentlicht
    09. Mai 2006
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Getränkeindustrie

    Um Produktions- bzw. Abfüllverfahren zu vereinfachen sowie Bedienfehler möglichst ganz auszuschließen, hat Bizerba das mehrplatzfähige Rezepturprogramm WinCIS entwickelt. Das Softwaretool WinCIS verfügt über eine grafische Oberfläche, Windows-Client/Server-Architektur und lässt sich durch flexible Konfigurationsmöglichkeiten an kundenspezifische Anforderungen anpassen. Sein Grundprogramm bietet Datenbanken für Material, Basisrezepte, Hinweise und Aufträge zum Rezeptieren und Handdosieren von Feststoffen, Flüssigkeiten und Stückartikeln. WinCIS ist ein vollständig autonom arbeitendes System mit eigener Stammdatenverwaltung, einer zentralen Rezepturverwaltung, einer eigenen zentralen Wareneingangskontrolle und einer zentralen Verwaltung von Arbeitsschritten. Auch Reinsträume, wie sie in der chemischen und pharmazeutischen Industrie an vielen Stellen üblich sind, stellen kein Problem dar, da alle Bizerba-Wägetechnikkomponenten in GLP-gerechter Niro-Ausführung zur Verfügung stehen. Als Waagenmanagementsystem vernetzt WinCIS die einzelnen Wägeplätze entsprechend dem Materialfluss. Sowohl das Universalauswerteterminal ITU als auch der robuste Industrie-PC NT können mit der WinCIS-Software gesteuert werden. Die Waagensoftware NTscale mit ihrer eichfähigen Waagenanzeige im Display erlaubt die Bedienung direkt am Industrie-PC. Die Konfigurierbarkeit vieler Funktionen direkt an den Wägeterminals vereinfacht die Bedienung und Steuerung der Prozesse.

    Mithilfe von WinCIS lässt sich der Herstellungsprozess von Anfang bis Ende überprüfen und die lückenlose Dokumentation der Waren- und Chargendaten, vom Wareneingang bis zum Versand, realisieren. Das beginnt bei der Anlieferung der Rohstoffe, die mit Menge, Gewicht, Herstelldatum und Haltbarkeitstagen (daraus errechnet sich automatisch das Verfallsdatum) im System erfasst werden. Wird die Wareneingangsnummer der Rohstoffe dann bei der Verarbeitung des Stoffes am Terminal eingegeben, lässt sich die Charge innerhalb weniger Sekunden rechnerunterstützt zurückverfolgen.

    Fehler bei der Zusammenstellung der einzelnen Rezepturkomponenten sowie Bedienfehler an den Rezeptureinwägeplätzen, werden mit WinCIS und der durchgängigen Bedienerführung ausgeschlossen. Die freigegebenen Basisrezepte mit Bezugsmenge, Komponenten, Bearbeitungshinweisen, Sollgewicht und Toleranzen sind gespeichert und werden im Herstellprozess abgerufen. Der Benutzer meldet sich am Bildschirm mit seinem Namen und seinem Passwort an und erhält dann Zugriff auf seine vordefinierten Arbeits- und Verantwortungsbereiche mit eigener Bedienoberfläche.

    Anschließend quittiert der Bediener die vorgegebenen Herstellvorschriften per Tastenklick. Erst dann gibt das Rezepturprogramm weitere Arbeitsschritte frei, bis der Auftrag schließlich am Wägeterminal und den aufgeschalteten Waagen bearbeitet wird. Ein sauber aufgestelltes Herstellprotokoll listet schließlich genau auf, wer wann was wo und wie hergestellt hat. Hilfreich ist das Rezepturprogramm auch, wenn aufgrund hoher Nachfrage eine größere Charge als üblich hergestellt werden muss. In diesem Fall berechnet das System dann automatisch die notwendigen äquivalenten Bezugsmengen.

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    Eingewogen werden kann jeweils nur das, was vom System vorgegeben ist, anderenfalls erfolgt keine Freigabe. Fehlerquellen, auch menschliches Versagen, sind somit nahezu ausgeschlossen. Gerade bei den Protokollen bietet WinCIS umfangreiche Möglichkeiten: Neben Material-, Materialverbrauchs-, Basisrezept- und Arbeitsrezeptlisten können auch Verbrauchsstatistiken oder Herstellprotokolle erstellt werden. Das System lässt sich problemlos mit mehreren Wägesystemen, Präzisionswaagen, Barcodelesern oder Druckern erweitern. Es ermöglicht sowohl horizontales als auch vertikales Wägen.

    WinCIS ist ein validierfähiges System. Die Validierung eines computergestützten Systems oder einer Software nach den Grundsätzen der „Guten Herstellungs- bzw. Laborpraxis“ ist die dokumentierte Beweisführung, dass dieses System in Übereinstimmung mit seiner Spezifikation arbeitet, wonach Verfahren, Prozesse, Ausrüstungsgegenstände oder Systeme tatsächlich zu den erwarteten Ergebnissen führen. Alle Produzenten mit GMP-kritischen Prozessen müssen validiert sein. Basis der Validierung ist die seit 1992 gültige Richtlinie 91/356/EWG, deren Festlegung die Grundsätze und Leitlinien der „Guten Herstellungspraxis“ zur Anwendung bei für Menschen bestimmten Arzneimitteln umfasst. Für die Chemie- und Pharmaindustrie ist Good Manufacturing Practice (GMP) und Good Laboratory Practice (GLP) einschließlich Validierung gebräuchliche Praxis. Schließlich dient die Validierung hier zur Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften gegenüber den Überwachungsbehörden. Darüber hinaus stellt sich diese Aufgabe mehr und mehr auch für die Hersteller im Kosmetik- und Food-Bereich. Validierte Prozesse schaffen eine Übereinstimmung der regulatorischen Anforderungen. Sie minimieren das Risiko von Fehlfunktionen und bringen unter anspruchsvollen Voraussetzungen am Ende so viel Sicherheit, dass die derartig standardisierten Abläufe die erforderliche Transparenz und verlässliche Funktion bieten. Durch die bessere und gesicherte Einweisung und Schulung der Bediener, also das Einhalten der vorgeschriebenen QM-Anweisungen, werden Technik und Wartung maßgeblich vereinfacht, so dass auch die Kosten des laufenden Systembetriebes gesenkt werden können.

    Die Sanaro SA mit Sitz im schweizerischen Vouvry ist spezialisiert auf die Herstellung von Süßstoffzubereitungen. Mit einer Gesamtproduktion von knapp 1000 t/a nimmt das Unternehmen auf diesem Gebiet eine führende Position ein. Zu den bekanntesten Marken zählen Assugrin und Hermesetas. Das Produktsortiment, rund 600 verschiedene Artikel aus 40 Rezepturen, umfasst Tafelsüßstoffe in Form von Tabletten, als Pulver oder flüssig und wird in mehr als 100 Länder weltweit exportiert. Sanaro legt besonderen Wert auf die 100%ige Qualitätskontrolle bereits in der Produktion und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Abläufe. Um diese strengen Anforderungen erfüllen zu können, entschied sich das Unternehmen für ein durchgängiges System von Bizerba, das alle Arbeitsschritte von der Auftragserfassung bis zur Dokumentation einschließt.

    Die Umstellung auf das WinCIS-Rezepturprogramm hat wesentliche Vorteile gegenüber dem früheren Verfahren, bei dem die Zutaten aufgrund eines Arbeitsplans und einer Stückliste von Hand eingewogen und die Einwaagen manuell und auf einem Streifendrucker dokumentiert wurden. Jetzt werden 20 Rezepturen – das sind pro Jahr rund 600 t Süßstoff – über WinCIS verwogen und die Aufträge durch die Anbindung an SAP/R3 direkt abgearbeitet. Die vollständige automatische Dokumentation ermöglicht zudem eine lückenlose Rückverfolgung der Aufträge und die Kontrolle der eingewogenen Gewichte und Mischungen sowie der Bediener. Der Ablauf: Die Auftragsdaten werden von SAP/R3 zu WinCIS übertragen, dort komplett eingebucht und der Auftrag dann automatisch freigegeben. In den Auftragspositionen werden pro Position die Rohstoffchargennummer und der Materialname hinzugefügt. Vor der Einwaage über einen Lastaufnehmer 3000 VE-P mit Sonderabmessungen oder einen Lastaufnehmer vom Typ 150 wird das Produkt per Scanner verifiziert. Damit ist die stets exakte Rohstoffchargenkontrolle gewährleistet.

    Die Wiegedaten werden automatisch erfasst, der gesamte Wiegeablauf lückenlos protokolliert. Am Einwiegearbeitsplatz, einem Industrie-Terminal ITU, erfolgt die Bedienerführung mit Einwiegehilfen, die Fehler daher fast gänzlich ausschließt. Inzwischen arbeiten sechs Sanaro-Mitarbeiter mit WinCIS, die das System wegen seiner Bedienerfreundlichkeit sehr schätzen.

    Halle 3.0, Stand Q8

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