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    Getränkeindustrie

    Sichtbar einfache Bedienung

    Abfüllmaschinen und -anlagen benötigen eine flexible und leistungsfähige Visualisierungslösung, um auf den internationalen Märkten bestehen zu können. Mit
    Veröffentlicht
    07. November 2006
    Lesezeit
    3 Minuten
    Rubrik
    Getränkeindustrie

    Ludwig Jehl, Achim Schreck

    Der 1981 gegründete mittelständische Familienbetrieb miromatic ist eines der führenden Maschinenbauunternehmen für Misch- und Dosieranlagen. Die für den jeweiligen Kunden maßgeschneiderten Anlagen entsprechen hohen technologischen sowie hygienischen Anforderungen und zeichnen sich ferner durch schonende Abfüllverfahren aus. Mit der überarbeiteten Version der Abfüllmaschine Vario MDA für Großgebinde, die in zwei Ausführungen erhältlich ist, können verschiedene Bechergrößen und -formen formatunabhängig auf einer Maschine abgefüllt werden. Verarbeiten lassen sich runde, rechteckige oder quadratische Becher mit einem Volumen von 100 bis 1000 g. Dabei erfolgt die Formatumstellung schnell und ohne spezielles Werkzeug. Gleichzeitig wurde die Taktzahl der Abfüllmaschine deutlich erhöht. Während die zweibahnig ausgelegte Vario MDA-2 bis zu 4800 Gebinde pro Stunde verarbeiten kann, werden in der vierbahnigen Vario MDA-4 bis zu 9600 Gebinde pro Stunde abgefüllt. Dies resultiert aus dem vereinfachten Antriebssystem. Erstmals setzt der Maschinenbauer einen dichtungslosen und verschleißarmen Keramikkolben als Füllorgan für Fruchtjoghurt, Naturquark, Sahne und flüssige Öle ein. Dabei beträgt die Dosiergenauigkeit des CIP-fähigen Füllers ±0,5 %. Für die Abfüllung von Schüttgütern wie Pulver oder Granulat steht das bekannte Wägedosiersystem zur Verfügung. Auch für die Versiegelung der Becher werden verschiedene Varianten angeboten. Neben dem Verschließen mit Kunststofffolie von der Rolle können auch vorgestanzte Aluminiumplatinen verwendet werden.

    Ein weiteres wichtiges Feature der Vario MDA ist die einfache und komfortable Bedienung, um sowohl den Hygieneansprüchen als auch den hohen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der Anlage gerecht zu werden. Hier setzt miromatic die Visualisierungslösung Procon-Win von GTI-control ein. Procon-Win übernimmt nicht nur die Rolle der Bedienoberfläche für die Vario MDA, sondern dient auch als zentrale Instanz zur Verwaltung und Protokollierung der Maschineneinstellungen, Rezepte und Prozessdaten. Zu diesem Zweck wird die Software über die MPI-Schnittstelle an die Simatic-S7-Steuerung sowie via Ethernet TCP/IP an die von miromatic erstellte Verwaltung der Antriebsregler angekoppelt, die lokal auf dem Industrie-PC installiert ist. Der Datenaustausch mit den Durchflussmessern ist über ein RS485-Bussystem realisiert. Die Bedienung der Anlage erfolgt über die Visualisierung, die auf einem Industrie-PC mit 12“-Touchdisplay läuft. Neben dem Not-Aus-Schalter werden daher nur vier mechanische Taster benötigt, so dass eine hohe Flexibilität des Bedienkonzepts gegeben ist. Der Endanwender profitiert von der übersichtlichen und anschaulichen Grafikdarstellung der Prozessabläufe. Aufgrund der dynamischen Farbgebung der Transportkette, in der Bechersymbole das Abfüllen und Versiegeln kennzeichnen, erkennt der Bediener sofort den jeweiligen Anlagenstatus. Tritt ein Fehler auf, wird dies durch eine gelb-rote Einfärbung oder das Aufblinken des jeweiligen Anlagenteils angezeigt. Der einfache Zugriff auf die Einstellparameter erfolgt direkt über das Hauptbild und die Touchfunktionalität. Je nach eingestellter Betriebsart wird der Bediener automatisch auf das richtige Hand- oder Parameterbild gelenkt. In den Prozessdarstellungen sind viele Parameter wie Temperaturen und Statuszustände sofort ersichtlich.

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    Mit der integrierten Datenverwaltung und den Datenlogger-Funktionen übernimmt Procon-Win weitere Aufgaben, die den Endanwender im Rahmen der Anlagenumrüstung sowie der Dokumentation der Produktqualität unterstützen. Über die Datenbank werden beispielsweise Rezepte für die Abfüllanlage bereitgestellt, so dass der Formatwechsel per Knopfdruck durchgeführt werden kann. Da die Füllgewichte für jeden Maschinentakt von der Waage erfasst und protokolliert werden, hat die Vario MDA die Eichabnahme des Eichamts erhalten. Ferner stehen verschiedene Schnittstellen zur Verfügung, mit der die Visualisierung an übergeordnete Softwaresysteme angebunden werden kann.

    Die Abfüllanlagen werden weltweit exportiert, weshalb der Maschinenbauer auf eine mehrsprachige sowie symbolische Darstellung der Prozesse auf der Bedienoberfläche Wert legt. So reduziert sich der Übersetzungsaufwand und die Anlage kann auch von weniger gut ausgebildeten Mitarbeitern bedient werden. Da die Vario MDA fast nur noch über eine Konfigurationstafel sowie deren Auswertung in Formelcode konfiguriert wird, verringert sich auch der Projektierungsaufwand erheblich.

    Durch das Zusammensetzen des Gesamtbilds aus mehreren Einzelbildern ist eine durchgängige Bedienebene mit einer einheitlichen Statusleiste für alle Bediensituationen geschaffen worden. Ferner wurden eine von der Maschinenkonfiguration abhängige dynamische Ermittlung der zugehörigen Hand- und Parameterbilder sowie ein zusätzliches Störmeldefenster realisiert. Unterstützung erhält der Bediener in Form eines Online-Manual. Die HTML-Seiten liefern darüber hinaus eine erweiterte Störungshilfe, indem sie Hinweise zur Fehlerbeseitigung geben.

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