Andreas Zahn
„Einer für alle, alle für einen“, lautete der berühmt gewordene Wahlspruch der drei Musketiere. „Les Mousquetaires“, „die Musketiere“ übernahmen dieses Credo, als sie sich 1969 als eine Einkaufs-Genossenschaft von unabhängigen Einzelhändlern gründeten. Die Gruppe Les Mousquetaires ist heute zweitgrößtes Einzelhandelsunternehmen Frankreichs. Niedrige Preise, Verbrauchernähe und auf die Bedürfnisse der Käufer ausgerichtete Ladengrößen sind die Erfolgsgeheimnisse von Les Mousquetaire. Flaggschiff ist die Supermarktkette Intermarché mit durchschnittlichen Verkaufsflächen von 2000 m², daneben in ländlichen Gegenden die kleineren Märkte Ecomarché und der Discounter Netto.
Der Spezialist der Gruppe für die Abfüllung von alkoholfreien Getränken ist Ant-artic mit Sitz in dem kleinen Ort St. Martin d’Abbat an der Loire, etwa 20 km östlich von Orléans. Der 1981 eröffnete Betrieb war gleichzeitig die erste Produktionsstätte des Handelsunternehmens Intermarché. Was damals auf 4800 m² begann, erstreckt sich heute über eine Fläche von 35 000 m² mit 220 Beschäftigten und 100 Mio. Euro Umsatz. Auf insgesamt 13 Abfülllinien füllt Antartic Wasser, Saft, Fruchtsaftgetränke, Soft Drinks und Sirups ab, darunter befinden sich vier Combibloc-Kartonlinien und zwei Glasanlagen für Säfte und Nektare, eine Glaslinie und eine Dosenlinie für Sirup, drei PET-Anlagen für stilles Wasser, davon eine für 5-l-Behälter und eine PET-Anlage für Softdrinks.
Die Hälfte des Absatzes bestreitet Antartic mit Wasser, die Hälfte des Umsatzes dagegen mit Säften, Softdrinks und Sirup. Drei Viertel der Getränke verlässt das Werk in der 1,5-l-PET-Flasche. Damit ist schon alles gesagt, was die zukünftige Ausrichtung angeht.
Zu 98 % beliefert Antartic die eigene Mutter Intermarchè bzw. auch Netto. Antartic unterhält ein eigenes Labor, ist zertifiziert nach ISO 9001 und ISO 14001 und erfüllt die Bedingungen der Rückverfolgbarkeit. Dazu ist im Palettierzentrum u. a. eine Palettenetikettierung installiert. Das vollautomatisierte Hochregallager mit über 22 000 Paletten Lagerkapazität sorgt dafür, dass die LKW’s binnen 20 Minuten beladen werden können. „80 Prozent der Lastwagen benötigen weniger als eine Stunde von Ankunft bis Abfahrt“, erklärt Didier Gand.
Die Tatsache, dass in Frankreich – wie eigentlich überall – die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken in Glasflaschen und Kartons rückläufig ist, die nach PET-Flaschen aber steigt, bewog Antartic, sich schon 2001 Gedanken über eine aseptische Abfüllung zu machen. „Mit Heißabfüllung wird das Produkt hohen Temperaturen ausgesetzt, außerdem benötigt man eine relativ schwere und damit kostspielige Glasflasche. Aseptische Abfüllung erhält den Geschmack und die wertvollen Vitamine, die PET-Behälter sind günstiger“, argumentiert Didier Gand. Die Umsetzung der Pläne nahm freilich dann noch vier Jahre in Anspruch. Das hatte zwei Gründe. „Zunächst musste klar sein, dass Intermarché genügend Menge an sensiblen Getränken absetzen konnte, damit die Anlage den Return on Investment in der geplanten Zeit bringt“, erläutert Didier Gand. „Die zweite Geschichte war die Suche nach dem richtigen Lieferanten der Aseptiklinie.“ Zunächst hatte Antartic mit mehreren anderen Herstellern geplant. „Doch die Wettbewerbsanlagen, die wir besichtigten, benötigten noch Velcorin oder hatten technische Probleme. Dazu brauche ich keine Aseptik, wenn ich zusätzlich ein Entkeimungsmittel einsetzen muss. Die erste, wirklich im Praxisbetrieb funktionierende Aseptiklinie, die wir sahen, war von Krones.“




