Was sind Ihrer Meinung nach heute die größten Herausforderungen für Lebensmittel- und Getränkehersteller?
Dr. Daryoush Sangi: Die Zukunft wird für Lebensmittel- und Getränkehersteller darauf ausgerichtet sein, der steigenden Nachfrage nach gesunden und gleichermaßen praktischen Produkten gerecht zu werden, die sicher, nachhaltig, erschwinglich und differenziert sind. Unternehmen stehen unter wachsendem Druck, die Produktion zu steigern, die Margen zu verbessern und die Anlagen zu optimieren. Werke müssen intelligenter und automatisierter werden, sodass die Produktion mit hoher Effizienz und Transparenz läuft. Es wird immer wichtiger, das Beste aus den Abfüllanlagen herauszuholen, das Risiko von Stillstandszeiten zu reduzieren und Füllanlagen miteinander zu verbinden, weiter zu automatisieren und zu überwachen. Und das alles bei gleichzeitiger Senkung der Kosten.
Das Set-up für eine Smart Factory wird nicht über Nacht erstellt. Konkret: Wie können die Hersteller das Thema schrittweise angehen?
Dr. Sangi: In einem Bericht von The Manufacturer heißt es, dass 67 % der britischen Hersteller Industry 4.0 als Chance sehen, aber nur 25 % glauben, dass sie das notwenige Wissen über die Auswirkungen haben. Deshalb entwickeln wir bei SIG neue Technologien und Verfahren, um sicherzustellen, dass Hersteller für Industry 4.0 gerüstet sind. Der erste Schritt könnte ein Upgrade bestehender Lösungen sein. Ein Produktionswerk zu managen ist ein Balanceakt zwischen Produktqualität, Maschinenverfügbarkeit und Leistung. Um das Beste aus den einzelnen Abfülllinien herauszuholen, könnten Lebensmittel- und Getränkehersteller eine integrierte Lösung in Betracht ziehen, die die Auslastung erhöht und die Gesamtkosten senkt. Gleichermaßen kann ein maßgeschneiderter Servicevertrag dafür sorgen, dass jeder dieser Bereiche die nötige Aufmerksamkeit erhält. Auf diese Weise können Hersteller Mehrwert erzielen und die Leistungsperformance auf ein Maximum erhöhen.
Wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind – was wäre der nächste logische Schritt?
Dr. Sangi: Der nächste logische Schritt wäre die Umgestaltung oder Transformation der Automatisierungstechnik. Die Optimierung einer oder mehrerer bestehender Abfülllinien kann deren verborgenes Potenzial freisetzen. Robotik und künstliche Intelligenz haben beispielsweise das Potenzial, die Art und Weise wie produziert wird, radikal zu verändern. Das SIG Robotic Magazine – genannt R-CAM – ist ein gutes Beispiel dafür. Das R-CAM ermöglicht es Getränkeherstellern, effizientere Arbeitsabläufe zu schaffen und Arbeitszeiten für manuelle Tätigkeiten zu reduzieren. Ein weiterer Schritt beim Aufbau vollautomatischer Fülllinien ist der Einsatz von vollautomatischen Transportsystemen, die Verpackungspaletten und -materialien von einem Zentrallager zum R-CAM transportieren können. Lernende Controller passen sich den betrieblichen, logistischen und individuellen Bedürfnissen der Hersteller an und reduzieren die Komplexität der Fabrik deutlich.




