Bereits im Jahr 1989 entschied sich Aceitera General Deheza (AGD) dafür, sein Pflanzenöl künftig in PET-Flaschen abzufüllen. Zunächst verwendete das argentinische Unternehmen dafür runde Flaschen, etablierte später jedoch ein neues Design: eine eckige PET-Flasche mit markanten Rippen und ergonomischer Griffmulde.
Um seine internen Kosten bei der Speiseölproduktion zu reduzieren und gleichzeitig einen nachhaltigen Ressourceneinsatz voranzutreiben, verfolgte der Hersteller das Ziel, die Effizienz in den eigenen Prozessen zu steigern.
„Obwohl unsere bisherige Flasche erfolgreich war, haben wir festgestellt, dass wir die Natura-Flasche selbst und ihre Produktionsprozesse modernisieren müssen“, sagt Mariano Lauría, Bottling-Plant-Manager bei AGD.
„Unser Ziel war es dabei, das Gewicht der Flasche nachhaltig zu reduzieren und trotzdem die Durchlaufzahlen in der Maschine zu erhöhen“, ergänzt er.
Für die Entwicklung einer gewichtsreduzierten Flasche, die gleichzeitig über eine hohe Stabilität verfügen sollte, setzte das Unternehmen auf die Erfahrung von KHS. Für den Abfüll- und Verpackungsanlagenspezialisten lagen die besonderen Herausforderungen des Projekts im Detail. Grund dafür waren die zahlreichen festen Vorgaben seitens AGD. So forderte der Speiseölproduzent, dass die eckige Flaschenform beibehalten werden soll, da sie sich bei Endkonsumenten bereits etabliert hat. Als zusätzliches Qualitätsmerkmal sollte eine Griffmulde integriert werden. Zudem gab das argentinische Unternehmen vor, dass die Fläche für das Flaschenetikett gleichbleibend groß bleibt. Ebenso legte es Wert darauf, den für die Flasche typischen Prellverschluss zu erhalten. Auch den Top-Load-Wert legte es bereits zu Projektbeginn fest. Er gilt als maßgeblicher Richtwert für die Belastbarkeit der Flasche beim Transport.
Nach diesen Vorgaben sollten drei Flaschengrößen optimiert werden: 0,9 l, 1 l und 1,5 l. Die beiden kleineren PET-Flaschen sollten jeweils 2,5 bis 3 g leichter werden und nur noch zwischen 27 und 27,5 g wiegen. Für die große 1,5-Liter-PET-Flasche war eine Absenkung von 41,5 g auf einen Zielbereich zwischen 38 und 39 g vorgesehen.
Mit dem PET-Flaschendesignkonzept Bottles & Shapes setzte KHS die Vorgaben in die Tat um. So behielten die Experten die Gestaltung des Bodens der bestehenden PET-Flasche nahezu bei und konzipierten gleichzeitig ein neues, leichteres Gewinde für den Prellverschluss. Die entscheidenden Gewichtseinsparungen erzielte das Unternehmen am Flaschenkörper. Mithilfe der Finite-Elemente-Methode (FEM) analysierten die Ingenieure auf Grundlage einer umfangreichen Datenbank das bisherige Flaschendesign. Der Einsatz der Computersimulation ermöglichte es, das Gewicht der Flasche zu reduzieren und gleichzeitig ihre Festigkeit zu erhalten. Der große Vorteil des digitalen Verfahrens: Die Computersimulation ist schnell realisiert, ohne Flaschenformen im Labor physisch entwickeln zu müssen. Auf diese Weise sparen Abfüller Kosten bei der Gestaltung aufwendiger Flaschendesigns.




