Bereits vor über zehn Jahren stattete Heuft Systemtechnik seine Inspektions-, Kontroll-, Sortier-, Transport- und Etikettiersysteme der Spectrum-TX-Reihe mit netzwerkfähigen Ethernet-Schnittstellen aus. Das Ergebnis: Deutlich schnellere und einfachere Arbeitsabläufe für ein optimales Effizienz- und Qualitätsmanagement. Online-Ersatzteilverwaltung und Fernwartung wurden damit ebenso möglich wie die Betriebsdatenerfassung (BDE) und die Analyse der Performance ganzer Linien. Gemeinsam mit dem Wissenschaftszentrum Weihenstephan der Technischen Universität München, Brauereien und anderen Maschinenherstellern war Heuft zudem an der Entwicklung der Weihenstephaner Standards für die Betriebsdatenerfassung bei Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen beteiligt. Diese bilden die Basis für die branchenweite Umsetzung eines einheitlichen Standards, der den unkomplizierten Einsatz von BDE-Systemen in der Getränke- und Foodindustrie ermöglicht.
Die physikalische Schnittstelle, also das Ethernet-Netzwerk und die auf TCP/IP basierenden Protokolle, über die Maschinen und Kontrollgeräte an ein IT-System angeschlossen werden, wie auch die inhaltliche Schnittstelle, d. h. die konkreten Daten, die diese bereitstellen müssen, sind in den ersten beiden Teilen der Weihenstephaner Standards eindeutig spezifiziert. Maschinen lassen sich damit unkompliziert und ohne aufwendige Projektierungskosten vernetzen. Kostspielige Anpassungen, wie sie bei Insellösungen mit individuellen Schnittstellendefinitionen notwendig sind, entfallen komplett. Auch die Integration neuer Geräte oder Maschinen in die BDE sowie Upgrades gelingen mit einer für jede Anwendung klar definierten XML-Gerätebeschreibungsdatei ganz einfach per „Plug and Play“.
Teil 3 der Richtlinie bestimmt grundsätzliche Auswertungsfunktionen, die eine Weihenstephan-konforme BDE-Software bieten muss, beispielsweise eine Maschinenbewertung nach vergleichbaren Kennzahlen, Schwachstellenanalyse und Prozessvisualisierung. Wie der Betrieb von BDE-Systemen zu überprüfen, zu sichern und zu dokumentieren ist, ist im vierten Teil der Weihenstephaner Standards vorgegeben.
Große Hürden, die die Implementierung von BDE-Systemen in der Ernährungsindustrie zeitaufwendig und teuer machten, sind damit abgebaut. „Plug and Acquire“ ist dank einheitlicher Ethernet-Verkabelungstechnik und standardisierter Gerätebeschreibungsdateien inzwischen Realität geworden: Weihenstephan-konforme Neugeräte lassen sich problemlos und ohne hohe Projektierungskosten in BDE-Systeme integrieren. Über Schnittstellenmodule wie den mit 22 Digital- und fünf Analogeingängen ausgestatteten xio von Heuft ist zusätzlich die Anbindung von Fremd- und Altgeräten möglich. So lassen sich die Kennzahlen sämtlicher Maschinen und Geräte einer Abfülllinie gezielt erfassen und auswerten.




