In vielen Brauereien wird mittlerweile Stickstoff parallel mit Kohlensäure eingesetzt. Die Herbsthäuser Brauerei Wunderlich KG, eine Privatbrauerei in Herbsthausen bei Bad Mergentheim, hat bereits langjährige Erfahrung mit dem Einsatz von Stickstoff aus Eigenproduktion gesammelt und weiß um die Vorteile der Stickstoffeigenerzeugung im Vergleich zur Flüssiggasversorgung und der reinen Kohlensäure Verwendung in den verschiedenen Prozessen.
Die Herbsthäuser Brauerei verwendet in den Biertanks neben Kohlensäure auch Stickstoff zum Vorspannen oder für die KEG Anlage. Anfang 2024 wurde die Firma Lanz Drucklufttechnik beauftragt, den Austausch einer älteren Bestandsanlage, durch eine neuere und effizientere Stickstoffanlage von Oxysystems vorzunehmen. Schlüsselfertige Systemlösungen inklusive Installation, Inbetriebnahme und Wartung werden durch Christian Lanz und sein Team für Brauereien angeboten. Ein Rundum-sorglos-Paket ermöglicht einen dauerhaften und reibungslosen Brauereibetrieb und eine zuverlässige Stickstoffeigenerzeugung. Mit der Neuinstallation ist auch zukünftig sichergestellt, dass weiterhin erheblich weniger Kohlensäure eingekauft werden muss.
Einsatz von Stickstoff in Brauereien
In welchem Umfang Stickstoff in Brauereien eingesetzt wird hängt vorwiegend von den verschiedenen Prozessen der Brauerei ab. Typische Anwendungsbeispiele für den Einsatz von Stickstoff sind das Vorspannen oder Leerdrücken von Tanks oder Behältern. Hierfür verwendete man in der Regel Kohlensäure. Diese nicht unerhebliche Menge an Kohlensäure kann man komplett durch Stickstoff ersetzen.
Auch bei der Bierabfüllung gibt es Einsatzmöglichkeiten für Sticksoff: Die KEG-Fass-Abfüllung kann mit 100 % Stickstoff und die Flaschenabfüllung über einen CO2/N2-Gasmischer mit bis zu 80 % Stickstoffanteil betrieben werden.
Des Weiteren kann N2 auch sehr gut zur Wasserentgasung eingesetzt werden.
Entfernung von Sauerstoff
Bei der Herstellung von Lebensmitteln ist es stets notwendig, den Gehalt an Sauerstoff im Produkt so niedrig wie möglich zu halten. Denn Sauerstoff ist Voraussetzung für das Wachstum aerober Keime wie z. B. Schimmelpilzen. Außerdem hat Sauerstoff ungünstige Auswirkungen auf die Farbe und den Geschmack. Besonders dann, wenn eine längere thermische Behandlung notwendig ist. Sauerstoff reagiert oxidativ mit der Aminosäure Methionin, der Ascorbisäure (Vitamin C), den Flavonoiden (sek. Pflanzenstoffe) und den ungesättigten Fetten und Lipiden. Zusätzlich fördert Sauerstoff die fotosensibilisierte Oxidation (ausgelöst durch sichtbares Licht) in transparent verpackten Lebensmittel. Die Haltbarkeit eines Lebensmittels hängt also somit stark vom Restsauerstoffgehalt ab. Dies gilt auch entsprechend für Getränke, deren Basis Wasser ist.




