Am Segment der alkoholfreien Getränke in Europa halten die stillen Softdrinks inzwischen einen Marktanteil von 3 %. Zwar beträgt ihr Absatzvolumen nur etwa ein Zehntel des karbonisierten Softdrink-Marktes, aber das stetige Wachstum dieses Getränkesegments hat viele Hersteller schon vor Jahren aufmerksam gemacht. Innovationen kommen aktuell immer häufiger aus dem stillen Bereich. Auch große Softdrink-Konzerne wie Coca-Cola und Pepsi Cola, die in der Vergangenheit ihren Schwerpunkt klar auf CO2-haltige Produkte gelegt hatten, widmen dem kleinen, aber feinen Segment große Beachtung. Mit den Entwicklungen der Powerade-Range hat Coca-Cola beispielsweise 2002 in vielen Ländern große Erfolge erzielt und ein Absatzplus von 25 % erreicht, während die CO2-haltigen Drinks des Konzerns nur um 2 % gewachsen sind.
In Deutschland sind die stillen Wässer und die stillen fruchthaltigen Getränke 2002 erneut zweistellig gewachsen, in Westeuropa haben sie ebenfalls stärker als der Gesamtmarkt profitiert. Besonders viel versprechend entwickelt sich Blutorange ACE. Produktbereiche wie Energy, Sport, stille Fruchthaltige und Schorlen weisen ebenfalls erfreuliche Absatzzahlen auf. Dies hat auch die Hersteller aus Nachbarbranchen auf den Plan gerufen: Die Molkereien im In- und Ausland versuchen, über Milch-Frucht-Mischungen in den unterschiedlichsten Ausprägungen am Markt der Softdrinks zu partizipieren.
Einen wesentlichen Grundstein für den Erfolg der stillen Produkte in Europa konnten in den neunziger Jahren Innovationen wie Orange-Karotte legen. Diese – zunächst oft skeptisch beurteilten – Neuentwicklungen haben offensichtlich die Wünsche der Verbraucher genau getroffen: Guter Geschmack durch einen Saftanteil von 12 bis 30 %, einen Zusatznutzen durch die Anreicherung mit gesundheitsfördernden Stoffen und trotzdem leicht und Durst löschend. Auch wenn die Nachfolgeprodukte häufig nicht mehr auf der Mischung Frucht plus Gemüse basieren, sondern die reine Frucht als Geschmackskomponente haben, bleiben die Orange-Karotte-Drinks ein Meilenstein und Benchmark für alle kommenden Getränkegenerationen.
Das Produktkonzept Functional Drink funktioniert heute im Prinzip noch genauso gut wie vor zehn Jahren. Doch aufgrund der Vorliebe der Konsumenten, etwas Neues ausprobieren zu wollen, haben sich neben dem Klassiker inzwischen zahlreiche weitere Varianten mit gesundheitsfördernden Eigenschaften positioniert. Sie unterscheiden sich sowohl in den Geschmacksrichtungen als auch in ihrem Gehalt an Zusatzstoffen.
Erfolgreich im Segment der stillen fruchthaltigen Getränke sind inzwischen beispielsweise Geschmacksrichtungen wie Orange-Ananas, Orange-Nektarine und Orange-Passionsfrucht-Mango. Auch die beliebteste heimische Obstsorte, der Apfel, lässt sich – etwa in Kombination mit Mandarine – gut für die neuen Produkte mit Zusatznutzen einsetzen.




