Pünktlich zum weltweit 50-jährigen Firmenjubiläum wurde am 27. August der 150-milliardste Getränkekarton von Tetra Pak in Deutschland abgefüllt. Im Produktionswerk der Richard Hartinger Getränkegruppe (riha) in Rinteln lief die Jubiläumspackung vom Band: Eine 1-Liter-Tetra-Brik-Aseptic-Packung mit Apfelsaft der Marke Goldhorn. Damit hat die deutsche Tetra Pak-Gruppe, eine von 77 Marktgesellschaften, seit ihrer Gründung im Jahr 1955 fast zehn Prozent aller weltweit verkauften Packungen hergestellt.
„Der Getränkekarton ist eine beliebte und ökologisch vorteilhafte Verpackung, aber gerade Letzteres scheint die Politik nicht mehr sonderlich zu interessieren”, erklärte Salonaho. Obwohl Umweltbundesamt und Bundesregierung dem Getränkekarton eine ökologische Gleichwertigkeit mit der Mehrweg-Glasflasche bescheinigen, soll er ab Januar 2003 mit einem Zwangspfand belegt werden – zunächst für das Getränkesegment stilles Wasser. Nach den Worten von Salonaho verstößt die Bepfandung des Getränkekartons gegen den Gleichheitsgrundsatz, denn 1998 wurde der Schlauchbeutel aus Polyethylen für Milch den Mehrwegsystemen zugeschlagen. Der Grund: Eine Ökobilanz des Umweltbundesamtes hatte ergeben, dass der Schlauchbeutel – wie jetzt auch der Getränkekarton – ökologisch vorteilhaft ist. Diese Ungleichbehandlung ist für Salonaho nicht hinnehmbar. Deshalb unterstützt Tetra Pak seine Kunden wie die riha-Getränkegruppe und weitere Abfüller von Mineralwasser, die Anfang Juli eine Anfechtungsklage beim Verwaltungsgericht Berlin eingereicht haben. Aus rechtlichen Gründen ist Verpackungsherstellern nicht möglich, selbst zu klagen. „Sonst hätten wir dies längst getan”, resümiert Salonaho.
Im vergangenen Jahr konnte Tetra Pak seine führende Marktposition in Deutschland festigen. Der Verpackungsspezialist erwirtschaftete mit rund 1100 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 653 Millionen Euro. Das entspricht einem Verpackungsvolumen von 5,69 Milliarden Litern bzw. 7,088 Milliarden Verpackungen.
Im deutschen Milchmarkt ist Tetra Pak nach wie vor der größte Anbieter. Trotz leichter Einbußen im stagnierenden UHT-Milchmarkt konnte der Marktanteil von 85% gehalten werden. Im Bereich Frischmilch hat der Verpackungsspezialist weitere Anteile gewonnen und konnte so seinen Marktanteil um 2% auf 49% ausbauen.
Ebenfalls positiv hat sich der Markt für Fruchtgetränke entwickelt. Durch das anhaltende Wachstum bei den hundertprozentigen Säften konnte Tetra Pak seinen Marktanteil auf 25% erhöhen. In diesem Sektor setzt sich der Trend zu Großpackungen fort. Gefragt sind vor allem 1,5-Liter-Getränkekartons. Der Markt für Eistee war im vergangenen Jahr rückläufig. Auf grund der anhaltend starken Nachfrage nach CO2-haltigen Getränken sank der Verbrauch von Eistee um 7,7% auf 658 Millionen Liter. Dennoch konnte Tetra Pak seinen Marktanteil auf einem hohen Niveau halten.




