Ein wichtiges Kriterium für das keimfreie Abfüllen ist zunächst der Packstoff, wobei üblicherweise vorgefertigte Flaschen, Gläser und Kanister Verwendung finden. Auf saubere Behältnisse und hygienisch einwandfreie Handhabung bis zur Abfüllmaschine ist zu achten. Je nach Bedarf müssen möglicherweise aufwendige Wasch-, Spül- und Begasungsanlagen vor der Füllmaschine eingesetzt werden. Im Bereich der Abfüllmaschine selbst ist generell darauf zu achten, dass produktführende Elemente und Antriebsteile, die immer zu einer gewissen Verschmutzung neigen, strikt getrennt sein müssen. Zum einen soll kein Produkt oder Spülmedium in den Antriebsbereich gelangen, zum anderen darf keine verschmutzte Luft von Antriebsmotoren, Schmiermittel usw. mit dem Produkt in Berührung kommen. Weitere produktspezifische Maßnahmen sind z.B. Reinraumeinheiten über dem Füllbereich, bei dem eine Gebläse/Filtereinheit eine entsprechend gereinigte Luft in den Füllbereich drückt. Entsprechend dieser Maßnahmen sind die Maschinenelemente strömungsgünstig anzuordnen, um Luft-Turbulenzen im Maschinenraum zu vermeiden. Ebenfalls möglich sind Isolatorräume, in denen kein direkter menschlicher Zugriff möglich ist und bei denen nur über entsprechende Manipulatoren oder an der Maschine befes-tigten Handschuhen in die Anlage eingegriffen werden kann.
Reinigung in der Abfüllmaschine
Im unsichtbaren Teil der Abfüllanlage finden Lagerungs-, Transport- und Dosierfunktionen statt, wobei mit unterschiedlichen Drücken und Querschnitten gearbeitet wird. Dort gibt es ideale Plätze für Fäulnisherde und Keimböden. Insbesondere der Kolbendosierer mit seinen konstruktiv bedingten Querschnittsunterschieden im Bereich 1:100, Ringspaltventilen und Dichtungen lässt sich fast nur durch Demontage reinigen. Bei hygienisch empfindlichen Stoffen und Volumen über 200 ml werden dagegen immer mehr Anlagen mit Durchflussmessung eingesetzt. Ob nun magnetisch induktiv oder Massestrommessprinzip, spielt von der Reinigung her keine Rolle. Der Weg des Produkts durch die Abfüllmaschine wird so wesentlich vereinfacht.
Ein statischer Druck im Vorratsbehälter schiebt das Produkt durch das Messinstrument und einen Schlauch zum Füllrohr, das rechnergesteuert öffnet und nach Erreichen der eingestellten Füllmenge wieder geschlossen wird. Dadurch wird erreicht, dass vom Behälter bis zum Füllrohr ein gleichmäßiger Querschnitt mit kleins-tem Durchmesser am Ende des Füllrohrs vorhanden ist. Dort sitzt auch das Ventil. Durch diese Bauweise lässt sich eine Anlage dieser Art heiß oder kalt reinigen und sterilisieren. Über entsprechende Anschlüsse kann in die Maschinenspülung jederzeit Produktvorlagebehälter, Pumpe usw. mit eingebunden werden. Über den Rechner der Abfüllmaschine lassen sich beliebige CIP/SIP-Programme abrufen, die von der einfachen Durchspülung mit Wasser oder Reinigungsmedium bis zu komplizierten CIP/SIP-Anlagen reichen, bei denen nacheinander fünf Spülmedien wie Wasser, Säure, Lauge, Dampf und Trockenluft durch die Anlage geschickt werden.




