Nicht nur reines Wasser, Malz, Hopfen und Hefe – Alpirsbacher Klosterbräu benötigt für die Herstellung von Bier in höchster Qualität auch Druckluft. Um ihren steigenden Druckluftbedarf zu decken, entschied sich die Traditionsbrauerei für den Aufbau einer komplett neuen Druckluftanlage. Das Gesamtpaket besteht aus drei Schraubenkompressoren mit Wärmerückgewinnung, der Druckluftaufbereitung und dem Anlagenmanagement.
Alpirsbacher Klosterbräu ist eine alteingesessene Familienbrauerei im Nordschwarzwald. Sie ist bekannt für hervorragende Bierqualität und für die erste Bier-Pipeline der Welt – eine unterirdische, 900 m lange Rohrleitung, die zwei Werksbereiche miteinander verbindet. 1880 gegründet, wird die Brauerei von der vierten Generation der Familie Glauner geführt. 210 000 hl Bier verlassen jährlich das Brauhaus, gebraut nach traditioneller Rezeptur und deutschem Reinheitsgebot. Druckluft spielt eine wichtige Rolle für den Betrieb der Anlagen bei Alpirsbacher Klosterbräu. Diese wird für die pneumatische Betätigung zahlreicher Ventile, für den Betrieb von pneumatischen Vakuum-Erzeugern und Pneumatik-Zylindern in der Abfüllanlage sowie zur Belüftung der Bierwürze eingesetzt.
Redundanz gefordert
Um ölfreie Druckluft zu erzeugen, setzte die Brauerei früher auf zwei ölfreie, wassereinspritzgekühlte Schraubenkompressoren mit je 55 kW Leistung. Da der Druckluftbedarf stieg, wollte Alpirsbacher Klosterbräu den Maschinenpark um einen weiteren Kompressor erweitern. Allerdings ließ die Zuverlässigkeit der bis dahin eingesetzten Kompressoren anderer Hersteller zu wünschen übrig und der integrierte Trockner führte zunehmend zu Problemen. Denn eine zu hohe Restfeuchte in der Druckluft kann Korrosionen und weitere Folgeschäden verursachen. Um Abhilfe zu schaffen, suchte die Brauerei nach einem kompetenten Partner, der ihre Qualitätsansprüche voll erfüllen und dauerhaft getrocknete und ölfreie Druckluft der Klasse 0 gemäß ISO 8573–1 zur Verfügung stellen kann. „Wir können uns keine Betriebsstörung oder gar einen Produktionsstopp aufgrund fehlender Druckluft leisten“, sagt Berthold Bader, Technischer Leiter und Braumeister bei der Alpirsbacher Klosterbräu GmbH & Co. KG. „Selbst bei dem Ausfall eines Kompressors muss der Betrieb unserer Anlagen durch Redundanz in der Drucklufterzeugungsanlage immer noch gewährleistet sein.“ Die Brauerei entschied sich für den Austausch der kompletten Kompressoranlage durch moderne und leistungsstarke Komponenten des Druckluftspezialisten Boge.
Garantiert zuverlässiger Betrieb
Seit Mitte 2021 sind zwei frequenzgeregelte Boge-Schraubenkompressoren mit Öleinspritzkühlung vom Typ S 56–4 LF mit einer Leistung von 55 kW im Einsatz. Zusätzlich deckt der kompakte Schraubenkompressor C 22–2 mit einer Leistung von 22 kW den Druckluftbedarf in Nebenzeiten, vor allem nachts und an Wochenenden, ab. Der nachgeschaltete Bluekat Converter BC 110 spaltet im Katalysator langgliedrige Kohlenwasserstoffe in Wasser und Kohlendioxid auf, wandelt Silikon in Silikat um, und reduziert sowohl Kohlenstoffmonoxid als auch Keime und Viren. Damit werden auch Verunreinigungen aus der Ansaugluft umgewandelt, wodurch die Druckluftklasse 0 sichergestellt wird. Ein Kälte-Drucklufttrockner DS 220 sorgt für einen konstanten Drucktaupunkt von 3 °C. Um einen sicheren Betrieb auch bei eventuellen Wartungs- oder Reparaturarbeiten am Converter oder Kälte-Drucklufttrockner zu gewährleisten, installierte Boge eine Bypasslinie mit einem Aktivkohleadsorber und einem zusätzlichen Kälte-Drucklufttrockner, auf die im Bedarfsfall automatisch umgeschaltet wird. Eine große Herausforderung in dem Projekt bestand darin, die Anlage in einem sehr beengten Raum unterzubringen. Dieser wurde optimal ausgenutzt und es ist darüber hinaus ein guter Zugang zu Wartungszwecken gewährleistet.




