Entwicklungen in der Informationstechnologie leisten heute einen entscheidenden Beitrag, um in bestehenden Brauereien Betriebsabläufe zu optimieren, Energie zu sparen und den Ausstoß bei gleichbleibenden oder kleineren Kapazitäten zu erhöhen. „In den letzten 40 Jahren hat die Basisautomatisierung die Produktion effizienter und verlässlicher gemacht. Allein in den letzten 15 Jahren ist die Produktivität in Sudhäusern mittels Automatisierung durchschnittlich um 30 % gestiegen“, erklärt Gunther Walden, Leiter Food & Bever-age der Siemens-Division Industry Automation, anlässlich einer Pressekonferenz im Vorfeld der drinktec bei der Karmeliten Brauerei in Straubing. Walden weiter: „Heute entwickelt sich die Prozessautomatisierung zu einem unentbehrlichen Tool, um auch die Neben- und Hilfsprozesse der Brauereien zu optimieren.“
Die Straubinger Karmeliten Brauerei erhielt im März dieses Jahres für das gemeinsam mit Ziemann entwickelte Konzept der energieautarken Brauerei mit optimaler Rohstoffnutzung den „Bundespreis 2013 für hervorragende innovatorische Leistungen des Handwerks“. Laut Begründung der Jury überzeugte das von Ziemann für die Karmeliten Brauerei entwickelte individuelle Konzept vor allem durch seine Energieeffizienz: „Das ressourcenschonende Gesamtkonzept der Karmeliten Brauerei Karl Sturm GmbH erreicht durch den Einsatz des innovativen Sudhaus-Konzepts Cascade von Ziemann Energieeinsparungen von ca. 30 % sowie die Reduktion des benötigten Bedarfs an elektrischer Energie von ca. 12 % bei gleichzeitiger Einsparung von bis zu 20 % an Trinkwasser“, heißt es dort. Der Nutzen des Energiekonzepts liegt in dem weitgehenden Verzicht auf fossile Primärenergie, in der Einsparung von CO2-Emissionen, Einsparung von Trinkwasser, Reduktion von Abwässern, Integration von regenerativen Energien und der effektiven Ausnutzung der Rohstoffe im Herstellungsprozess. Die Verantwortlichen von Ziemann haben die Pläne für die innovative Umgestaltung der gesamten Prozesskette der Brauerei gemeinsam mit Christoph Kämpf, Geschäftsführer der Karmeliten Brauerei, sowie Braumeister Thomas Eichenseher entwickelt. „Mit der Firma Ziemann hatten wir von Anfang an einen Partner dabei, dem Bier am Herzen liegt“, freut sich Christoph Kämpf. In dem beispielhaften Projekt ging es der Brauerei vor allem darum, auf Basis der Erfahrung und Expertise von Ziemann die Zukunft der Brauerei nachhaltig zu sichern.
Mit seinen seit 1973 am Markt befindlichen Automatisierungslösungen und dem 1977 eingeführten Prozessleitsystem Braumat unterstützt Siemens das handwerkliche Können der Bierbrauer, indem es einen kontinuierlichen Brauereibetrieb und die Wiederholbarkeit der Prozesse sicherstellt. Der Informationstechnologie kommt eine wachsende Bedeutung zu: Moderne Systeme können immer mehr Prozessparameter immer genauer überwachen und zudem den Zustand oder drohende Ausfälle von Komponenten registrieren. Gerade bei komplexen Betriebsabläufen und Anlagen ist diese Form von Transparenz wichtig, um eine hohe Produktivität und Qualität sicherzustellen.




