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    Transparente Brauprozesse erleichtern Produktionssteuerung
    Bildquelle nicht angegeben
    Getränkeindustrie

    Transparente Brauprozesse erleichtern Produktionssteuerung

    Hopfen, Malz, Hefe und Wasser reichen nicht mehr aus, um Bier unter den heutigen Wettbewerbsbedingungen herzustellen. Als fünfter Rohstoff für eine
    Veröffentlicht
    10. September 2013
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Getränkeindustrie

    Entwicklungen in der Informationstechnologie leisten heute einen entscheidenden Beitrag, um in bestehenden Brauereien Betriebsabläufe zu optimieren, Energie zu sparen und den Ausstoß bei gleichbleibenden oder kleineren Kapazitäten zu erhöhen. „In den letzten 40 Jahren hat die Basisautomatisierung die Produktion effizienter und verlässlicher gemacht. Allein in den letzten 15 Jahren ist die Produktivität in Sudhäusern mittels Automatisierung durchschnittlich um 30 % gestiegen“, erklärt Gunther Walden, Leiter Food & Bever-age der Siemens-Division Industry Automation, anlässlich einer Pressekonferenz im Vorfeld der drinktec bei der Karmeliten Brauerei in Straubing. Walden weiter: „Heute entwickelt sich die Prozessautomatisierung zu einem unentbehrlichen Tool, um auch die Neben- und Hilfsprozesse der Brauereien zu optimieren.“

    Die Straubinger Karmeliten Brauerei erhielt im März dieses Jahres für das gemeinsam mit Ziemann entwickelte Konzept der energieautarken Brauerei mit optimaler Rohstoffnutzung den „Bundespreis 2013 für hervorragende innovatorische Leistungen des Handwerks“. Laut Begründung der Jury überzeugte das von Ziemann für die Karmeliten Brauerei entwickelte individuelle Konzept vor allem durch seine Energieeffizienz: „Das ressourcenschonende Gesamtkonzept der Karmeliten Brauerei Karl Sturm GmbH erreicht durch den Einsatz des innovativen Sudhaus-Konzepts Cascade von Ziemann Energieeinsparungen von ca. 30 % sowie die Reduktion des benötigten Bedarfs an elektrischer Energie von ca. 12 % bei gleichzeitiger Einsparung von bis zu 20 % an Trinkwasser“, heißt es dort. Der Nutzen des Energiekonzepts liegt in dem weitgehenden Verzicht auf fossile Primärenergie, in der Einsparung von CO2-Emissionen, Einsparung von Trinkwasser, Reduktion von Abwässern, Integration von regenerativen Energien und der effektiven Ausnutzung der Rohstoffe im Herstellungsprozess. Die Verantwortlichen von Ziemann haben die Pläne für die innovative Umgestaltung der gesamten Prozesskette der Brauerei gemeinsam mit Christoph Kämpf, Geschäftsführer der Karmeliten Brauerei, sowie Braumeister Thomas Eichenseher entwickelt. „Mit der Firma Ziemann hatten wir von Anfang an einen Partner dabei, dem Bier am Herzen liegt“, freut sich Christoph Kämpf. In dem beispielhaften Projekt ging es der Brauerei vor allem darum, auf Basis der Erfahrung und Expertise von Ziemann die Zukunft der Brauerei nachhaltig zu sichern.

    Mit seinen seit 1973 am Markt befindlichen Automatisierungslösungen und dem 1977 eingeführten Prozessleitsystem Braumat unterstützt Siemens das handwerkliche Können der Bierbrauer, indem es einen kontinuierlichen Brauereibetrieb und die Wiederholbarkeit der Prozesse sicherstellt. Der Informationstechnologie kommt eine wachsende Bedeutung zu: Moderne Systeme können immer mehr Prozessparameter immer genauer überwachen und zudem den Zustand oder drohende Ausfälle von Komponenten registrieren. Gerade bei komplexen Betriebsabläufen und Anlagen ist diese Form von Transparenz wichtig, um eine hohe Produktivität und Qualität sicherzustellen.

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    Durch den Einsatz von MES-Anwendungen wie Simatic IT kann die Brauereileitung mittels der erfassten Daten die Prozesse auswerten und fortlaufend optimieren. Des Weiteren lassen sich diese Informationen in handfeste wirtschaftliche Vorteile wie geringerer Verbrauch von Rohstoffen und Energie ummünzen. So wurde etwa der Wasserverbrauch für die Herstellung von einem Liter Bier in den letzten zwei Jahrzehnten von rund 10 l auf durchschnittlich 3,5 l reduziert. „Mit der Simulation von Anlagen und Prozessen können wir den optimalen Ablauf von Prozessen erkennen und komplexe Abläufe besser als bisher steuern“, fasst Gunther Walden zusammen.

    Mit neueren Automatisierungslösungen lassen sich nicht nur mehr Daten verarbeiten, sondern die einzelnen Prozessschritte besser vernetzen und Anlagen umfassend über einen Leitstand zentral steuern. Vorteil für die Brauereien: Die Produktion ist flexibler, die Schwankungsbreiten bei Hauptprozessen zur Bierherstellung wird verringert und auch Nebenprozesse lassen sich präziser steuern.

    Für das erste Halbjahr 2014 kündigte Gunther Walden in Straubing die Einführung der Version 7.0 des bewährten Brauereisystems Braumat an. Diese neue Version wird auf den Einsatz mit Simatic-S7-Steuerungen sowie Industrie-PCs mit Windows 7 und Windows Server 2008 optimiert. Die Grundstrukturen und Projektierungsverfahren bleiben bei Braumat 7.0 unverändert. Die Anzahl der Signale oder der zu bearbeitenden Parameter werden dagegen erhöht und damit der Funktionsumfang wesentlich erweitert. Zugleich wird die Software um veraltete Komponenten bereinigt. Simatic-S5-Steuerungen und Windows-XP-Installationen werden in der neuen Version 7.0 nicht mehr unterstützt.

    Zu den weiteren wesentlichen Neuerungen von Braumat 7.0 zählt ein vereinfachtes Engineering sowohl durch effektivere wie auch additive Funktionen wie beispielswiese für Materialmanagement und die Automatisierung der Kellerbereiche. Die Bedienung des Systems wird durch eine überarbeitete graphische Benutzerschnittstelle weiter vereinfacht und den Bedürfnissen heutiger Operatoren angepasst. Parallel werden neue Funktionen den gestiegenen Sicherheitsanforderungen an heutige Automatisierungstechnik Rechnung tragen.

    Halle A4, Stand 107

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