Verbraucher achten, auch aufgrund der Corona-Pandemie, verstärkt auf gesunde Zutaten. Die Konsumgewohnheiten verschieben sich zugunsten neuer, Free-from- und Clean-label-Produkte. Auch die Getränke- und Liquid-Food-Branche, die sich vom 12. bis 16. September zur Weltleitmesse Drinktec in München trifft, sieht sich diesen Veränderungen in den Verbraucherwünschen gegenüber.
Die Frage nach dem persönlichen Wohlbefinden wird mehr und mehr zum Thema im Alltag. So wünschen sich die Verbraucher Produkte mit weniger Zucker – und die Hersteller von Getränken und flüssigen Nahrungsmitteln liefern. Die Top-3-Länder bei den Produkteinführungen zuckerreduzierter oder zuckerfreier Getränke in den letzten fünf Jahren waren – gemäß dem Marktforschungsunternehmen Mintel – Großbritannien (15 %), dicht gefolgt von Deutschland (13 %) und Frankreich (10 %). So zählten „Frankreich und Deutschland mit je 5 % der weltweit genehmigten Patente zu den fünf europäischen Ländern mit den meisten auf die Reduzierung von Zucker ausgerichteten Patenten“, erklärt Neha Srivastava, Food & Drink Patent Analyst bei Mintel. „Die Patente beziehen sich dabei auf die Geschmacksverbesserung von Süßungsmitteln oder die Entwicklung neuer Techniken, die die Kosten für die Herstellung von alternativen Zuckerarten reduzieren.“
Drinks ohne Alkohol
Auch die Nachfrage nach „NOLO“-Getränken (no-and-low-alcohol) ist in den vergangen zwei Jahren deutlich erkennbar gestiegen. Für den britischen Markt etwa verzeichnete eine Studie einen gesteigerten Verbrauch von NOLO-Getränken um 32,5 % während des ersten Lockdowns im Jahr 2020.
Gin oder Aperitiva mit 0 Vol.-% Alkohol, also Produkte, die sich somit nicht Spirituosen nennen dürfen, zeigen auf, dass das Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher auch in der Welt der Drinks und Cocktails neue Ansätze erfordert. Es wird aber nicht unbedingt einfacher, diese Getränke zu produzieren. Für die Herstellung des destillierten alkoholfreien Produkt Seedlip zum Beispiel wird eine Zeitspanne von sechs Wochen genannt, um die Mischung aus komplexen Kräutern, Gewürzen und Rinden zum gewünschten Geschmack zu kombinieren.
Smooties boomen
Es versteht sich von selbst, dass vor diesem Hintergrund auch saftbasierte Produkte Potenzial bieten. Gemäß Statista wird der weltweite Umsatz im Segment „anderer Saft, Saftmischungen & Smoothies“ im Jahr 2022 etwa bei 38 Mrd. Euro liegen. Für 2026 erwarten die Prognosen ein Marktvolumen von 45 Mrd. Euro, das entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 4,41 %. Bezogen auf die Mengen wird das Marktvolumen im Jahr 2026 laut Prognose 16 Mrd. l betragen. Als besonders interessant wird der US-amerikanische Markt eingeschätzt. Dort wird für 2022 ein Umsatzvolumen von 5 Mrd. Euro erwartet.




