Die im Folgenden vorgestellte Verpackungslinie verarbeitet flüssige Prozesshilfsstoffe, die bei der Herstellung von Getränken Anwendung finden. Auch bei diesen Hilfsstoffen gilt, dass die Natürlichkeit der Endprodukte wie Saft, Sekt, Wein und Bier, denen sie zugeführt werden, nicht durch chemische Zusätze beeinträchtigt werden darf. Die Haltbarkeit der bei der Erbslöh Geisenheim AG verarbeiteten Produkte muss daher durch Hygienefunktionen innerhalb des Herstellungs- und Verpackungsprozesses erzielt werden. Die Produktionslinie ist ein Beispiel dafür, welche Hygienefunktionen dabei zum Einsatz kommen können. Darüber hinaus war eine hohe Dosiergenauigkeit gefordert, da die verarbeiteten Produkte sehr wertvoll sind. Für die Konstruktion und Realisierung der Gesamtlinie war Optima Consumer verantwortlich.
Kieselsole, Gelatine, Enzyme und Flüssig-CMC kommen bei der Herstellung von Säften, Wein, Sekt und Bier zu verschiedenen Zwecken zum Einsatz. Beispielsweise, um die Getränke zu enttrüben (Kieselsole) oder auch um Maische ertrags- und inhaltsreicher entsaften zu können (Enzyme). R & D findet bei Erbslöh im eigenen Haus und in enger Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten statt. Die Produktparameter und die Produktqualität werden in eigenen Labors kontinuierlich geprüft, was neben einer umfassenden Beratung der Kunden und Anwender wesentlich für das Unternehmen ist.
Anne Schmitt, Director Supply Chain Management und Projektleiterin bei Erbslöh, berichtet von weiteren Anforderungen aus dem Lastenheft: „Neben der Desinfektion der Gebinde legten wir Wert auf die Reinigungsfähigkeit der Anlage und auf einen großen Formatbereich zwischen 50- und 1000-ml-Gebinden. Weiterhin waren uns die Versiegelung der Gebinde, eine eichfähige Gewichtskontrolle und eine Datenschnittstelle zum Produktionsleitstand wichtig.“ Da auf der Anlage säure- und enzymhaltige Getränkezusatzstoffe verarbeitet werden, wurde außerdem sehr auf die Korrosionsbeständigkeit und Robustheit der Anlage geachtet. Optima Consumer überzeugte mit einem Turnkey-Anlagenkonzept, das die umfassende Automatisierung von der Gebindeaufgabe bis hin zum Auslaufdrehteller beinhaltet. Die entscheidenden Anlagendetails befinden sich genau zwischen diesen beiden Punkten.
In einem ersten Schritt werden die Behältnisse inline in einem Spezialverfahren entkeimt. Dazu wurde eine frei programmierbare Gantry-achse mit Greifern installiert, die immer vier Behältnisse gleichzeitig aufnimmt. Die Gebinde werden um 180° auf den Kopf gedreht und über Entkeimungslanzen geführt. Von der Spitze der Stifte aus wird mit Reinluft angereichertes Reinigungsmittel auf die Innenseite der Behältnisse gesprüht, während die Lanzen gleichmäßig aus dem Behältnis ausfahren. Wichtig ist, dass der feine Sprühnebel die gesamte Innenfläche des Behältnisses benetzt und sich keine Perlen an der Innenhaut bilden. Letzteres wird auch durch die Viskosität des Mittels erzielt. Nach dem Absetzen dürfen keinerlei Rückstände des Reinigungsmittels am Behältnisboden verbleiben, genauso wie ein Heraustropfen aus dem gedrehten Behältnis in die Anlage absolut zu vermeiden ist. Messungen haben ergeben, dass in der Praxis die Innenseiten der Behältnisse zu 95 % benetzt werden – ein hervorragender Wert.




