In vielen Betrieben werden typischerweise Heizwasser, Dampf oder Luft zur Verfügung gestellt ohne genaue Kenntnis darüber, wo und in welcher Menge diese Medien benötigt werden. Nahezu jeder Produktionsbetrieb verfügt über ein Druckluftnetz, das jedoch in den seltensten Fällen überwacht und an die tatsächlichen Verbrauchsmengen angepasst wird. Dabei können hier leicht Kosten eingespart werden, wenn die für die Bereitstellung der Druckluft eingesetzten Kompressoren verbrauchsabhängig gesteuert werden. Selbst bei einem Strompreis von unter 10 Cent je Kilowattstunde lohnt sich eine Überwachung des Druckluftsystems mit Messtechnik, da die durch Leckagen oder nicht abgerufene Leistung entstehenden Kosten über ein Jahr gesehen schnell fünfstellig werden können. Erst mit einer messtechnischen Erfassung der Verbrauchsmengen kann eine wirkungsvolle Steuerung und Optimierung der Prozesse erfolgen.
Dasselbe gilt auch für Dampf: Neben Heizwasser ist Dampf einer der wichtigsten Energieträger in Anlagen zur Bier- und Getränkeherstellung. Alle wichtigen Produktionsprozesse wie Brauen, Pasteurisieren, Sterilisieren, Waschen oder Reinigen werden durch Dampf oder Heizwasser unterstützt. Die Bereitstellung von Dampf ist jedoch zunächst sehr energieintensiv, die Befeuerung der Kessel erfolgt meist mit fossilen flüssigen Brennstoffen oder Erdgas. Entsprechend ist eine genaue Messung der produzierten Mengen essenziell für eine optimierte Steuerung der Brenner und letztlich einen wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Betrieb der Anlage.
Die Krombacher Brauerei-Gruppe aus Kreuztal-Krombach ist mit einem Ausstoß von rund 6,4 Millionen Hektolitern im Jahr 2008 eine der größten deutschen Privatbrauereien. Die Sorte Krombacher Pils war im gleichen Jahr mit rund 4,6 Millionen Hektolitern die meistgekaufte Pilsmarke Deutschlands. Für ihre Hilfs- und Versorgungsprozesse suchte die Brauerei eine geeignete Messtechniklösung für die Energiebilanzierung. Insgesamt waren drei unterschiedliche Messaufgaben zu lösen. Die Wärmemengenmessung von Warmwasser und Heizwasser, die Messung der Durchflussmengen im Druckluftnetz und die Messung der Durchflussmengen von Dampf. Die Brauerei suchte für diese Messaufgaben einen Komplettlieferanten, der eine Lösung für sämtliche Aufgaben anbieten kann.
Die Messung des Verbrauchs der Wärmemenge einzelner Produktionsbereiche wie Dampferzeuger, CIP-Anlage, Heizkreislauf, Produktion oder Lüftungsanlage erfolgt in zwei voneinander getrennten Heizkreisläufen mit folgenden Bedingungen:
- Kreislauf 1: Heizwasser mit 160 °C bei 14 bar.
- Kreislauf 2: Warmwasser mit 90 °C bei 6 bar.
Zur Bestimmung der verbrauchten Wärmemenge ist neben dem Durchfluss des Heizwassers die Temperaturdifferenz vor und nach dem jeweiligen Verbraucher zu messen. Ziel ist die Ermittlung des Einzel- und Gesamtbedarfs an Heizwasser, der dann als Kostenfaktor den einzelnen Abnehmern zugewiesen werden kann.




