Solocap ist eine Tochtergesellschaft von La Maison Mélan Moutet und stellt am Industriestandort in Contrexéville alle Arten von Kunststoffverschlüssen für den Lebensmittelsektor her. Darunter ein Schraubverschluss, der für jede Glas- oder PET-Flasche geeignet ist. Dank eines um den Flaschenkragen angeordneten, klemmbaren Lammellenrings ermöglicht er ein einfaches, schnelles, absolut dichtes und sicheres Verschließen. Die Lamellen müssen dazu allerdings während der Produktion zuverlässig und sorgfältig auf Risse, Abrisse und Verdrehungen geprüft werden. Nur so kann die absolute Dichtheit der Verschlusskappe garantiert werden. Die Schwierigkeit liegt dabei vor allem in der sehr feinen Ausprägung der gesuchten Mängel und in der Vielzahl der Farben. Kunststoffkappen in 40 verschiedenen Farben und Schattierungen müssen genau geprüft werden. Das bisherige Inspektionssystem konnte diese hohen Anforderungen nicht mehr erfüllen.
Aprex Solutions hat dieses Ziel mithilfe von Bildverarbeitungstechnik und künstlicher Intelligenz erfolgreich gemeistert. Die zugrundeliegenden Bilder liefert eine USB-3-Industriekamera von IDS Imaging Development Systems.
Kontrollsystem auf die Anwendung trainiert
Die Lösung realisierte Aprex individuell auf Basis hauseigener Softwarealgorithmen. Die nötigen Spezifikationen wurden im Vorfeld in Zusammenarbeit mit dem Kunden erarbeitet. Dazu zählten auch mehrere Prüfstufen, eine davon z. B. die Ausschusskontrolle, um Falschmeldungen zu vermeiden.
Die Einführung der Verschlusskappenkontrolle erfolgte in zwei Phasen: Zunächst wurde mithilfe der intelligenten Track-KI-Lösung die spezifische Solocap-Anwendung trainiert. Die Software beinhaltet verschiedene Objektdetektor-, Klassifikator- und Standardmethoden, die auf unterschiedlichen Ebenen arbeiten. Entsprechend vernetzt, liefern sie am Ende das gewünschte, auf den Kunden zugeschnittene Ergebnis. Dabei garantieren vier Kontrollstufen mit mehreren Prüfpunkten eine Zuverlässigkeitsrate von über 99,99 %.
Im zweiten Schritt wurde diese Anwendung in der Produktionslinie direkt nach dem ersten Montagegang mit Track C&M implementiert. Letzteres wurde speziell für die vielfältigen Bildverarbeitungsanforderungen im industriellen Bereich entwickelt. Dazu zählen u. a. die Kontrolle und Sicherung einer Fertigungslinie bis hin zur Messung, Identifizierung und Klassifizierung von Defekten im Produktionsumfeld. Die Software-Suite liefert die gewünschten Ergebnisse, ohne langwierige Entwicklungsprozesse. Nach einem kurzen Training der KI-Methoden ist das komplette System beim Kunden einsatzbereit. Es verbindet im Fall von Solocap eine IDS-UI-3280CP-C-HQ-Industriekamera, eine leistungsstarke Ringbeleuchtung sowie eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) und ermöglicht so die umfassende Kontrolle über alle Prüfprozesse. Gleichzeitig zeichnet es alle Abläufe in Echtzeit auf und sorgt für eine lückenlose Nachverfolgbarkeit. Hierfür wird nur eine Kamera benötigt. Aprex Track C&M könnte aber bis zu fünf Kameras verwalten.




