Produktionsanlagen im Hygienic Design sind so konstruiert, dass sich keine Keime festsetzen können und sie sich leicht reinigen lassen; außerdem sind sie besonders robust. Im Kabelbereich erfüllen diese Anforderungen die Leitungen aus der Robust-Familie. Die Etherline Robust beispielsweise ist eine Leitung für Industrial Ethernet. Sie ist besonders witterungs-, ozon- und UV-beständig, außerdem halogenfrei und erlaubt häufiges Reinigen mit heißem Dampf und sauren oder alkalischen Reinigungsmitteln.
Die zweifache Abschirmung gewährleistet eine hohe Übertragungssicherheit in elektromagnetisch sensiblen Anwendungen. Für eine erhöhte Flammwidrigkeit gibt es die Leitungen als Ausführung Etherline Robust FR. Beide Etherline-Robust-Serien sind nach dem Profinet-Standard entwickelt und für Übertragungskategorien von Cat.5 bis Cat.7 erhältlich. Sie können somit Datenübermittlungsraten von 100 Mbit/s bis zu 10 Gbit/s realisieren.
Besonders widerstandsfähig sind auch die Anschluss- und Steuerleitungen der Serie Ölflex Robust. Sie gibt es mit VDE- und auch mit UL-Zertifizierung für den nordamerikanischen Markt. Materialbeständigkeits- und Funktionstests nach Ecolab bescheinigen, dass die Kabel und Leitungen die regelmäßige Reinigung mit industrieüblichen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln aushalten.
Leitungen für die Lebensmittelindustrie gibt es auch in den Serien Unitronic Robust für niederfrequente Datenleitungen und Hitronic Robust für die optische Datenübertragung.
Alle Robust-Marken haben eines gemeinsam: Die Kabelmantel bestehen aus Spezial-TPE. Dieses thermoplastische Elastomer schneidet im Anwendungsbereich deutlich besser ab als sonst für die Branche verwendete Mantelmaterialien aus Polyurethan (PUR). Letzteres hat zwar eine enorme Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb, aus Tests ist aber bekannt, dass PUR zur Hydrolyse neigt. Das kann langfristig zu Kurzschlüssen führen. Kabel mit einem PUR-Mantel sollten deshalb nur in trockenen Räumen verlegt werden und keinesfalls in Wasserlachen liegen, außer man schützt sie durch Schutzschläuche wie Silvyn FG NM. Für die Lebensmittelindustrie ist das eine Einschränkung, die der Anwender kennen muss.
Die Experten von Lapp Engineering in der Schweiz haben sich eine Alternative aus Spezial-TPE einfallen lassen. Dieser Kunststoff aus einer thermoplastischen Phase (z. B. Polypropylen (PP)) sowie einem Elastomer (z. B. Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM)) erfüllt die Anforderungen in der Lebensmittelindustrie schon recht gut. Damit war er für die Materialforscher das geeignete Ausgangsmaterial für die weitere Materialoptimierung.
Dazu variierten die Wissenschaftler im Technikum in Cham das Mischungsverhältnis der Polymere. Außerdem setzten sie Additive zu, die in die Compoundmatrix eingebaut wurden, zum Beispiel Verarbeitungshilfen, die eine extrem glatte Oberfläche erzeugen.




