Die erste industrielle Revolution bestand in der Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft, darauf folgte die Massenfertigung mithilfe von Fließbändern und elektrischer Energie, die als zweite industrielle Revolution bezeichnet wird. Daran schloss sich die digitale Revolution an, also der Einsatz von Elektronik und IT zur weiteren Automatisierung der Produktion. Die vierte industrielle Revolution – auch Industrie 4.0 genannt – soll die digitale Vernetzung aller industriellen Prozesse umfassen, beginnend bei der Idee über die Produktion bis hin zur Anlieferung beim Kunden. Das sogenannte Internet der Dinge soll begleitend die Elektrotechnik, die Informationstechnologie und den Maschinen- und Anlagenbau verschmelzen.
2011 von der Bundesregierung als digitale Agenda ausgerufen, steckt die Herausforderung wohl darin, Industrie 4.0 im Rahmen der digitalen Infrastrukturen und der sich wandelnden Produktions- und Automatisierungstechnik in den Betrieben zu implementieren und praxisnah zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit zu nutzen.
Vor dem Hintergrund von Industrie 4.0 hat GQM eine Befragung von Kunden und Interessenten aus den Bereichen Brauereien, Getränkehersteller, Molkereien und der sonstigen Lebensmittelindustrie durchgeführt. Folgende Begriffe verbanden die Befragten vornehmlich mit Industrie 4.0:
- Verknüpfung von industrieller Fertigung und Informationstechnologie
- Anlagen, Maschinen, Produkte und Bauteile kommunizieren miteinander, tauschen Daten und Informationen aus und steuern sich gegenseitig
- cyberphysisches Produktionssystem (Erfassen von Daten über produktionsintegrierte Sensoren und Messsysteme in Echtzeit)
- intelligente Peripherie (Logistikgeräte sind mit ERP oder MES verknüpft)
- vollständige Automatisierung des Produktionsprozesses in einem Unternehmen.
Als Beispiele für bereits integrierte und genutzte Technik wurden u. a. Barcode (78 %), Rückmeldung aus der Maschinensteuerung (63 %) und elektronische Sensoren (56 %) genannt.
Der größte Investitionsbedarf für die Einführung von Industrie 4.0 liegt nach Angabe aller Branchen in der Produktion. Mit großem Abstand zur restlichen Branche gaben 60 % der Befragten aus der Brauerei- und Getränkeindustrie an, in den Bereichen Produktherstellung und Abfüllung vorwiegend automatisiert zu arbeiten. Über die gesamte Prozesskette vom Wareneingang über die Produktherstellung mit allen Material- und Produktmengenbewegungen bis zur Abfüllung finden sich nur wenige Betriebe, die eine Vollautomatisierung der Datenerfassung realisiert haben. Der Trend liegt jedoch bei Unternehmen mittlerer Größe eindeutig darin, die vorhandenen Daten intensiver in MES- und ERP-Systeme zu integrieren und auch übergreifend auszuwerten.




