Dr. Jürgen Bernhardt, Dr. Roland Wacker
In Zukunft wird jeder Mensch mehr Verantwortung für seine eigene Gesundheit und Gesunderhaltung tragen müssen. Davon ausgehend gewinnen Themen wie Sport, gesunde Lebensführung und Ernährung immer mehr an Bedeutung. Gleiches gilt für funktionelle Lebensmittel, die durch einen erhöhten Gehalt an bestimmten, die Gesundheit fördernden Inhaltsstoffen gekennzeichnet sind. Dieser erhöhte Gehalt kann einerseits durch den Zusatz ausgewählter Inhaltsstoffe sichergestellt werden oder andererseits durch die sinnvolle Kombination von natürlichen Teilprodukten, sodass im Endprodukt insgesamt eine erhöhte Konzentration einzelner Inhaltsstoffe sichergestellt ist.
Derartige Produktkonzepte sind geeignet, erhöhte Bedarfe an ausgewählten Inhaltsstoffen zu decken, ohne dass damit das Potenzial und der Nutzen einer gesunden Ernährung relativiert werden soll. Unter dieser Prämisse ist es gerade in diesem Marktsektor besonders wichtig, mit strengen Kriterien und objektiven Untersuchungen die Qualität des Produktes wissenschaftlich zu belegen. Dies gilt auch im Hinblick auf die Bewerbung der Produkte. Neben den staatlichen Aufsichtsbehörden und Verbraucherinteressenverbänden wacht nicht zuletzt auch die Konkurrenz streng über die Einhaltung von Deklarationen und Werbeaussagen. Deklarierte Inhaltsstoffe sollten deshalb im eigenen Interesse des Inverkehrbringers unbedingt unter Produktions- und Verkaufsbedingungen in dem durch das Mindesthaltbarkeitsdatum gegebenen Produktlebenszyklus untersucht werden.
Viele natürliche Produkte besitzen positive Wirkungen, die zum Teil einzelnen Inhaltsstoffen zugeordnet werden können. Häufig, und typisch für Lebensmittel, wirken ganze Inhaltsstoffkomplexe auch synergistisch zusammen. So bieten sich entweder Reinsubstanzen mit erwiesener Unbedenklichkeit (Gras-Liste der FDA) oder entsprechend untersuchte natürliche Extrakte, Konzentrate etc. zur Veredelung von Produkten in besonderer Weise an. Beispiele hierfür sind neben den Vitaminen unter anderem auch Anthocyane in Heidelbeerextrakten, Flavonoide aus Kakao, Ginkgo-, Soja- und Rotklee-Extrakte, Sesquiterpensäuren aus Baldrian, Ginsenoside aus Ginsengwurzel, Catechine aus Grüntee sowie die Reinsubstanzen Taurin, Coffein und Coenzym Q10. Wichtige Stoffgruppen sind auch Polyphenole, Carotinoide, Flavonoide, Terpene, Phytosterine, Glucosinolate, Saponine und Phytoöstrogene.
Bei der Anreicherung von Lebensmitteln mit den oben genannten Zusatzstoffen ergeben sich für den Hersteller zahlreiche analytische Fragestellungen: So sollte bei der Zugabe von Multikomponentengemischen wie Pflanzenextrakte, -konzentrate etc. zunächst eine Leitsubstanz identifiziert werden, die repräsentativ für den angestrebten Verwendungszweck sowohl im fertigen Produkt als auch im Rohstoff vorkommt. Korrespondierend dazu muss die Nachweistechnologie bzw. das konkrete Nachweisverfahren aufgebaut und validiert werden. Hierzu muss ein schnelles, exaktes und kostengünstiges Analysenverfahren ausgewählt werden, das in der Lage sein sollte, die oft erhebliche Anzahl an Einzelverbindungen in geringer Konzentration neben den vielfach größeren Anteilen an umgebenden Matrixbestandteilen aufzutrennen und zu quantifizieren. Diese Forderung erfüllt die Hochdruck-Flüssigchromatografie (HPLC).




