Brust oder Keule? Diese Frage stellen sich immer mehr Verbraucher bei der Zusammenstellung ihres Speiseplans, denn Geflügelfleisch wird immer beliebter: 1 577 100 t kamen im Jahr 2010 in Deutschland auf den Tisch. Davon entfielen 981 500 t allein auf Hähnchenfleisch. Das entsprach einem Pro-Kopf-Verbrauch von 11,4 kg – oder sieben bis acht ganzen Hähnchen.
Maßgebenden Anteil daran hat die Landgeflügel FG Vertriebsgesellschaft mbH, einer der Markt- und Innovationsführer der Branche. Insgesamt vier Betriebsstätten betreibt das Unternehmen an Standorten im Emsland und Celler Land. Darunter auch zwei Hähnchenverarbeitungsbetriebe.
Jüngste und modernste Produktionsstätte ist die im Herbst 2011 eröffnete Celler Land Frischgeflügel GmbH & Co. KG in Wietze im östlichen Niedersachsen. Rund 600 Mitarbeiter verarbeiten hier im Zweischichtbetrieb 195 000 Hähnchen pro Tag zu küchenfertigen Produkten. Zum Beispiel zu Hähnchenkeulen, -brustfilets und -schnitzeln.
Enorm wichtiges Medium der Prozesssicherheit bei Celler Land Frischgeflügel ist die Druckluft. Ohne sie stünden in Wietze die Bänder still – beziehungsweise die Kette. Als das zentrale Transportmittel des Betriebs transportiert die Kette die Hähnchen durch den gesamten Produktionsweg. Für einen störungsfreien Lauf muss sie stets auf Spannung gehalten werden. Diese Aufgabe übernehmen spezielle, druckluftbetriebene Stellmotoren.
„So wenig, wie wir uns Durchhänger in der Förderkette leisten können, so wenig dürfen unsere Zerlegeanlagen ausfallen oder Staus in der Verpackungslinie entstehen“, erläutert Christian Plagge, technischer Leiter bei Celler Land Frischgeflügel. „Auch hier brauchen wir eine zuverlässige Druckluftversorgung. Zum Betrieb der pneumatischen Messer und für die automatische Aufstellung der Verpackungskartons. Und zwar absolut trockene Druckluft“, so Plagge weiter.
Eine große Herausforderung angesichts der betriebsbedingt schwierigen Voraussetzungen eines Zerlegebetriebs mit zahlreichen verschiedenen Temperaturzonen. So liegt in vielen Arealen der Produktion eine Raumtemperatur von nur wenigen Grad über dem Gefrierpunkt an. Andere Bereiche wiederum sind nochmals deutlich kühler, einige weitaus wärmer.
Zu berücksichtigen sind zudem die im Norden Deutschlands oft besonders ausgeprägten klimatischen Bedingungen – so hatte man in Wietze im Winter 2011/2012 zum Beispiel mit Außentemperaturen von -20 °C zu kämpfen.
„Ein niedriger Drucktaupunkt ist also unbedingte Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Druckluftversorgung in einem solchen Arbeitsumfeld“, erklärt Heino Haegermann, Geschäftsführer der Lutena GmbH Drucklufttechnik. Das 1980 in Bremen gegründete Unternehmen zählt heute zu den führenden deutschen Spezialisten für Druckluftaufbereitung, Kälte-, Vakuum-, Kühlwasser- und Hochdrucktechnik sowie Stickstofferzeugung.




