Das Produkt-Inspektionssystem Raycon D von Sesotec wird hauptsächlich für die Endkontrolle von verpackten Produkten eingesetzt. Es ermöglicht eine präzise Inline-Detektion einer Vielzahl von Fremdkörpern. Schwierig zu detektierende Fremdkörper wie Injektionsnadeln meistert das System durch die Aufteilung des Röntgenbildes in Zonen.
Mit Inspektionssystemen können Produkte in der Fleischverarbeitung auf ihre Reinheit untersucht werden. Die Detektion von einfachen metallischen Fremdkörpern in Lebensmitteln, beispielsweise Schrauben, Muttern oder Unterlegscheiben, sind nach aktuellem Stand der Technik kaum mehr eine Herausforderung. Als schwierig zu detektierende Fremdkörper hingegen können Injektionsnadeln betrachtet werden.
Wie die Nadel ins Fleisch kommt
Beim Impfen von Geflügel, Schweinen und Rindern kommt es vor, dass Injektionsnadeln zu Bruch gehen – auch bei sorgfältiger Handhabung. Die gebrochene Nadel verwächst mit dem Hautgewebe und stellt somit für den späteren Fleischverarbeitungsprozess ein potenzielles Risiko dar. Die Größe von Injektionsnadeln oder Bruchstücken ist in EN ISO 6009 und EN ISO 9626 kategorisch in Gauge festgelegt. Die Einheit steht für die Feinheit des Außendurchmessers. Je höher der Gauge-Wert, desto geringer ist der Außendurchmesser der Kanüle. Für den Impfvorgang bei Schweinen etwa werden häufig 20 oder 25 Gauge dicke Injektionsnadeln verwendet. 20 Gauge entsprechen einem Außendurchmesser von 0,7 mm und 38 mm Länge; 25 Gauge einem Außendurchmesser von 0,5 mm und Längen von 16, 30 oder 32 mm. Das Verschlucken eines Fremdkörpers und erst recht einer abgebrochenen Injektionsnadel kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen bis hin zum Tod führen. Priorität hat daher, die Nadel bereits vor der weiteren Verarbeitung zu detektieren und zu entfernen.
Wirtschaftliche Risiken
Neben dem gesundheitlichen Aspekt gibt es auch wirtschaftliche Risiken, wie der erhöhte Verschleiß von Maschinen und Anlagen, wenn Fremdkörper zusammen mit dem Fleisch verarbeitet werden. Treffen beispielsweise die Messer eines Kutters auf den Fremdkörper, so kann die Technik einen Schaden davontragen. Hohe Wiederbeschaffungskosten, Linienstillstände bis zum Produktrückruf sind die Folgen. Weiterhin steigt das Risiko, dass Fremdkörper durch Messer noch feiner zerkleinert werden. Für winzige Teilchen nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass diese detektiert werden, noch weiter ab.
Sind Inspektionssysteme in den Produktionsprozess zu integrieren oder werden sie bereits eingesetzt, so muss nach den gängigen HACCP-Richtlinien eine Risikoanalyse durchgeführt werden. Dabei ist zu jeder Verarbeitungsstufe eine Analyse mit Bewertung der
Risikowahrscheinlichkeit und deren Folgen vorzunehmen. Der Einsatz der jeweiligen Technologie muss je nach Verarbeitungsschritt, der Detektionswahrscheinlichkeit sowie den Kosten der unterschiedlichen Verfahren gegenübergestellt werden.




