Christian Gutknecht, Tim Schrodt
Die Erfassung des Wasserverbrauchs beginnt an der Einspeisung zum Werksgelände mit dem Wasserzähler des Versorgers. Jedoch genügen diese Verbrauchsdaten als alleinige Informationsquelle selten zum Auffinden von Einsparpotenzialen im Betrieb. Dabei könnte der Frischwasserverbrauch um 20 bis 30 % reduziert werden. Besonders der Reinigungsbetrieb der Schlacht- und Zerlegeanlagen bietet oftmals Optimierungspotenziale, da hier der Verbrauch vom bewussten Umgang mit Wasser abhängig ist. Doch nur was gemessen wird, kann dem Reinigungspersonal bewusst gemacht werden. Die frühzeitige Entdeckung von Leckagen im Kühlwassersystem oder an der Kistenwaschanlage wird ebenfalls nur durch eine Verbrauchsüberwachung möglich. Hier hat sich in der Fleischwirtschaft das magnetisch-induktive Durchflussmesssystem Proline Promag W als Wasserzähler bestens bewährt. Neben der einfachen Installation und Inbetriebnahme benötigt das Messprinzip keine mechanischen Teile, ist also absolut robust und unempfindlich gegen Verkalkungen. In Kombination mit einem Temperatursensor der Reihe Omnigrad M und dem Energiemanager RMS621 können zusätzlich die verbrauchten Wärmemengen für Heizung, CIP und Brühturm erfasst werden.
Die Möglichkeit zur nachträglichen Anbringung einer Durchflussmessung, zum Beispiel auch an schwer zugänglichen Stellen, bieten die Clamp-On-Ultraschallsensoren Prosonic Flow W. In Leitungen von DN 50 bis 4000 kann somit einfach und preisgünstig eine Wasserverbrauchsmessung durch Aufschnallen der Sensoren erfolgen.
Hat das Wasser seinen Einsatzzweck erfüllt, so ist es durch eine hohe organische Schmutzfracht belastet, die hauptsächlich aus Blut, Fett, Haaren, Borsten, Fäkalien und den Feststoffen des Magen- und Darminhaltes besteht. 95 % der Betriebe leiten ihr Abwasser nach entsprechender Vorbehandlung in eine kommunale Kläranlage ein (Indirekteinleiter), die übrigen 5% der Betriebe bereiten es in der hauseigenen Kläranlage auf. Doch schon durch eine effiziente Vorreinigung können die Gesamtkosten für die Abwasserentsorgung erheblich reduziert werden.
In der Regel bereiten die Schlachthöfe ihr Abwasser mit einer betriebseigenen Flotationsanlage auf, sodass es anschließend indirekt eingeleitet werden kann. Dabei werden emulgierte und dispergierte Schmutzstoffe durch geeignete Fällungsmittel entstabilisiert, sodass sie ausfallen und sich durch Zugabe eines Flockungsmittels zu losen Flocken zusammenschließen. Um diese anschließend aus dem Abwasser zu entfernen, wird Luft feinperlig in das Flotationsbecken eingeblasen, sodass sich die Luftbläschen an die Schmutzflocken anheften und diese zur Oberfläche aufschwimmen lassen. Der pH-Wert spielt bei diesen komplexen Vorgängen eine wichtige Rolle und muss daher fortlaufend kontrolliert werden. Auch schreibt die Abwasserverordnung vor, dass nur Abwässer in einem pH-Bereich von 6,5 bis 9,5 eingeleitet werden dürfen. Zur Kontrolle und Steuerung kommen dabei besonders verschmutzungs- und feuchtigkeitsunempfindliche pH-Messsysteme zum Einsatz.




