Obwohl die Automatisierung branchenübergreifend stetig zunimmt, setzt sie in der fleischverarbeitenden Industrie wegen der hohen Komplexität und der Inhomogenität des Ausgangsmaterials vergleichsweise zeitversetzt an. Der erste Automatisierungsschritt gelingt mit Auto-Command, einer in verschiedenen Ausführungen erhältlichen, windows-basierten Steuerung, die eine rezepturbasierte Verarbeitung in allen Kuttern, Mischern und Mischer-Wölfen von Seydelmann ermöglicht. Auch komplizierte Rezepturen lassen sich standardisiert und wiederholbar herstellen. Jede Charge wird nach hinterlegten Rezepturen zusammengestellt und dank voreingestellter Parameter, z. B. Dauer des Kutterns oder zeitversetzte Materialzugaben, immer einheitlich verarbeitet. Der Produktionsplan speichert und verarbeitet zahlreiche Rezepte in der gewünschten Reihenfolge. Der integrierte Rezepturrechner passt bei veränderter Gesamtmenge einzelne Mengenangaben selbstständig an.
Der Benutzer kann über den Bildschirm aktuelle Arbeitsschritte beobachten und den Arbeitsprozess kontrollieren. Bei Bedarf ist ein rasches Eingreifen und anschließend eine Fortführung des automatisierten Prozesses möglich. Das Servicemodul zeigt anstehende Kundendienst- und Wartungstermine an. Zur Fehlerdiagnose und -behebung kann aus der Ferne der Systemzugang für Seydelmann-Techniker freigeschaltet werden. Diese können sich nach Freigabe in das System einloggen und die angefallene Störung beheben.
Die Steuerung Auto-Command verbessert die Kosten- und Materialienverwaltung. Die Gesamtverbrauchsfunktion ermittelt die Menge jeder verwendeten Zutat, der Verbrauch kann zurückverfolgt, die Materialbeschaffung langfristig geplant werden. Es können alle Daten an das ERP-System übertragen und in der Ressourcenverwaltung berücksichtigt werden. Sämtliche Arbeitsgänge werden aufgezeichnet, wodurch sich der Produktionsprozess im Nachhinein analysieren lässt. Die Datenaufzeichnung eignet sich auch als langfristiger Qualitätsnachweis, zum Beispiel zur Dokumentation im Rahmen der ISO-9001-Zertifizierung, bei Audits oder zur Vorlage einer HACCP-Dokumentation. Die Qualitätssicherung wird durch die Möglichkeit zur Anbindung weiterer Arbeitsplätze erleichtert. Alle Funktionen können somit auch außerhalb der Produktionsräume bedient und überwacht werden. Die Benutzerverwaltungsfunktion ermöglicht die Zuteilung unterschiedlicher Zugangsberechtigungen für einzelne Benutzer.
Werden unterschiedliche Produkte in unmittelbarer Nähe hergestellt, empfiehlt sich die Verwendung eines Funkscanners zur Überwachung der Zugabe einzelner Materialien. Die Behälter des Ausgangsmaterials werden mit RFID- oder Barcodes versehen, die vor der Zugabe gescannt und im Rezepturablauf hinterlegt werden. Wird eine falsche Zugabe gescannt, sperrt die Beladung, wodurch eine korrekte Reihenfolge sichergestellt ist. Gleichzeitig sind eine Rohstoffrückverfolgung und der Bezug jeder Zugabe der produzierten Charge möglich.




