Krankmachende Bakterien in Hackfleisch, abgepackten Salaten und Fertigteigen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und die Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV), stellten auf einer Pressekonferenz aktuelle Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung vor.
Bei amtlichen Untersuchungen von Rinderhackfleisch wurden potentiell krankmachende Keime gefunden. Das BVL rät daher empfindlichen Verbrauchergruppen, wie Kleinkindern, älteren und immungeschwächten Menschen sowie Schwangeren, Hackfleisch nur ausreichend durcherhitzt zu verzehren.
Über 400 Proben Rinderhackfleisch
Im Zoonosen-Monitoring 2021 wurden über 400 Proben Rinderhackfleisch untersucht. Bei 28 von 420 Proben (6,7 %) wurden Shiga-Toxin bildende E. coli (STEC) nachgewiesen. Diese Bakterien können akute Darmentzündungen hervorrufen, die zum Teil einen schweren Verlauf nehmen. Insbesondere bei Kindern kann eine Infektion mit STEC zur Ausbildung eines hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) führen, das oftmals mit einem akuten Nierenversagen einhergeht.
88 von 410 auf Listerien (Listeria monocytogenes) untersuchten Proben (21,5 %) waren zudem positiv. Infektionen mit Listeria monocytogenes treten vergleichsweise selten auf, die Listeriose gehört aber zu den schwerwiegendsten durch Lebensmittel übertragbaren Krankheiten. Die im Rinderhackfleisch nachgewiesenen Keimzahlen waren zwar gering, für besonders empfindliche Verbrauchergruppen können aber auch niedrigere Keimgehalte eine Gesundheitsgefahr darstellen.
Geschnittene und abgepackte Salate
Fertig geschnittene und abgepackte Salate sparen zwar Zeit bei der Zubereitung, können aber gleichzeitig auch Krankheitskeime enthalten. Das feuchte Milieu, das in den Packungen herrscht, begünstigt zudem die Vermehrung der Keime.
Im Rahmen des Zoonosen-Monitorings 2021 wurden über 400 Proben von Feldsalat, Rucola und Pflücksalat in Fertigpackungen untersucht. In 200 von 428 Proben (46,7 %) wurden präsumtive Bacillus cereus nachgewiesen. Der Verzehr von mit präsumtiven Bacillus cereus verunreinigten Lebensmitteln kann zu Erbrechen oder Durchfall führen. Eine potentielle Gesundheitsgefahr geht insbesondere von hohen Keimgehalten von über 105 koloniebildenden Einheiten pro Gramm (KbE/g) aus, wie sie in 2,1 % der untersuchten Proben nachgewiesen wurden.
Zudem wurden in 8 von 423 Salatproben (1,9 %) STEC-Bakterien gefunden, die akute Darmentzündungen hervorrufen können. 10 von 433 Proben (2,3 %) enthielten in geringen Keimzahlen Listerien (Listeria monocytogenes).




