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    Hygienisch und ergonomisch
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    Fleischverarbeitung

    Hygienisch und ergonomisch

    Die Bedieneinheiten der Fleischereimaschinen von Seydelmann sind nach den Maßgaben der hygienegerechten Konstruktion aufgebaut – und sie sind sehr
    Veröffentlicht
    05. April 2009
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Fleischverarbeitung

    Uwe Schmidt

    Seit Jahrzehnten entwickelt und fertigt die Maschinenfabrik Seydelmann KG Maschinen für die Fleischzerkleinerung. Zum Produktprogramm des Unternehmens gehören Kutter, Koch-Vakuum-Kutter sowie Wölfe für Frisch- und Gefrierfleisch. Auch Mischer, Mischer-Wölfe und Feinstzerkleinerer gehören zum Produktportfolio, das für seine Langlebigkeit und die hohe Qualität bekannt ist. Das Leistungsspektrum reicht von Maschinen für kleine Mengen bis zu schweren Kuttern mit einem Gewicht von 8 t, die pro Charge 700 kg Brät verarbeiten können. Häufig werden die einzelnen Maschinen auch zu kompletten Linien verkettet. Der gute Ruf des Unternehmens, das in Aalen (Produktion) und Stuttgart (Vertrieb) ansässig ist und rund 230 Mitarbeiter beschäftigt, zählt nicht nur auf dem Heimatmarkt: Der Exportanteil liegt bei rund 75 %. Traditionell zeichnen sich die Seydelmann-Maschinen durch eine hohe Fertigungstiefe aus, und das ist sicherlich ein maßgeblicher Grund für das anerkannt hohe Qualitätsniveau. Der gesamte Stahlbau wird ebenso im eigenen Hause erledigt wie die Fertigung der Bedieneinheiten. In beiden Fällen gelten hohe Hygieneanforderungen, die sich auch auf das Design der Maschinen auswirken. Die sorgfältig bearbeiteten Edelstahloberflächen sind völlig glatt, sodass sich keine Fleischreste ablagern können.

    Das Bedienkonzept ist ganz auf Ergonomie und Hygiene ausgerichtet. „Wir achten darauf, dass alle Bedienelemente ergonomisch angeordnet sind und dass die Funktionen ohne Blickkontakt bedient werden können“, erläutert Bernd Werlein, der bei Seydelmann als Leiter Elektrokonstruktion arbeitet. Dies erreicht man mit Bedientableaus, die mit Bedienelementen von Elan, einem Unternehmen der Schmersal-Gruppe, ausgestattet sind. Neben Drucktastern, Wahlschaltern und Leuchtmeldern aus dem N-Programm kommen auch Kreuzhebeltaster von Elan zum Einsatz.

    Über die Kreuzhebeltaster kann der Bediener der Seydelmann-Maschinen bis zu vier unterschiedliche Funktionen auslösen. „Jeder Schalter“, so Werlein, „ist mit logisch zusammenhängenden Funktionen belegt. So kann man die Maschine intuitiv bedienen, und Fehlbedienungen sind außerordentlich unwahrscheinlich.“ Zudem haben die Konstrukteure gegenseitige elektrische Verriegelungen vorgesehen, die eine kombinierte Betätigung von solchen Funktionen ausschließen, die nicht zusammenpassen. Auf diese Weise kommt man mit wenigen Bedienelementen aus, deren Funktionen sich schnell erschließen. Alternativ werden für einige Bedienvorgänge auch Kreuzschalter statt Kreuztaster eingesetzt, bei denen die Betätigungshebel in der betätigten Stellung einrasten.

    Bei der Konstruktion der Bedienelemente ist die Hygiene mindestens ebenso wichtig wie die Ergonomie. Deshalb setzt Seydelmann das N-Programm der Bedienelemente ein, das Elan speziell für die Nahrungsmittelindustrie entwickelt hat. Als Grundlage dabei diente die Europa-Norm EN 1672-2, die allgemeine Gestaltungsleitsätze zu den Hygieneanforderungen an Nahrungsmittelmaschinen enthält. So weist die Gerätegeometrie keine Ecken und Kanten auf. Das schafft die Voraussetzung für eine gründliche und rückstandsfreie Reinigung der Geräteköpfe und damit für eine Vermeidung von Kreuzkontaminationen. Selbstverständlich sind die verwendeten Werkstoffe für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie zugelassen. Das N-Programm umfasst u. a. Druck- und Leuchttaster, Kurzhubtaster, verschiedene Arten von Wahlschaltern, Pilztaster, Meldeleuchten, Stufenschalter, Potenziometerantriebe, Hauptschalter bis 63 A, Not-Stopp-Befehlsgeräte und Edelstahlgehäuse. Die hygienegerechte Ausführung des N-Programms wird durch eine Baumusterprüfung mit dem Hygiene-Prüfzertifikat der Prüfstelle der Fleischerei-BG bestätigt.

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    Glatte Konturen und Oberflächen sind aber nur ein Aspekt der hygienegerechten Konstruktion – der andere, ebenso wichtige, ist der Schutz gegen Nässe und Feuchtigkeit. Denn wo Hygienevorschriften zu beachten sind, wird gründlich gereinigt. Dies gilt besonders für die Fleischereiindustrie, die laut „Risikograf für das Hygienerisiko an Nahrungsmittelmaschinen“ hygienisch hochsensible Produkte der Produktrisiko-stufe P2 verarbeitet.

    Die Reinigung erfolgt in der Regel mit Hochdruckreinigern. Ihr Heißwasserstrahl (etwa 80 °C) sollte nicht direkt auf die Bedientableaus gerichtet werden, ausschließen lässt sich dies jedoch nicht. Die Bedienelemente sind darauf eingerichtet. Sowohl das N-Programm als auch die Kreuztaster entsprechen den Anforderungen der Schutzart IP 69 K. Das heißt: Bei einem Wasserstrahl, der mit einem Druck von 100 bar auf die Geräteköpfe trifft, kann kein Wasser in das Geräteinnere gelangen.

    Dass man bei der Fertigung der Bedienpanels ein hohes Maß an Expertise benötigt, liegt auf der Hand. Deshalb delegiert Seydelmann diese Aufgabe nicht an Zulieferer, sondern fertigt die Bedieneinheiten selbst. Neben der wirkungsvollen Abdichtung überzeugt dabei auch das handwerkliche Finish der Frontplatte: Die Bedienhinweise und Piktogramme sind eingeprägt. Dazu passt die hochwertige Optik der Bedienelemente, die selbst eine unsanfte Bedienung problemlos übersteht.

    Sowohl im Innern der Fleischereimaschinen als auch im Schaltschrank kommt Sicherheitstechnik der Elan-Schwestergesellschaft Schmersal zum Einsatz. So wird bei den Kuttern die Stellung der Schutzhaube über einen Positionsschalter mit Sicherheitsfunktion abgefragt. Wenn die Haube geöffnet ist, kann die Maschine nicht starten. Bei den Lärmschutzdeckeln der Kutter hat Seydelmann ein stufenweises Sicherheitskonzept realisiert: Wenn der Bediener den Deckel des Kutters öffnet, wird die Messergeschwindigkeit schon automatisch auf die Hälfte der Maximalgeschwindigkeit reduziert. Dies dient dazu, die Produktivität zu erhöhen. „Die Sicherheitsfunktionen müssen sich optimal in die Prozesse integrieren“, sagt Werlein. „Der Bediener will nicht warten, sondern produktiv arbeiten.“ Aus diesem Grund setzt man als Signalgeber für die Freigabe beispielsweise von Schutztüren oder von den Handschutzhauben am Auslauf der Wölfe keine sicheren Zeitglieder ein, sondern Schmersal-Stillstandswächter FWS 1206, die die reale Geschwindigkeit der Gefahr bringenden Bewegung erfassen und damit früher den Zugang zum Arbeitsraum der Maschine ermöglichen, als ein Zeitglied es tut.

    Halle 9, Stand D18

    Online-Info www.dei.de/0409432

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