Uwe Schmidt
Seit Jahrzehnten entwickelt und fertigt die Maschinenfabrik Seydelmann KG Maschinen für die Fleischzerkleinerung. Zum Produktprogramm des Unternehmens gehören Kutter, Koch-Vakuum-Kutter sowie Wölfe für Frisch- und Gefrierfleisch. Auch Mischer, Mischer-Wölfe und Feinstzerkleinerer gehören zum Produktportfolio, das für seine Langlebigkeit und die hohe Qualität bekannt ist. Das Leistungsspektrum reicht von Maschinen für kleine Mengen bis zu schweren Kuttern mit einem Gewicht von 8 t, die pro Charge 700 kg Brät verarbeiten können. Häufig werden die einzelnen Maschinen auch zu kompletten Linien verkettet. Der gute Ruf des Unternehmens, das in Aalen (Produktion) und Stuttgart (Vertrieb) ansässig ist und rund 230 Mitarbeiter beschäftigt, zählt nicht nur auf dem Heimatmarkt: Der Exportanteil liegt bei rund 75 %. Traditionell zeichnen sich die Seydelmann-Maschinen durch eine hohe Fertigungstiefe aus, und das ist sicherlich ein maßgeblicher Grund für das anerkannt hohe Qualitätsniveau. Der gesamte Stahlbau wird ebenso im eigenen Hause erledigt wie die Fertigung der Bedieneinheiten. In beiden Fällen gelten hohe Hygieneanforderungen, die sich auch auf das Design der Maschinen auswirken. Die sorgfältig bearbeiteten Edelstahloberflächen sind völlig glatt, sodass sich keine Fleischreste ablagern können.
Das Bedienkonzept ist ganz auf Ergonomie und Hygiene ausgerichtet. „Wir achten darauf, dass alle Bedienelemente ergonomisch angeordnet sind und dass die Funktionen ohne Blickkontakt bedient werden können“, erläutert Bernd Werlein, der bei Seydelmann als Leiter Elektrokonstruktion arbeitet. Dies erreicht man mit Bedientableaus, die mit Bedienelementen von Elan, einem Unternehmen der Schmersal-Gruppe, ausgestattet sind. Neben Drucktastern, Wahlschaltern und Leuchtmeldern aus dem N-Programm kommen auch Kreuzhebeltaster von Elan zum Einsatz.
Über die Kreuzhebeltaster kann der Bediener der Seydelmann-Maschinen bis zu vier unterschiedliche Funktionen auslösen. „Jeder Schalter“, so Werlein, „ist mit logisch zusammenhängenden Funktionen belegt. So kann man die Maschine intuitiv bedienen, und Fehlbedienungen sind außerordentlich unwahrscheinlich.“ Zudem haben die Konstrukteure gegenseitige elektrische Verriegelungen vorgesehen, die eine kombinierte Betätigung von solchen Funktionen ausschließen, die nicht zusammenpassen. Auf diese Weise kommt man mit wenigen Bedienelementen aus, deren Funktionen sich schnell erschließen. Alternativ werden für einige Bedienvorgänge auch Kreuzschalter statt Kreuztaster eingesetzt, bei denen die Betätigungshebel in der betätigten Stellung einrasten.
Bei der Konstruktion der Bedienelemente ist die Hygiene mindestens ebenso wichtig wie die Ergonomie. Deshalb setzt Seydelmann das N-Programm der Bedienelemente ein, das Elan speziell für die Nahrungsmittelindustrie entwickelt hat. Als Grundlage dabei diente die Europa-Norm EN 1672-2, die allgemeine Gestaltungsleitsätze zu den Hygieneanforderungen an Nahrungsmittelmaschinen enthält. So weist die Gerätegeometrie keine Ecken und Kanten auf. Das schafft die Voraussetzung für eine gründliche und rückstandsfreie Reinigung der Geräteköpfe und damit für eine Vermeidung von Kreuzkontaminationen. Selbstverständlich sind die verwendeten Werkstoffe für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie zugelassen. Das N-Programm umfasst u. a. Druck- und Leuchttaster, Kurzhubtaster, verschiedene Arten von Wahlschaltern, Pilztaster, Meldeleuchten, Stufenschalter, Potenziometerantriebe, Hauptschalter bis 63 A, Not-Stopp-Befehlsgeräte und Edelstahlgehäuse. Die hygienegerechte Ausführung des N-Programms wird durch eine Baumusterprüfung mit dem Hygiene-Prüfzertifikat der Prüfstelle der Fleischerei-BG bestätigt.




