Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage zum Konsumverhalten und zu Einstellungen der Menschen zu Fleisch und nachhaltigen Alternativen hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Opinion Way im Auftrag des Good Food Institute Europe (GFI Europe) durchgeführt hat (Befragung von 1.002 Frauen und Männern). GFI Europe ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die pflanzliches und kultiviertes Fleisch voranbringen will, um unser Ernährungssystem nachhaltiger, sicherer und gerechter zu machen. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Menschen in Deutschland häufiger zu nachhaltigen Produkten greifen und gegenüber neuen Wegen der Fleischproduktion – wie der Kultivierung von Fleisch aus Zellen – sehr aufgeschlossen sind.
Fleischkonsum geht zurück
Jeder zweite Befragte gibt an, den persönlichen Fleischkonsum in den letzten fünf Jahren reduziert zu haben. Insbesondere der Verzehr von rotem Fleisch nimmt in Deutschland ab: 42 % der Menschen essen weniger oder gar kein Schweinefleisch mehr, 35 % sagen dies im Hinblick auf Rindfleisch. Als häufigste Gründe dafür werden die Vermeidung von Tierleid (38 %) und der Klima- und Umweltschutz (37 %) genannt. Der Verzehr von pflanzlichen Optionen steigt hingegen an: 41 % der Befragten greifen bereits monatlich auf pflanzenbasierte Produkte zurück, und rund jeder Fünfte isst sogar wöchentlich Fleischprodukte auf pflanzlicher Basis.
Die Ergebnisse der Umfrage legen nahe, dass sich dieser Wandel fortsetzen wird: 25 % der Menschen in Deutschland wollen künftig mehr pflanzenbasierte Fleischprodukte essen. Gleichzeitig wollen viele Menschen den Konsum von Schweinefleisch (30 %), Rindfleisch (27 %) und Wurstwaren im Allgemeinen (29 %) weiter reduzieren.
Wie gesund sind Fleischersatzprodukte?
Die Veränderung der Konsumpräferenzen in Deutschland spiegeln sich auch in den offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Demnach haben die gewerblichen Schlachthöfe in Deutschland im ersten Halbjahr 2022 rund 8 % weniger Fleisch produziert als im ersten Halbjahr 2021. Dennoch machen pflanzenbasierte Optionen bislang nur einen Bruchteil des gesamten Fleischmarkts in Deutschland aus: Gemessen am Produktionswert war der Markt für Fleisch aus der Tierhaltung 2021 rund 80-mal so groß wie der Markt für pflanzliche Ersatzprodukte.
Es braucht also noch deutlich mehr Veränderung, um die Proteinversorgung in Deutschland nachhaltiger zu machen. Darauf weisen auch die Ergebnisse der Befragung hin: 62 % der Menschen in Deutschland meinen, dass die Tierhaltung zu viele natürliche Ressourcen in Anspruch nimmt, und 60 % sagen, dass es zum Verbrauch von konventionell hergestelltem Fleisch und Fisch nachhaltige Alternativen braucht.




