Hohe Luftfeuchtigkeit und nasse Oberflächen begünstigen in der Lebensmittelindustrie das Wachstum von Keimen und Schimmelsporen. Dies führt zu einem hohen Wartungsaufwand an Lüftungsanlagen. Der Fleisch- und Wurstwarenhersteller Berger Schinken ergänzte seine Kombination unterschiedlicher UV-C-Desinfektionsanlagen daher um entsprechende Umluftdesinfektionsgeräte. Durch die UV-C-Bestrahlung der Förder- und Zerlegbandoberflächen sowie der Raumluft schafft das Unternehmen eine dauerhaft reine Produktionsumgebung.
Berger Schinken widmet sich bereits seit 1890 der Schinkenherstellung sowie der Produktion feinster Wurstwaren und Fleischspezialitäten. Als regionales Traditionsunternehmen legt das Unternehmen mit Sitz im niederösterreichischen Sieghartskirchen großen Wert auf eine nachhaltige und innovative Produktion seiner rund 60 Kochschinkenspezialitäten. „Das schließt auch unsere Hygienemaßnahmen mit ein, die höchsten Standards genügen müssen“, sagt Bernd Maderner, der als Bereichsleiter Technik bei Berger Schinken tätig ist. Auf Basis dieses Grundsatzes entschied sich der Betrieb erstmals 2007 dazu, auf umwelt- und ressourcenschonende Anlagen zur UV-C-Bestrahlung von Sterilsystems zurückzugreifen. Das verwendete, kurzwellige Spektrum des UV-Lichts im Bereich von 254 nm löst eine fotochemische Reaktion in der DNA von Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen, Schimmelpilzen und Viren aus. Auf diese Weise werden die weitere Zellteilung verhindert und die Keime so inaktiviert. Weil dabei lediglich ein physikalischer Effekt nutzbar gemacht wird, sind keine umweltbelastenden Biozide auf chemischer Basis notwendig, bei denen stets die Gefahr einer Resistenzbildung besteht.
Darüber hinaus generiert das trockene Verfahren auch keine Hitze, sodass sich die UV-C-Bestrahlung besonders für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie und dem Lebensmittelhandwerk eignet. Denn in diesen hygienesensiblen Branchen ist Feuchtigkeit problematisch, da sie das Wachstum von Keimen begünstigt, während sich Temperaturschwankungen negativ auf die Qualität und Haltbarkeit frischer Produkte auswirken. Auch hinsichtlich der Energieeffizienz kann die UV-C-Bestrahlung punkten: Sterilsystems wählt für jeden Einsatzzweck die individuell notwendige Strahlendosis. Während sich etwa die meisten einfacheren Bakterien und Viren bereits bei 10 bis 20 mJ/cm² inaktivieren lassen, kann für Schimmelpilze das Zehnfache der Dosis erforderlich sein. So ist gewährleistet, dass die notwendige Entkeimungswirkung eingehalten wird, ohne jedoch unnötige Energiekosten zu verursachen.
Höhere Produktqualität durch UV-C-Bestrahlung
Gerade die Fleisch- und Wurstwarenproduktion stellt hohe Anforderungen an das Hygienemanagement. Um die routinemäßige Entkeimung so unkompliziert wie möglich zu gestalten, hat Sterilsystems UV-C-Durchlaufdesinfektionsanlagen mit geteiltem Split-Band entwickelt. Ergänzend nutzt Berger Schinken ein UV-C-Banddesinfektionssystem an seinem Zerlegeband. Dieses wird unter den Förder- und Zerlegebändern angebracht und bestrahlt die Transportoberfläche bei jedem Umlauf, was die darauf vorhandene Keimzahl drastisch reduziert. So wird das Band selbst bei Kontakt mit keimbelasteter Ware sofort gereinigt und eine Übertragung von Mikroorganismen auf andere Produkte verhindert. Die Nutzung der Durchlauf- sowie der Banddesinfektionsanlagen dient – völlig ohne den Einsatz umwelt- und gesundheitsschädlicher Chemikalien – dazu, die Qualität der fertigen Wurst- und Schinkenspezialitäten dauerhaft zu erhöhen.




