Zunächst wird mit Hilfe der Druckluft der Naturdarm aufgeblasen. Dieser Vorgang ist für die genaue Kalibrierbestimmung der Naturdärme wichtig. Steht kein ausreichend hoher Druck zur Verfügung, wird der Darm nur unzureichend aufgeblasen und das Kaliber ist nicht genau festzustellen; bei zu hohem Druck kann der Darm platzen. Nachdem die Därme sortiert sind, werden die Krausen mit Hilfe von Druckluft abgebunden und verschlossen. Der Naturdarm ist nun konfektioniert.
Vor mehr als zwei Jahren war bei dem westfälischen Unternehmen nicht nur die Leistung des Kompressors zu klein, auch die Konfektionskapazität reichte nicht mehr aus. So entschloß man sich, am selben Standort eine neue Produktionsstätte aufzubauen.
Um die von der internationalen Norm ISO 8573-1 geforderte Druckluftqualität der Klasse 1 (höchster Anforderungsgrad von 0,01 mg/m³ Restölgehalt) zu erreichen, muß dem Kompressor ein Trockner und ein Micro-Feinfilter nachgeschaltet werden. Bei ordnungsgemäßer Trocknung kann bereits der Micro-Filter ausreichen, um die Klasse 1 der ISO 8573-1 zu gewährleisten. Das ist Stand der Technik und wird bei Wisniowski auch so gehandhabt.
Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme dient jedoch ein Aktivkohle-Filter, der bei einer eventuellen nachfolgenden Abkühlung der Druckluft eine Rückkondensation vermeidet.
Bei der Neuplanung einer Druckluftstation stellt sich die Frage nach dem geeigneten Verdichtersystem. In diesem Fall mußte ein alter Kolbenkompressor ersetzt werden. Bei der Analyse der Betriebsbedingungen, der Arbeitsweise und des Druckluftbedarfs stellte man fest, daß der Einsatz von drei Schraubenkompressoren, die dann auch noch untereinander getauscht werden können, am geeignetsten ist. Zwei Schraubenkompressoren bewältigen den Grundlastbetrieb und ein Schraubenkompressor steht als Spitzenlastkompressor stand-by. Da Schraubenkompressoren dann wirtschaftlich arbeiten, wenn sie im Durchlaufbetrieb fahren, entstehen in diesem Fall keine unnötigen Leerlaufkosten.
Die neue Druckluftstation besteht aus drei Schraubenkompressoren der Baureihe S20 mit einer Antriebsleistung von je 15 kW und einer Liefermenge von 2160 l/min bei 10 bar Höchstdruck. Die Schraubenkompressoren verdichten die Luft gemeinsam in zwei parallel geschaltete, verzinkte Druckluftbehälter. Diese dienen in erster Linie zum Speichern aber auch zur Entwässerung der Druckluft. Kondensat fällt einmal im Nachkühler durch die intensive Kühlung der Kompressoren an. Es wird hier noch nicht abgeleitet, denn die Druckluft transportiert das Kondensat durch ihre optimale Strömungsgeschwindigkeit in den Druckluftbehälter. Außerdem fällt dort durch weitere Abkühlung der Druckluft an der großen Manteloberfläche zusätzlich Kondensat aus. Die intensive Entwässerung im Behälter erzeugt eine Druckluft von hoher Qualität, die weitere Kosten bei der anschließenden Aufbereitung spart. Das ist ein weiterer Teil der wirtschaftlichen Druckluftversorgung.




