Fördertechnik ist das unsichtbare Rückgrat vieler Betriebe. In der Lebensmittelindustrie müssen technische Lösungen gleichzeitig höchste Hygienestandards erfüllen. Genau hier setzt ein erfolgreiches Projekt an, für das Rulmeca und Meatech ihr technisches Know-how und ihre Erfahrung gebündelt haben. Inzwischen hat sich die in partnerschaftlicher Zusammenarbeit für mehrere Kunden in Osteuropa zum Standard etabliert.
Rulmeca arbeitet in der Lebensmittelindustrie seit 2015 erfolgreich mit der Meatech Förder- und Lagertechnik GmbH aus Lenggries zusammen. Das Unternehmen plant und fertigt Anlagen für die innerbetriebliche Logistik lebensmittelverarbeitender Betriebe mit Schwerpunkt Fleischwirtschaft. Meatech bedient vor allem Kunden in Osteuropa. Die Anforderungen der dortigen Märkte im Hinblick auf strukturierte und effiziente Arbeitsabläufe werden gerade bei exportorientierten Betrieben immer höher. Auf diese Anforderungen hat der Spezialist für Lager- und Fördertechnik seine Highclean-Fördersysteme abgestimmt. Diese zeichnen sich unter anderem durch eine hygienegerechte Konstruktion und den Einsatz von Edelstahl sowie anderer, für die Lebensmittelindustrie zugelassener Werkstoffe aus. Aufgrund der geografischen Entfernung der Kunden ist die Zuverlässigkeit ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Anlagenkomponenten. Dies konnten die Trommelmotoren von Rulmeca, die vor allem bei Förderlösungen mit hohen hygienischen Anforderungen eingesetzt werden, in den Jahren der Zusammenarbeit unter Beweis stellen.
Erfolgsprojekt in Tatarstan
Zwischen 2016 und 2017 realisierten die beiden Partner in enger Zusammenarbeit ein anspruchsvolles Projekt in der autonomen Republik Tatarstan. Hier sollte im Auftrag eines lebensmittelverarbeitenden Unternehmens ein automatisiertes Warenlager mit Kommissionierzone und Auftragsorter für den Versand entstehen. Die Anlagentechnik für den Warentransport wurde für Voll- und Leergebinde ausgelegt. Befördert werden E2-Eurobehälter und Exportkartonagen. Die Hauptanforderung bestand in der Weiterentwicklung eines hygienegerechten Designs für die Anlagentechnik. Und so gab das Projekt den Anstoß zur Entwicklung der Highclean-Fördersysteme von Meatech. Diese zeichnen sich durch glatte, reinigungsfreundliche Metalloberflächen aus. Elektrische Anschlüsse werden durch geeignete Edelstahlkomponenten vor mechanischen und chemischen Einflüssen geschützt. Den Antrieb der Förderanlagen übernehmen Trommelmotoren von Rulmeca.
Reinigungsfreundliche Oberfläche
Bei diesem Projekt kamen die Trommelmotoren 80LS und 113LS mit Stirnradgetriebe zum Einsatz. Die Ausführung 80LS ist ideal geeignet für Anwendungen mit hohen Drehzahlen bei eingeschränktem Platz oder Zugang. Dieser Motor wird in der Regel für kleine Förderer mit häufigen Schaltzyklen eingesetzt. Der Trommelmotor 113LS wurde hingegen speziell für Anwendungen entwickelt, die einen starken Antrieb erfordern, z. B. schwere Förderer, die häufig im Einsatz sind. Er ist ebenfalls für Start-Stopp-Anwendungen geeignet. Neben ihrer robusten, wartungsfreien Bauweise bringen die Trommelmotoren eine Eigenschaft mit, die sie für den vorgesehenen Einsatzzweck besonders qualifiziert: Ihre glatte, reinigungsfreundliche Oberfläche. Bauteile wie der Mantel, die Enddeckel und Achszapfen sowie der Klemmenkasten sind komplett aus Edelstahl gefertigt. Für besondere Zuverlässigkeit und Hygiene entsprechen die Motoren der höchsten Schutzklasse IP 69K. Sie bieten damit standardmäßig einen zuverlässigen Schutz vor dem Eindringen von Flüssigkeiten, Staub oder Dampf und erlauben den Einsatz von Hochdruckreinigern. Um Anwendern die Reinigung zu vereinfachen, werden die Motoren bei laufendem Betrieb und unter Bandspannung einem Reinigungsprotokoll unterzogen. Die hygienische Ausführung fand großen Anklang bei dem Spezialisten für Förder- und Lagertechnik. Die VDE-Zertifizierung nach der erforderlichen Schutzklasse IP 69K erfolgte bereits Anfang 2016. Darüber hinaus überzeugten die Verantwortlichen von Meatech auch die Fertigungsqualität und Maßhaltigkeit der Motoren. In dem beschriebenen Projekt profitierte der Förder- und Lagertechnik-Spezialist außerdem von der kundenspezifischen Anpassung der Konstruktionsmaße.
Auf die Anwendung zugeschnitten
Rulmeca bietet zudem weitere Optionen, um die Motoren auf die Bedürfnisse seiner Kunden zuzuschneiden. Dazu gehören neben Äußerlichkeiten auch integrierte Funktionsteile wie Motorbremsen, Rücklaufsperren und mehr. Es wird beispielsweise über die gesamte Mantelfläche des Motors eine Passfeder zur Kraftübertragung der Antriebsräder auf die verwendeten Modulbänder benötigt. Das ist kein Standard, wurde von Rulmeca aber realisiert. Für den Einsatz von Modulbändern in der Fördertechnik, die keinen direkten Kontakt mit der Motoroberfläche haben und deshalb auch keine Wärme ableiten können, musste zudem die Motorwicklung im Inneren angepasst werden. Auch das wurde von Rulmeca umgesetzt und hat sich mittlerweile zum Standard etabliert. Zusätzlich wurden weitere kundenspezifische Anpassungen vorgenommen, die die Effizienz und Lebensdauer der Anlagen optimieren, darunter versenkbare Enddeckel und verlängerte Keilstahlvarianten.
Aus Projekt wird Standard
Die beiden Partner sind sich einig, dass der persönliche und konstruktive Austausch zwischen den Experten von Rulmeca und Meatech rund um die Entwicklung neuer Antriebskonzepte zum Erfolg des Projekts maßgeblich beigetragen hat. Auch der Service des Trommelmotor-Lieferanten konnte sich bei dieser Kooperation bewähren: Anfragen wurden schnell und zuverlässig bearbeitet. Die in Aschersleben in Sachsen-Anhalt ansässige Produktion garantierte zudem kurze Lieferzeiten. Besonders zufrieden war Meatech mit der hohen Produktqualität und der mehrsprachigen Dokumentation, die den internationalen Anforderungen entspricht. Unter dem Strich entstand nicht nur eine optimal auf den Kundenwunsch abgestimmte Förderanlage – zahlreiche auf dieses Projekt abgestimmte Neuerungen sind inzwischen sowohl bei Rulmeca als auch bei Meatech zum Standard geworden.
Rulmeca Germany GmbH, Aschersleben




